Die Apfelernte geht bei mir früh los: Ich habe Augustäpfel und die Ernte ist in diesem Jahr wirklich reichlich ausgefallen und ging schon im Juli los. Doch was machen mit Augustäpfeln? Apfelmarmelade. Dafür sind sie perfekt! Natürlich geht auch jede andere Apfelsorte für diese Apfelmarmelade. Doch ich habe Augustäpfel genommen. Warum?
Augustäpfel verarbeiten
Augustäpfel sind säuerlich, leicht mehlig und nur kurz haltbar. Kaum sind sie reif, sind sie gefühlt auch schon wieder drüber. Deswegen habe ich mich in diesem Jahr entschlossen, eine Marmelade daraus zu kochen. Und ich muss sagen: Das Ergebnis hat mich total überrascht: Schmackhaft, fein und sie geliert super.
Apfelmarmelade aus Fallobst
Apfelmarmelade lässt sich einfach machen – aus Fallobst. Es ist sowieso ärgerlich, wenn die Äpfel vom Baum fallen und man sie nicht mehr einlagern kann, warum also nicht wie Oma früher, einen Wintervorrat im Glas anlegen? Zu beachten bei Marmelade aus Fallobst ist, dass die Äpfel genau untersucht werden müssen, braune Stellen rausgeschnitten werden und faule Äpfel sowieso zum Kompost wandern.
Apfelmarmelade – das schnelle Rezept
Zubereitungszeit: ca. 30 Minuten
Kochzeit: ca. 5 Minuten
Menge: ca. 12 Gläser
Zutaten
- 2,5 kg Äpfel, vorbereitet gewogen
- 500 g Gelierzucker 2:1 und 500 g Gelierzucker 3:1
- 1 Bio-Zitrone
- 1 TL Zimt
- 1/2 geriebene Tonkabohne (ersatzweise Tonkabohnenpaste oder 2 Pakete Tonkabohnenzucker)
So wird die Apfelmarmelade gemacht
1. Äpfel vorbereiten
Äpfel waschen, vierteln und die Kerngehäuse entfernen. Anschließend die Äpfel in kleine Würfel schneiden.
2. Äpfel zuckern
Die beiden Sorten Gelierzucker über die Apfelwürfel geben und alles gründlich miteinander vermischen. Die Äpfel mindestens 30 Minuten ziehen lassen. Dabei tritt bereits etwas Saft aus.
3. Zitrone dazugeben
Die Schale der Bio-Zitrone fein abreiben und zu den Äpfeln geben. Anschließend die Zitrone auspressen und den Saft ebenfalls unter die Apfel-Zucker-Mischung rühren.
4. Äpfel kochen
Die Apfelmasse erhitzen. Durch den bereits ausgetretenen Saft lässt sie sich jetzt gut aufkochen. Zimt und etwas geriebene Tonkabohne oder Tonkabohnenpaste dazugeben.
Die Äpfel unter Rühren kochen, bis sie weich sind und die Masse die gewünschte Konsistenz erreicht.
5. Gelierprobe machen
Jetzt kommt der wichtigste Moment: Einen kleinen Klecks der heißen Marmelade auf einen kalten Teller geben. Wenn die Masse beim Abkühlen nicht mehr verläuft, ist die Konsistenz richtig.
Sind die Äpfel noch zu stückig, kannst du die Marmelade noch etwas weiterkochen. Wenn du eine besonders feine Konsistenz möchtest, kannst du sie auch kurz mit dem Pürierstab bearbeiten.
6. Apfelmarmelade abfüllen
Die fertige, noch heiße Apfelmarmelade in sterilisierte Gläser füllen und sofort verschließen. Anschließend die Gläser beschriften.
Warum mische ich die beiden Gelierzuckerarten?
Man könnte auch die Marmelade mit dem Gelierzucker 3:1 zubereiten, doch ich brauche bei den sauren Äpfeln mehr Süße, deswegen mische ich die Gelierzuckerarten. Das kann man problemlos machen, man muss nur bei der Gelierprobe prüfen, ob man die richtige Menge Früchte hinzugefügt hat.
Welche Äpfel eignen sich für Apfelmarmelade?
Am besten eignen sich aromatische, leicht säuerliche Äpfel, die beim Kochen weich werden. Ich habe Augustäpfel genommen, aber auch Boskoop geht gut: kräftig, säuerlich und intensiv im Geschmack. Auch Cox Orange und Elstar passen sehr gut. Jonagold und Braeburn funktionieren ebenfalls, ergeben aber eine etwas mildere und süßere Marmelade.
