Unglaubliche Orte im Harz

Der Harz ist vielleicht das am meisten unterschätzte Feriengebiet Deutschlands. Und dabei gibt es dort viele faszinierende Orte – ein kleiner Überblick über unglaubliche Sehenswürdigkeiten im Harz.

   Höhlenwohnungen im Harz

Sind wir bei den Hobbits gelandet? Oder in einer anderen Zeit? Die Höhlenwohnungen im Harz sind etwas deutschlandweit Einmaliges. Sie befinden sich in der Nähe von Halberstadt und wurden per Hand in den Felsen geschlagen. Bis vor 100 Jahren wohnten dort auch noch Menschen, heute ist es ein Museum, das liebevoll betreut wird.

Langenstein, Höhlenwohnungen. Harz, Führung, Höhlen von innen

Langenstein, Höhlenwohnungen. Harz, Führung, Höhlen von innen

Wohnzimmer einer Reihenhaushöhle

   Magische Rhumequelle

Bei Rhumspringe befindet sich einer meiner Lieblingsplätze im Harz: Die Rhumequelle ist auch ein uralter Kult- und Kraftplatz. Kein Wunder, dass sie verehrt wurde, denn sie sprudelt bis zu 5000 Liter Wasser pro Sekunde hervor, damit zählt sie zu den stärksten Quellen Deutschlands. Aufgrund des karstigen Gesteins ist schimmert das Wasser oftmals türkisfarben, ein fast unwirklicher Ort – mitten im Harz. Womit wir schon beim nächsten Punkt wären: den Wasserfarben.

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Das faszinierend blaue Wasser der Quelle

   Die Wasserfarben des Harzes

Im Harz hat das Wasser tausend Farbtöne und im Harz gibt es viel Wasser, denn es ist eines der wasserreichsten Gebiete unseres Landes. Das Spektrum der Seen und Flüsse reicht von karibisch blau bis hin zu rostrot – ich bin immer wieder verblüfft, welche Farben das eigentlich durchsichtige Element haben kann. Es ist eben nicht nur blau, auch wenn ich es gerne indigo hätte, der Harz zeigt mir immer, dass es noch mehr gibt als die Farbe, nach der mein Blog heißt. Etwa auf dem Wanderweg von Torfhaus zum Brocken. Dort säumen rostrote Bäche den Weg. Etwas später wird das Wasser grünlich. An der Eckertalsperre wirkt die Szenerie wie an einem Mittelmeerbadestrand und am Blauen See ist das Wasser wirklich hellblau-türkisfarben.

Unglaubliche Orte im Harz, rotes Wasser

Rotes Wasser im Bach

Typisch Harz: Talsperren und viel Wasser überall

   Mystische Felsenkirche in Scharzfeld

Der Harz ist eine Höhlenlandschaft und es gibt so viele Höhlen, dass man schnell den Überblick verlieren kann. Besonders beeindruckend ist ja die Höhle Iberger Tropfsteinhöhle mit ihrer DNA-Forschung oder aber die Höhlen in Rübeland. Auch die Einhornhöhle bei Scharzfeld ist berühmt für ihre Funde und das grandiose Lichtspiel. Ich mag es ja lieber mystisch und deswegen fand ich die Höhlenkirche in Scharzfeld bezaubernd schön, übrigens nur einen Spaziergang von der Einhornhöhle entfernt.

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Felsenkirche in Scharzfeld

   Teufelsmauer im Harz

Der Harz gilt als dunkel, feucht und sanfthügelig, oder? Aber dieses Stück Landschaft am Nordostrand des Gebirges wirkt eher mediterran: Die Teufelsmauer ist ein Felsenzug, in dem schroffe Brocken sich kilometerweit durch die Landschaft ziehen, mit wunderschönen Aussichtsplätzen wie etwa hier bei Timmenrode. Die Wanderung von Blankenburg aus ist eine schöne Tagestour – mit einem wunderbaren Ende am Hamburger Wappen. Teufelsmauer Timmenrode, Harz, Blankenburg, Hamburger Wappen,

 

   Milliardenweg

Manche Wege muss man einfach des Namens wegen gehen: Milliardenweg ist doch ein vielversprechender Name, oder? Er führt zum Achtermann und sein Name hat tatsächlich etwas mit Geld zu tun, denn er erinnert an die große Inflation, die es im beginnenden Jahr 1923 gab. Nachdem die Mark nach dem Ersten Weltkrieg vom Goldwert gelöst war, verlor sie mehr und mehr an Wert, eine Milliarde war damals nur noch Kleingeld. Und damals hat die Erstellung dieses Weges eben Milliarden Mark gekostet.

