Ostfriesische Inseln – welche ist die Schönste?

Langeoog, Fährte, Karte, Sehenswürdigkeiten, Wetter, News, Inselbahn, Veranstaltungen, Bilder, Nordsee, Reiseführer, TippsAm Weststrand gibt es sogar bewachtes Baden

Aufgereiht vor der niedersächsischen Nordseeküste liegen die Ostfriesischen Inseln. 7 Inseln, die so ähnlich und doch so unterschiedlich sind. Welche Insel ist für welchen Urlaubertyp? Und welche Ostfriesische Insel ist die schönste?

1. Der Charakter der Inseln

Urlaub auf den Ostfriesischen Inseln ist ein Traum. Die Sandstrände sind fast endlos, die Wellen sprudeln salzige Gischt in die Luft und die Luft ist klar und oftmals pollenfrei. Ob mit Hund, mit der Familie oder zu zweit – die Inseln sind beliebt. Und das zu jeder Jahreszeit. Ich habe im letzten Jahr versucht, an einem langen Novemberwochenende eine Unterkunft auf Wangerooge zu bekommen, und bin gescheitert, weil einfach alles belegt war. Deswegen gilt beim Urlaub auf den Ostfriesischen Inseln: rechtzeitig buchen! Welchen Charakter haben die einzelnen Ostfriesischen Inseln?

2. Borkum: die Größte

Strandpromenade mit Musikpavillon auf Borkum.
Strandpromenade.

Borkum in Kürze: Lange Überfahrt, pollenarm, viele Freizeitmöglichkeiten, perfekt für Familien, wunderbar lange und breite Sandstrände, gute Radfahr- und Wandermöglichkeiten.

Die westlichste Ostfriesische Insel ist zugleich die größte: Borkum liegt in der Emsmündung und ist von den Niederlanden schneller zu erreichen als von Deutschland aus. Diese Lage in der Flussmündung ist es, die ihr Sandstrände schenkt, die wohl keine zweite Nordseeinsel aufweisen kann: An manchen Stellen wirkt der Strand wie eine Wüste, Sand, so weit das Auge reicht. Borkum ist die Insel, zu der die Anreise auch am längsten dauert, 2 Stunden 15 Minuten mit der normalen Fähre, weil sie am weitesten draußen ist. Mit dem schnellen Katamaran verkürzt sich die Zeit auf 60 Minuten. Doch die Anreise lohnt sich, denn die Insel bietet eine große Vielfalt: Ob Wassersport, Radfahren oder Naturbeobachtungen – Borkum kann alles bieten. An manchen Stellen wirkt Borkum wie eine ganz normale, niedersächsische Kleinstadt, so schön unaufgeregt.

Typisch sind die Badehäuser der Ostfriesischen Inseln, hier Borkum.

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3. Juist: die Pferdekutscheninsel

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Juist nennt sich selbst Töwerland – Zauberland. Und tatsächlich bemerkt so mancher schon bei der Ankunft, dass er in eine andere Welt gefallen ist. Auf Juist läuft das Leben irgendwie langsamer und ein Stück weit traditioneller, als man es vom Festland gewöhnt ist. Die autofreie Insel ist zugleich die längste der Ostfriesischen Inseln. Für viele ist sie die Schönste, das liegt an den Dünen, den breiten Stränden und den herrlichen Cafés, die sich über die Insel verteilen. Ostfriesentee mit Krintstuut isst man am besten in der Domäne Bill. Doch die bleibende Erinnerung bleiben wohl die vielen Pferdekutschen, die hier die Arbeit ganz CO2 neutral verrichten, ob das Postbotenfahrzeug oder der Mülllaster. Juist bietet einsame Ecken und viel Weite.

Juist in Kürze: Lange Überfahrt, der Inselort ist überschaubar und gut zu Fuß zu erreichen, die Insel ist aber lang. Eignet sich prima für Radfahrer. Juist hat ein ganz eigenes künstlerisches Flair.