Weniger geeignet sind sehr mehlige oder ausgesprochen süße Sorten, die wenig Säure und Aroma mitbringen. Dazu gehören zum Beispiel Gala, Golden Delicious oder Red Delicious. Auch Äpfel, die beim Kochen sehr langsam weich werden, sind für Marmelade nicht ideal. Grundsätzlich gilt aber: Verarbeiten kannst du fast jeden Apfel – entscheidend sind Geschmack und gewünschte Konsistenz.
Für Apfelmarmelade musst du keine perfekten Äpfel verwenden. Kleine Druckstellen lassen sich großzügig wegschneiden. Faulige oder schimmelige Stellen gehören dagegen nicht in den Topf.
Wozu schmeckt Apfelmarmelade?
Wir haben festgestellt: Sie passt wunderbar zu aromatischem Camembert, etwa aus der Normandie, die Normandie gilt ja auch als Apfelland.
Dennoch – Apfelmarmelade ist fast soetwas wie ein Allrounder. Sie macht sich gut zu:
- Brot und Brötchen
- zu Pfannkuchen
- im Joghurt
- zu Käse
- im Kuchen
- als Füllung für Plätzchen
- zu Ziegenkäse
Einfach ausprobieren. Sie wird schneller alle sein, als gewünscht!
Warum wird meine Apfelmarmelade nicht fest?
- Zu viel Flüssigkeit: Wenn zu viel Apfelsaft verwendet wurde, kann die Marmelade zu weich werden.
- Die Gelierprobe funktioniert nicht: Ein kleiner Löffel Marmelade auf einen kalten Teller – wenn sie nach kurzer Zeit nicht fest wird, muss die Masse noch etwas weiterkochen.
- Zu wenig Säure: Zitronensaft kann bei der Gelierung helfen. Geliert sie nicht, einfach etwas mehr Zitronensaft hinzufügen. Deswegen ist es gut, beim Marmeladekochen immer Zitronen im Haus zu haben
- Gelierzucker falsch dosiert: Bei 2:1 muss das Verhältnis von Frucht zu Zucker beachtet werden.
Apfelmarmelade mit Tonka und Zimt – so kommt Pepp in deine Marmelade
Ich liebe Zimt, deswegen ist immer ein Hauch Zimt in meiner Apfelmarmelade. Mit Tonka ergänzt er sich ideal und schmeckt nicht so weihnachtlich und hebt sogar den Apfelgeschmack noch hervor.
Es gibt aber auch Varianten der selbstgemachten Apfelmarmelade:
- Variante 1: Apfel pur: frisch, fruchtig, ideal zum Frühstück
- Variante 2: Apfel + Zimt: wärmer und herbstlicher
- Variante 3: Apfel + Vanille: milder und etwas eleganter
- Variante 4: Apfel + Rosmarin: Ein kleiner Zweig Rosmarin mitkochen und vor dem Abfüllen entfernen. Schmeckt ungewöhnlich, aber sehr lecker.
Wie lange ist selbst gemachte Apfelmarmelade haltbar?
Meine Apfelmarmelade hält sich rund ein Jahr. Das A und O sind saubere, sterilisierte Gläser. Sie garantieren, dass die Marmelade lange frisch bleibt. Zudem sollte sie so heiß wie möglich eingefüllt werden und sofort verschlossen werden. Wer sie kühl und dunkel lagert (Keller ist perfekt), der kann maximale Haltbarkeiten erzielen.
Angebrochene Gläser kommen natürlich wie immer, sofort in den Kühlschrank.
Apfelmarmelade ohne Gelierzucker – geht das?
Ja, Apfelmarmelade lässt sich auch ohne Gelierzucker zubereiten. Äpfel enthalten von Natur aus Pektin, einen pflanzlichen Stoff, der beim Kochen zusammen mit Zucker und Säure für die Gelierung sorgt. Besonders gut eignen sich dafür säuerliche, eher feste Äpfel wie Boskoop. Allerdings braucht die Marmelade ohne Gelierzucker deutlich länger, bis sie eindickt, und das Ergebnis ist weniger zuverlässig. Für eine schnelle und unkomplizierte Apfelmarmelade ist Gelierzucker deshalb die einfachere Variante.
Kann man Äpfel mit Schale für die Apfelmarmelade verwenden?
Ja, unbedingt. Zum einen stecken dort die ganzen Nährstoffe und zum anderen hebt es auch den Geschmack. Wenn sich die Schale nicht auflöst beim Kochen, einfach mit dem Pürierstab nachhelfen.
Apfelmarmelade verschenken
Ein Glas selbst gemachte Apfelmarmelade braucht eigentlich nicht viel Verpackung. Ein Stück Stoff, ein Etikett und ein schöner Name reichen.