   Wie bei Harry Potter: Die schnaufende Brockenbahn

Sie gehört eindeutig zu den Top 5 der Sehenswürdigkeiten meines liebsten Mittelgebirges: Die Brockenbahn. Vor allem jetzt im Winter zeigen sich ihre Dampfwolken sehr schön, wenn sie den Berg hinaufschnauft. Es pfeifft, es rumpelt und zischt und sie knattert sich auf ihrem Weg auf den Brocken. Sehr schön beobachten kann man sie am Rastplatz am Wanderweg von Torfhaus zum Brocken.

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Brockenbahn in voller Pracht – ich mag dieses dampfende Ungetüm

   Blaue Kirche von Clausthal

Blau erstrahlt sie mitten in Clausthal: Mit 57 Metern Länge und 26 Metern Breite ist die Heilig-Geist-Kirche Clausthal die größte Holzkirche in Deutschland. Sie stammt aus dem 17. Jahrhundert und ist bis heute ein Zeugnis des Reichtums, den der Bergbau einst in den Harz gebracht hat.

Blaue Kirche Clausthal

    Hängebrücke am Rappbodetal

Sie gehört zu den längsten Hängebrücken der Welt – über dem Rappbodetal spannt sich seit letztem Jahr eine ganz besondere Stahlkonstruktion. Die Hängebrücke ist eine Mutprobe der wackeligen Art und verspricht demjenigen, der sich traut, ganz wunderbare Aussichten über die Landschaft des Harzes.

Rappbodetal: Hängebrücke bei der Rappbodetalsperre im Harz

An Anfang geht es noch…

Rappbodetal: Hängebrücke bei der Rappbodetalsperre im Harz

Gesichtert mit Stahlseilen

   Fachwerk – nicht nur in Quedlinburg

Die Häuser im Harz haben eine ganz besondere Bauweise: Entweder sind sie mit viel schmuckem Fachwerk ausgestattet oder hübsch bunte Holzfassaden. Nicht nur in Quedlinburg sind sie sehenswert, sondern eigentlich überall – von Goslar über Wernigerode bis hin zu Bad Grund. Quedlinburg, Harz, Tipps für Quedlinburg, FachwerkmuseumQuedlinburg, Harz, Tipps für Quedlinburg, Fachwerk

   Kunst im Café Winuwuk

Eine Mischung aus Hundertwasser und Waldorfstil ist das Café Winuwuk in Bad Harzburg. Es ist das Projekt eines Künstlerpaars, das sich dort vor 100 Jahren niedergelassen hat und die Kunsttrends in den Harz bringen wollte. Bis heute ist das gelungen, das Café Winuwuk ist ein einzigartiger Ort, in dem man nicht nur herrlich seinen Kaffee trinken kann, sondern auch Kunsthandwerk bestaunen. Der Garten am Rande der Stadt ist eine kleine Oase.

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Café Winuwuk in Bad Harzburg

   Bergwerk Rammelsberg

Bergwerke beeindrucken mich immer wieder, da bin ich im Harz ja genau richtig, denn dort gibt es viele Schaustollen. Wohl am schönsten ist der Rammelsberg mit seinen verschiedenen Arten, die einstige Arbeit in den Erzminen anzuschauen. Es gibt eine Tour zu Fuß oder mit der Bergbahn – ein wunderbares Erlebniszentrum gerade für Familien.

Das Bergwerk Rammelsberg im Harz schneeverweht

   Stabkirche in Hahnenklee

Sind wir in Norwegen gelandet? Nein, die typischen Stabkirchen gibt es tatsächlich auch im Harz, bekanntestes Beispiel ist die Gustav-Adolf-Stabkirche in Hahnenklee: Sie wurde 1907 in der typisch norwegischen Bauweise errichtet, als Reminizenz an die Stabkirche von Borgund in Norwegen. Lange hatten die Harzer überlegt, wie sie ihr zu klein gewordenes Gotteshaus in Hahnenklee vergrößern sollten. Das neue Gebäude sollte sich gut in die Harzer Landschaft und Bauweise einfügen. Mit den Schindeln und dem vielen Holz sieht die Kirche jetzt auch so aus, als gehöre sie in den Harz. Tut sie ja auch. Übrigens ist sie nicht nur von außen sehenswert, sie duftet innen herrlich nach Holz.

