Mystische Orte der Bretagne

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Die Bretagne ist bekannt für ihre keltisch-mystischen Orte. Überall finden sich Spuren der alten Magie – hier kommen meine Lieblingsplätze.

Straße der Heiligen Quellen

Das Verwunschene, Magische ist es, was mich immer wieder an die Bretagne denken lässt und dorthin zieht. Etwa auf der Route der Heiligen Quellen. Ja, tatsächlich, soetwas gibt es in der Bretagne. La Route des Fontaines Sacrées. Eine wunderbare Straße, denn Quellen wohnt immer etwas Magisches inne. Sie spenden Wasser, Grundlage allen Lebens und sind zugleich ein wunderbares Sinnbild, denn sie sprudeln einfach aus sich heraus. Sie wie unsere Lebensenergie ja auch. Sie sind Orte, an denen man sich labt, sich vielleicht reinigt, auf jeden Fall aber, an denen man sich auflädt. Kraftvolle Orte.

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Quellenkulte gibt es überall auf der Welt, auch in der Bretagne. Dort haben die Kelten schon ihre heiligen Plätze gehabt, später haben die Christen einfach Kapellen und Kirchen draufgesetzt. Während das überall anders auf der Welt so übergestülpt aussah, ist es in der Bretagne, und das ist es, was mich so fasziniert, ein Miteinander. Dort darf das alte, wilde Keltische sein und das Christentum ergänzen.

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Quelle an der Kapelle Ourzal bei Porspoder.

Es gibt in der Bretagne so viele Heilige, die “normalen” Christen nicht bekannt sind, sie erinnern mich immer an die verschiedenen Aspekte und Qualitäten im Leben, die man anbeten oder anrufen kann, wenn einem etwas Bestimmtes fehlt. Ein Besuch an einer Quelle ist also nie verkehrt. Wie gesagt, viele Quellen der Bretagne werden begleitet von kleinen, verwunschenen Kapellen, etwa die Chapelle du Traon.

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Chapelle du Traon

Vor dem Ortseingang von Plouguerneau befindet sich eine versteckte Senke mit einem Kraftort der besonderen Art. Die Chapelle du Traon stammt aus dem 16. Jahrhundert und wurde aus Marmor erbaut. Im 18. Jahrhundert wurde sie als Teil des Anwesens des Herrenhauses von Rannorgad restauriert. Wer die Kapelle besuchen möchte, die übrigens Maria gewidmet ist, durchschreitet zunächst einen Triumphbogen, erblickt ein Renaissanceportal an der Seite und wird viele Figuren sehen, die schon etwas Moos angesetzt haben. Hinter der Kirche sprudelt eine Quelle in ein Becken, zwei Poole sind für heilige Handlungen reserviert und einer ganz praktisch als “Pool Lin”, also zum Waschen reserviert.

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Gleich hinter der Kapelle gibt es eine alte Quelle.

Pont Krac’h (Aber Wrac’h)

Ach, wie ich diese bretonischen Wörter mag, die man kaum aussprechen kann. Aber Wrac’h ist zum Beispiel so ein Name. Der Fluss im Finistère bildet an seiner Mündung in den Atlantik eine Ria, eine Art Fjord. Während der fjordähnliche Einschnitt in die Küste allein schon sehenswert ist, gibt es aber auch einen versteckten, mystischen Ort: Die Teufelsbrücke stammt aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. und ist ein Zeugnis eines alten Weges über die Gewässer. Sie ist rundbögig ganz ohne Mörtel errichtet und gilt als älteste Brücke der Bretagne.

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Die Brücke Aber Wrac`h.

Zu sehen ist sie nur bei Ebbe, bei Flut ist sie oftmals vom Wasser überspült. Der Legende nach soll der Teufel selbst diese Brücke gebaut haben. Das allerdings sagen nur Menschen, die in die christliche Zeit blicken, es kann durchaus sein, dass Wrac`h auch der Name einer alten Göttin ist, die Quellen und Gewässern innegewohnt haben soll. Es ist die Göttin “Wrac’h ou Gwarc’h”, die Urmutter der Bretonen, aus der die Christen später St. Anne gemacht haben. Sie ist vergleichbar mit der irischen Brigid und wird auch jedes Jahr in der letzten Januarnacht mit dem Fest “Noz ar Wrac’het” geehrt. Ich empfand die Brücke als ein ganz verwunschenes, wenngleich auch ein wenig dunkles Plätzchen.