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4. Norderney: die Mondäne

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Norderney zählt zu den großen Ostfriesischen Inseln. Sie ist auch mit dem Auto befahrbar, doch das Auto mitzunehmen ist oftmals eine Fehlentscheidung, denn man muss es sowieso überall stehenlassen. Was hat Norderney, was die anderen Inseln nicht haben? Vielleicht dieses Partyflair. Sie ist einer der ersten königlichen Badeorte an der Nordseeküste und dieses Mondäne merkt man ihr noch immer an. Besonders schön sind die Spaziergänge auf der langen Promenade, aber auch die kleine Stadt, in der es sich gut shoppen und feiern lässt. Einzigartig aber sind das Theater sowie das Kurhaus, sie geben das typische Kurbäderflair. Beliebt ist Norderney auch bei Menschen, die gern abends in geselliger Runde beisammen sitzen, denn das geht auf der Insel prima.

Norderney in Kürze: Nobles Kurbadflair im Inselort, wunderbare Hotspots für den Sundowner, es gibt auch noble Hotels und Gastronomie. Norderney ist die quirligste der Ostfriesischen Inseln, was das kulturelle Angebot betrifft.

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5. Baltrum: die Gechillte

Sie gilt auch als das Dornröschen der Nordseeinseln: Baltrum erweckt bei so manchem Besucher den Eindruck, dass sie noch nicht richtig wachgeküsst wurde. Vielleicht liegt das an der Größe, bessergesagt Kleinheit, denn Baltrum war lange Zeit die kleinste der Ostfriesischen Inseln, bis das Meer Wangerooge Stück für Stück dezimierte. Baltrum wird auch häufig als Bald rum tituliert, weil eine Inselumrundung in etwa 4 Stunden bequem machbar ist. Die autofreie Insel ist sehr entschleunigt und perfekt für Familien mit kleinen Kindern, denn die haben die riesige Sandkiste in Form des Strandes direkt vor der Nase. Der Hauptort ist mini, die Bewohner alle auch irgendwie ruhiger als auf den anderen Inseln. Wer einen chilligen Urlaub sucht, ist hier genau richtig. Das heißt aber nicht, dass es kein Angebot gibt: Surfen, SUP und Ähnliches kann man dort auch ausüben. Kann man. Morgen vielleicht…

Baltrum in Kürze: Sie hat noch immer den Zauber des Unentdeckten, obwohl natürlich schon jeder Zipfel erkundet ist. Per Wattwanderung zu Fuß zu erreichen, die Wege sind extrem kurz, der Strand ist super erreichbar, ebenso der Fährhafen.

6. Langeoog: die Sanfte

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Dieser feine Sand…

Langeoog ist mein persönlicher Favorit der Ostfriesischen Inseln und ich empfand sie als einfach nur wunderbar. Sie ist nicht zu still, aber auch nicht zu rummelig. Es gibt einsame Ecken und familienvolle Strände. Langeoog macht dem Namen alle Ehre, denn es ist in der Tat eine lange Insel. Was ich nicht bedacht hatte, war, dass der Wind dreht und bei der Radtour ans Ostende am Abend gerne aus der Gegenrichtung kommt. Das ist wirklich anstrengend. Aber es lohnt sich, denn wie bei fast allen Ostfriesischen Inseln ist der Osten sagenhaft wild und fast unberührt. Was mich so an der Insel fasziniert hat? Die Radtour durch die Dünen, die kleine Fressbudenmeile zwischen Dorf und Strand mitten in den Dünen und die Vogelbeobachtungsplätze.

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Langeoog in Kürze: Es gibt eine Inselbahn. Der Inselort ist überschaubar und hübsch, genau richtig für Familien. Es gibt einen kleine Wald und im Osten und Westen eindrucksvolle Naturschutzgebiete. Superschöne Strände nahezu überall.

7. Spiekeroog: Die romantische

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Strandkörbe auf Spiekeroog.