Stabkirche in Hahnenklee im Harz
Hexentanzplatz in Thale

Der Hexentanzplatz in Thale ist ein wirklich eigenartiger Ort. Dort wachsen die Bäume schief und krumm, so als wüssten sie nicht, welche Richtung sie nehmen sollten. Außerdem liegt er wie ein Plateau über dem Ort Thale und dieser eindrucksvollen Schlucht, in der sich über die Roßtrappe bis in das Bodetal erstreckt. Ich war fasziniert, hier wirkt der Harz schon fast alpin, wenn man auf dem Plateau steht und in die Tiefe schaut. Leider aber muss ich sagen, dass mir der Platz selbst zu rummelig ist mit Bobbahn, umgedrehtem Haus und anderen Attraktionen, da überlagert Entertainment die Wirkung dieses wohl einzigartigen Platzes. Wenn man sich seine ruhigen Ecken sucht, geht es aber. Und auf der Wanderung ins Tal wird es schlagartig ruhiger und mit Glück fast meditativ.

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Das umgedrehte Haus in Thale am Hexentanzplatz

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Ein ruhiges Plätzchen am Hexentanzplatz

Ihr habt jetzt so richtig Lust auf den Harz bekommen? Dann lest doch mal in meine anderen Beiträge rein, etwa über das Abenteuer der Hängebrücke an der Rappbodetalsperre. Etwas ganz Besonderes unter den Sehenswürdigkeiten im Harz sind die Höhlenwohnungen bei Halberstadt. Im Sommer ist ein Abstecher an den Oderteich wunderbar und eine Wanderung zum Brocken ist irgendwie in jeder Jahreszeit eine gute Idee. Im Winter kann man gut in Hahnenklee rodeln oder am Oderteich. Wer nach uralten Kraftplätzen im Harz sucht, wird an der Rhumequelle und der Felsenkirche fündig, Auch die Teufelsmauer ist ein magischer Ort und in Bad Lauterberg gibt es sogar eine echte Kräuterhexe. Wenn die Blaubeeren reif sind, ist der Harz besonders lecker, etwa bei einer Wanderung zum Achtermann. Bei Regen fahre ich gerne auf den Wurmberg mit meinen Kindern und der Weltenwald in Bad Grund ist perfekt für Familien zum Austoben und Entdecken. Auch das Bergwerk Rammelsberg ist ein Erlebnis für die ganze Familie. Wer lieber Städte mag, der findet in Goslar und Quedlinburg sicher Schönes. Schöne Cafés im Harz sind der Eulenhof in Hörden, das Winuwuk in Bad Harzburg und in Bad Grund das Antikcafé.

38 Kommentare

  1. toller Beitrag vor allem wenn man den Harz nicht kennt ! Ich war einmal dort aber weiß leider den Ort nicht mehr !!! Die Höhlenwohnungen sind schon sehr beeindruckend und man kann sich nicht vorstellen dass hier Menschen gewohnt haben. Vor allem im Winter und der ist im Harz glaub recht streng !!!! LG Manni

    • Lieber Manni, wenn wir mal Winter haben, dann ja. Und genau das mag ich ja am Harz: Wenn wir im flachen Vorland wieder keinen Schnee haben, dann ist da oft alles weiß, sehr zur Freude der Kinder und mir. Danke dir für deine Worte und schönen Sonntag noch. Liebe Grüße

  2. Der Harz ist in seiner touristischen Entwicklung so unterschiedlich. So zeigt sich der östliche Harz von einer sehr attraktiven und tollen Seite. Wobei der westlich Harz in vielen Belangen auf der Stelle tritt. Du zeigst hier eine sehr schöne Bildserie, einer traumhaften Region.

    • Lieber Werner, genau: Der Ostharz punktet mit touristischen Angeboten, die modern sind, im Westharz hat man oft das Gefühl, da hat sich seit 50 Jahren nichts verändert. Und hat es auch oft nicht. An manchen Stellen ist das zauberhaft und an anderen furchtbar, vor allem kulinarisch. Ich mag den feuchten Westharz sehr, er ist mehr dschungeliger als der Ostharz, in dem es aber dafür öfter sonnig und trocken ist. Der Westen ist die Regenseite, eindeutig, mit allen Stärken und Schwächen. Danke dir fürs Vorbeischauen und liebe Grüße

  3. Eine wunderschöne Sammlung von deiner Reise im Harz. Bisher war ich einmal vor vielen Jahren dort, aber wenn ich deinen Bericht lese, muss ich doch noch mal hin. Sovieles hat sich mit den Jahren verändert
    LG Andrea

  4. Ein toller Überblick mit stimmungsvollen Fotos! Da denkt man nur, warum in die Ferne schweifen…
    Vor allem das Café Winuwuk steht ganz oben auf meiner to-see-Liste. Meine Mutter war schon einmal dort (Eltern wohnen eine Autostunde entfernt vom Harz), hat mir eine bunte Tasse mitgebracht und ist aus dem Schwärmen nicht mehr herausgekommen, ich selbst war leider noch nicht dort.