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Heute ist die Aber Wrac´h-Brücke ganz schwarz.

Menhire von Kergadiou

An der Mündung des Aber Ildut, nah des Ortes Plourin befinden sich die höchsten Menhire Frankreichs: Die Menhire von Kergadiou stehen ein wenig landeinwärts und scheinen Wiesen und Felder mit ihren 8,75 Metern Höhe zu überragen. Menhire sind in der Gegend generell ein großes Thema und man findet sie fast überall, auf den Karten der Gegend sind sie eingezeichnet.

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Menhire gibt es in der Bretagne überall

Chapelle Saint Ourzal – Porspoder

Die Kapellen in der Bretagne mag ich besonders gerne. Eine davon ist die Chapelle Saint Ourzal bei Porspoder. Es ist ein sehr alter Kultplatz, denn dort wurden Grabreste aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. entdeckt. Hier wurden schon immer Kinder getauft oder das Wasser für Heilzwecke benutzt, lange bevor die Kapelle im Jahr 1639 gebaut wurde.

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Die Kapelle Saint Ourzal

Sie diente lange den Frauen des Ortes als Zuflucht und Gebetsstätte, in der sie darum baten, ihre auf See befindlichen Männer sicher heimzubringen. Leider ist sie im beginnenden 20. Jahrhundert mehr und mehr zur Ruine gewordeb. Erst in den 1980er Jahren wurde die aus rosa Granit errichtete Kirche wieder aufgebaut und erstrahlt heute in voller Pracht. Es ist vor allem ein Ort der Kinder. Hier um Segen für seine Kinder zu bitten, ist perfekt. Eine sprudelnde Quelle bei der Kirche wirkt zudem kraftspendend.

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Der Brunnen bei Saint Ourzal.

Île Presqu’île Saint-Laurent

Sie ist ein kleines Geheimnis an der Küste: Die Presqu’île Saint-Laurent lässt sich in weniger als einer Stunde gut umrunden, aber wartet mit vielen speziellen Sehenswürdigkeiten auf, die auch spirituell interessant sind.

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Zum einen gibt es dort ein großes Labyrinth aus Steinen gelegt. Zum anderen Menhire und Dolmen sowie einen Aussichtshügel mit einem Blick weitenden Panorama auf das Meer. Besonders schön fand ich, dass viele kleine Steine auf dieser Insel Herzform hatten.

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Côte des Légendes

Der Name sagt schon alles: Im Nord-Finistère, ganz am Ende des westlichen, bretonischen Zipfels, befindet sich die Côte des Légendes. Es ist eine verträumte Gegend, in der Touristen noch nicht so zahlreich die Strände bevölkern und in der sich das ursprüngliche Leben noch erhalten hat. Vor allem aber haben sich die alten Legenden erhalten, die sich nicht nur die Menschen in den Orten erzählen, sondern auch an Heiligenbildern in den Kirchen oder alten Dolmen und geschichtsträchtigen Orten. Die ganze Region steckt voll davon und ist ein ideales Ziel, wenn man Mystik und Geschichte miteinander verknüpfen möchte.

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Am Phare Saint Mathieu

Der Wald von Huelgoat

Es gibt einen Zauberwald in der Bretagne. Einen, an dem die Fee Morgane ihren Spiegel im See gehabt haben soll, einen Ort, in dem König Arthur (der mit der Tafelrunde) sich in einer großen Grotte versteckt haben soll und in der Steine wie Riesenchampignons aus dem Boden sprießen. So einen Wald habe ich noch nie gesehen, er ist dicht und grün wie ein Dschungel, Wasser durchflossen und von vielen Kraftplätzen durchzogen. Über den Wald von Huelgoat schreibe ich mehr hier.