Gibt es ein Lieblingsziel von alternativ lebenden Menschen, ich glaube, dann ist es Spiekeroog. Das liegt vielleicht an der gelebten Nachhaltigkeit auf der Insel. Den Menschen dort ist ein Fahrrad schon zu viel Verkehr und deswegen sind Fahrräder nicht gern gesehene Verkehrsmittel von Touristen auf der Insel. Warum auch Rad fahren, wenn man doch genausogut laufen kann? Spiekeroog hat etwas, was alle anderen Ostfriesischen Inseln nicht haben: einen Dorfkern, der etwa 250 Jahre alt ist. Bei den anderen Inseln wurden die Orte von Sturmfluten zerstört und immer wieder verlegt, nur Spiekeroog lässt erahnen, wie es einst auf den Inseln ausgesehen hat. Es gibt sie dort auch, die Cafés und Lädchen, aber irgendwie wirkt dort alles ein Stück weit ländlicher als auf den anderen Inseln, so wie aus einem Hochglanzlandmagazin entsprungen. Sie verfügt über kleine Wäldchen und die Dünen wirken fast wie Berge – Spiekeroog hat ein ganz eigenes Flair.

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Du möchtest mehr über Spiekeroog wissen? Hier findest du meinen Spiekeroog-Reiseführer.

Spiekeroog in Kürze: Ländliches Flair, klein Bullerbü. Vor allem mit Kindern sehr entschleunigt, aber auch sehr beliebt. Höhepunkt ist der Inselzeltplatz.

8. Wangerooge: Die Kleinste

Nordsee von oben, mit der Cessna über die Ostfriesischen Inseln fliegen, Rundflug von Harle aus
Im Norden Wangerooges wird Sand abgebaut, um den Strand im Süden zu vergrößern, dadurch entstehen große Löcher

Die kleinste Ostfriesische Insel ist Wangerooge und tatsächlich lässt sie sich leicht umrunden. Zumindest die Ostseite. Im Westen wird es schwieriger, aber dort ist es ebenso schön, denn dort steht der Westturm und die Landschaft ist wattseitig geprägt von Salzwiesen. Stark beeindruckt hat mich die Fahrt mit der Inselbahn durch die Salzwiesen. Von der Insel aus kann man bei guten Wetter Helgoland sehen, auf jeden Fall aber die großen Schiffe, die Wilhelmshaven ansteuern. Der Hauptstrand ist verglichen mit den anderen Inseln sehr schmal. Das liegt an den Sturmfluten, die sich dort immer wieder Küste zurückfordern. Von allen Inseln war mit Wangerooge diejenige, die mir am wenigsten gefallen hat. Hier schien mir die Zeit zu sehr in den 1970er und 1980er Jahren stehen geblieben zu sein. Das aber ist ein ganz persönlicher Eindruck, es gibt ja viele Wangerooge-Fans, die jetzt empört aufschreien. Einmalig aber ist die Bahnfahrt durch die Salzwiesen, allein deswegen lohnt sich schon der Ausflug nach Wangerooge. Und Wangerooge scheint eine sehr hundefreundliche Insel zu sein.

Wangerooge in Kürze: Sicht bis nach Helgoland, überschaubare kleine Insel. Echtes Highlight ist die Bahnfahrt durch die Salzwiesen.

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9. Welche Ostfriesischen Inseln sind autofrei?

Mit Juist, Baltrum, Langeoog, Spiekeroog und Wangeooge sind fünf von sieben Ostfriesischen Inseln komplett autofrei. Aber eigentlich ist es Quatsch, auf eine Ostfriesische Insel mit dem Auto zu fahren, sie sind so übersichtlich, dass sich alles gut zu Fuß oder per Fahrrad erledigen lässt. Busse verkehren auf den großen Inseln auch. Auf Borkum, Wangerooge und Langeoog fährt sogar eine Inselbahn.

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Lang ist der Weg zum Ostende per Rad

10. Die Eselsbrücke

Es ist nicht einfach, sich die Namen in der korrekten Reihenfolge der Inseln zu merken. Zum Glück gibt es eine Eselsbrücke zu den Ostfriesischen Inseln: Blaue Jungs niesen beim Leuchtturm stets westwärts. (Borkum-Juist-Norderney-Baltrum-Langeoog-Spiekeroog-Wangerooge). Es gibt noch eine andere Möglichkeit, sich die Ostfriesischen Inseln zu merken: Radio ffn hatte aufgerufen, eine neue Eselsbrücke zu kreieren und herausgekommen ist “Bei jeder Nordseeinsel buddeln lustige Seemänner Wattwürmer”.

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