    • Liebe Eva, genau, deswegen schreibe ich ja so viel über Harz und Nordsee, weil man eben nicht so oft in die Ferne schweifen muss, sondern die Reisen auch ganz nah liegen, ebenso wie die Abenteuer. Das Café ist zauberhaft schön, ich werde auch noch einen eigenen Beitrag darüber machen, weil es wirklich ein ganz besonderer Ort ist. Also: Freu dich schon mal drauf. Liebe Grüße

  5. Liebe Andrea!

    Dank deiner wunderbaren Harz – Beschreibungen brauchte ich dort gar nicht mehr hin, oder vielleicht doch? Einfach deinen Empfehlungen folgen und alles mit eigenen Augen sehen und genießen.
    Einige Orte werde ich mir sicher genehmigen.

    Hab ein schönes Wochenende und GUTE NACHT.

    LG Lilo

    • Liebe Lilo, nur virtuell verreisen geht auch nicht 🙂 aber schön, wenn ich dir Lust auf den Harz gemacht habe. Dann hoffe ich mal, dass du auch bald wieder herreist. Liebe Grüße und hab du auch ein schönes Wochenende

  6. Hervorragende Bilder und ein super Beitrag!
    Der Harz ist so ein toller mystischer Ort, den es sich wirklich zu besuchen lohnt!

    Witzig der Milliardenweg – Meine Oma wollte meinem Opa ein paar Schuhe in der Inflationszeit kaufen. Sie hatte glaube ich, 20 Millionen eingesteckt.
    Der Verkäfer sagte ihr, leider seien die Preise gestiegen, sie bräuchte schon 30 Millionen.
    Sie ging also nach Hause, holte den Rest, und als sie wieder im Laden war, bekam sie für die 30 Millionen nur noch einen halben Schuh.
    Da müssen wir heute schon froh sein, dass wir “nur” keine Zinsen mehr bekommen…

  7. Liebe Andrea,
    das sind ja nochmal ganz neue Seiten am Harz, die ich da kennenlerne. Ich will schon lange mal wieder hin. Darin hat mich dein Beitrag jetzt sehr bestärkt.
    Liebe Grüße
    Angela

    • Liebe Angela, das freut mich aber sehr, der Harz ist immer toll vor allem mit Kindern. Bin gespannt, was du dann so schreibst. Danke fürs Vorbeischauen bei mir, hat mich sehr gefreut. Liebe Grüße

  8. wow, wunderschöne Fotos!
    ich bin in zwei wochen in Osterode.
    könnt ihr eine schöne Tagesroute empfehlen?

  9. Pingback: Winterglück im Harz: Rodeln in Hahnenklee im Pulverschnee

  10. Vielen Dank für die tollen Tipps. Habe mir erstmal einige notiert. Wir fahren im Sommer 12 Tage nach Braunlage. Ich bin schon ganz gespannt wie es da ist.

  11. Pingback: Der Harz auf den Spuren der kleinen Hexe - BerlinFreckles • Reiseblog & Mamablog

  12. Hallo Andrea,

    ich muss dir meinen Respekt ausdrücken. Ein wirklich toller Artikel. Und trotzdem noch erweiterbar. Teufelsmauer Weddersleben zum Beispiel. Achtermann. Ottofelsen. Das soll aber keine Kritik sein. Toller Blog, tolle Fotos, mein Kompliment.

    Grüße vom HarzerWanderGuiDE

  13. Liebe Andrea, ich bin sehr versucht, auf meiner nächsten Deutschlandreise den Brocken anzusteuern. Danke für die interessante Übersicht.

    • Liebe Gerda, Oh, das ehrt mich irgendwie. Gerne. Aber oben auf dem Brocken ist es nicht immer so eisig schön, sondern oftmals ganz ernüchternd.
      Die Höhlenwohnungen hingegen sind sehr, sehr schön.
      Liebe Grüße nach Griechenland

  14. Pingback: Mutprobe im Harz: Die wackelige Hängebrücke im Rappbodetal

  15. Pingback: Filnstart "Die kleine Hexe" im Harz

  16. Hallo Andrea,

    toller Bericht über den Harz! Ich bin in der Nähe vom Harz (in Göttingen) aufgewachsen und war dort häufig als Kind/Schüler. Daher kenne ich einige der Orte aus deinem Artikel z.B. die Rhumequelle. Wenn ich jetzt mal in der Heimat zu Besuch bin, versuche ich immer min. eine Tagestour in den Harz zu realisieren.

    Viele Grüße,
    Jan

    https://thehiketribe.com/de/

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