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Sieht aus wie ein Urwald, ist aber Bretagne.
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So groß ist der Steinpilz von Huelgoat

Die Steinreihen von Carnac

Wer einen mystischen Ort in der Bretagne sucht, wird wohl zuallererst über die Steinreihen von Carnac stolpern. Sie sind wahrlich einzigartig: Kilometerlange Reihen von Megalithen, teils riesig, teils kleiner, säumen den kleinen Ort an der bretonischen Küste.

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Steinreihen von Carnac

Carnac hat ein ganz spezielles Energiefeld, am schönsten ist es, wenn man zwischen den Steinreihen spazieren kann, was zur Hauptsaison nicht immer möglich ist. Mehr über Carnac und seine Mystik findest du hier.

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Einer der interessanten Einzelsteine von Carnac.

Der Elfenwald von Broceliande

Es gibt nach Huelgoat noch einen anderen Wald, der als Elfenwald der Bretagne bekannt ist: Broceliande, auch Wald von Paimpont, ist auf keiner Karte zu finden und doch überall präsent: In vielen Geschichten und Sagen kommt er vor und es wird erzählt, dass dort Zwerge, Elfen und Feen zu finden sind. Und auch der Zauberer Merlin, der dort seiner Geliebten, der Fee Vivianne, die Quellen seiner Zauberkunst verraten haben soll. Broceliande kommt auch in der Arthussage vor und es gibt in der Tat viele Plätze und vor allem heilige Quellen, die zauberhaft und nicht von dieser Welt wirken.

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Marienverehrung am Phare Saint Mathieu.

Phare de Saint-Mathieu

Das westlichste Ende Frankreichs markiert dieser Leuchtturm. Es ist ein Platz mit gemischten Kräften, denn einerseits befindet sich der Leuchtturm auf den Ruinen eines alten Klosters und hat die Ausstrahlung eines technischen Denkmals. Doch auf dem Gelände befindet sich eine alte Kirche mit ganz viel Marienenergie, sie ist unbedingt einen Stopp wert.

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Das westlichste Ende Frankreichs.

Mont-Saint-Michel

Er liegt zwar genau genommen in der Normandie, aber genau auf der Grenze zur Bretagne: Der Mont-Saint-Michel hat schon von weitem eine unglaublich faszinierende Ausstrahlung. Und das ist nicht nur das Gefühl, was sich immer einschleicht, wenn man vor weltberühmten Sehenswürdigkeiten steht, sozusagen die Aura des Stars. Der Berg mit den Klöstern inmitten des tidestarken Wattenmeers strahlt soviel Zuversicht und Schutz aus, er hat zugleich etwas Tröstendes wie auch etwas ganz Erhabenes. Nicht nur die Klosterinsel selbst, sondern das umliegende Gebiet hat eben diese besondere Kraft aufgesogen und gibt sie an diejenigen ab, die dort wandern oder Rad fahren.

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7 Kommentare

  1. Liebe Andrea,
    da hast du wieder etwas ganz Besonderes gefunden. Die Einfachheit dieser Orte ist bestechend. Sie strahlen, trotz der Entfernung zu mir so viel Kraft aus.
    Dazu sollte ich sagen, ich bin sehr empfänglich für solche Dinge.
    Dein Bericht ist wie immer sehr ausführlich – somit auch ungemein informativ.
    Leider kann ich keine solchen wunderbaren Reisen mehr machen. Meine Gesundheit lässt das leider nicht mehr zu.
    Aus diesem Grund werde ich mich an deine Bilder halten und eventuell kann ich die eine oder andere Kraft für mich erheischen. ;

    Hab noch eine schöne Zeit und nimm viel Kraft für dich selber mit.

    Herzliche Grüße,
    Lilo

  2. Liebe Andrea, was für eine Traumlandschaft. Ich reise in Gedanken mit und schwelge in Erinnerungen. <3

    Herzliche Grüsse aus der Schweiz.

    Nicky

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