Teufelssprung im Deister

Pfad der Weisen, Teufelssprung Deister wandern Wennigser Mark.

Der Deister, der Höhenzug im Süden Hannovers, hat so einige mystische Geschichten zu erzählen. Eine davon ist die vom Teufelssprung. Eine Wanderung zu einem besonderen Stein.

1. Wanderung zum Teufelssprung

Teufelssprung Deister wandern Wennigser Mark.

Wenn die dicken Regentropfen von den Blättern tropfen und auf Steinen zerplatzen, wenn die Sonne die knallgrünen Buchenblätter so anleuchtet, dass man noch erkennt, wie durchscheinend sie eigentlich sind, wenn es überall nach Waldmeister und Bärlauch riecht, dann ist die beste Zeit für den Deister.

Teufelssprung Deister wandern Wennigser Mark.

Es gibt viel Magisches und Mystisches zu entdecken in den kleinen Bergen vor den Toren Hannovers, manchmal sind es vor allem Kleinigkeiten, die das genaue Hinschauen lohnen. Dazu gehört der Teufelssprung, den ich gesterm auf einer schönen Hunderunde besucht habe. Dabei habe ich auch noch etwas anderes gefunden: Den Pfad der Weisen. Er ist so versteckt, dass ihn noch nicht mal Google kennt. Doch lieber mal der Reihe nach.

Pfad der Weisen, Teufelssprung Deister wandern Wennigser Mark.

2. Auf dem Pfad der Weisen im Deister

Manche Orte sind in Natura besser zu finden als bei Google. Das finde ich irgendwie beruhigend, wenn man der Suchmaschine dann im realen Leben doch etwas voraus sein kann. So ist es etwa mit dem Pfad der Weisen im Deister. Ich hatte noch nie etwas davon gehört oder gelesen und offenbar hat Google dasselbe Problem. Ich habe ihn zufällig gefunden, als ich mit meiner Hündin vom Wanderparkplatz Wennigser Mark gen Georgsplatz gestartet bin.

Pfad der Weisen, Teufelssprung Deister wandern Wennigser Mark.

An einer Buche hatte ich im Vorbeigehen ein kleines Schildchen mit der Aufschrift “Pfad der Weisen” gesehen und nicht richtig ernst genommen. Es war sogar zu unscheinbar, um es zu fotografieren. Ich ging mit meiner Hündin weiter, denn wir waren auf der Suche nach dem Teufelssprung.

Pfad der Weisen, Teufelssprung Deister wandern Wennigser Mark.

Während sie anderen Hunden nachschnupperte, fiel mir ein Stein mit einer Spruchtafel auf, der sich an der Hinterseite eines Grundstückes befand. Ein Mann harkte dort Blätter zusammen und ich dachte: “Ach schön, wenn Menschen Literarisches als Denkanstoß an den Weg stellen.” Doch schon wenige Meter weiter bemerkte ich: Der philosophische Spruch war kein Zufall, sondern Teil eines Weges, der zum Nachdenken anregen soll.

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3. Sokrates, Einstein und Schiller

Es war tatsächlich ein Pfad der Weisen, denn hier am Rande des Deisters säumten mit Sprüchen von Sokrates, Einstein oder Schiller meinen Weg. Kaum hatte ich den einen zu Ende gelesen, folgte auch schon der nächste Spruch. Auch wenn ich Zitate sehr mag, muss ich sagen: Es sind etwas sehr viele auf sehr kurzer Distanz, es wäre besser gewesen, die Anordnung der Zitate etwas zu strecken, so dass man in Ruhe darüber nachdenken kann, bevor gleich das nächste kommt. So wird man etwas stakkatomäßig mit Denkanstößen zugeballert.

Ein Zitat aber hat mich total wütend gemacht, ich habe nicht verstanden, warum es ausgewählt wurde, denn ich finde es unmöglich: “Wenn du zum Weibe gehst, vergiss die Peitsche nicht”, soll Nietzsche einst gesagt haben. Ich finde, sowas sollte man nicht noch bestärken, indem man es unkommentiert einfach so aufstellt. Nietzsche hat sicherlich noch viele andere, schöne Sachen gesagt, das Zitat empfand ich als unpassend für diesen Weg.

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Ansonsten fand ich aber die Zitate gut, sie verkürzten mir die Strecke zum Georgsplatz und weiter durch den Wald zum Teufelssprung.

4. Bergbau im Deister

Teufelssprung Deister wandern Wennigser Mark.

Dabei durchquerten wir ein Bergbaugebiet, denn der Deister war im schon Ende des 16. Jahrhunderts ein Ort, an dem Kohle abgebaut wurde. Ich finde es beeindruckend, wieviele Stollen es tatsächlich in unserem gut 20 Kilometer langem Mittelgebirge gegeben hat. Auf dem Weg liegen einige verschüttete Stollen und bis 1955 war der Bergbau dort tatsächlich aktiv.

Teufelssprung Deister wandern Wennigser Mark.

Dann aber war die Kohle aus dem Ruhrgebiet qualitativ besser, leichter zu fördern und hatte eine bessere Infrastruktur. Geblieben ist dennoch viel vom Bergbau im Deister. Fast 100 Stollen hat dieses Wühlen in der Erde hinterlassen, ein Wanderweg führt sogar direkt von der Wennigser Mark über eine alte Kohlenstraße bis hin zum Kammweg. Auf diesem Weg befindet sich auch der Teufelssprung, ein Denkmal, das man allzuschnell übersehen kann, wenn man, wie ich, fasziniert auf die andere Seite des Weges schaut und den kleinen Talkessel dort erkundet.

Teufelssprung Deister wandern Wennigser Mark.

5. Die Sage um den Teufelssprung

Doch dann stehen wir plötzlich vor den drei Bäumen und an einem Baum weist ein Schild auf den Teufelssprung hin. Dieser Teufelssprung ist eng mit dem Bergbau verbunden. Die Geschichte soll sich im beginnenden 19. Jahrhundert abgespielt haben. Da die Bergleute nur im schwachen Lampenschein arbeiten konnten, haben sie merkwürdige Gestalten wahrgenommen. Ob es Schattenspiele waren oder was auch immer sei dahingestellt. Fest steht, dass die Bergleute ihre Schutzheilige Barbara um Hilfe baten, wenn sie ihre Arbeit verrichteten. Für sie war es außer Frage: Untertage im Deister lebte der Teufel.

Deister Teufelssprung

Es wurde immer schlimmer mit den merkwürdigen Vorfällen und so beschlossen die Bergleute eines Tages, den Teufel zu vertreiben, den sie auch für eingestürzte Stollen verantwortlich machten. Sie machten sich auf den Weg tiefer in die Unterwelt und trugen dabei ein Bildnis der Heiligen Barbara voran.

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Tatsächlich, so überliefert es die Sage, seien die Bergleute auf den Teufel gestoßen, der entsetzt in das Gesicht der Heiligen geblickt und spontan die Flucht ergriffen haben soll. Die Bergleute blieben ihm auf den Fersen, drohend und wild ihre Werkzeuge schwingend, doch der Leibhafige entkam. Er soll mit einem gewaltigen Sprung in Richtung Bad Münder geflohen sein und wurde nie mehr gesehen. Fortan konnten die Bergleute in Ruhe schürfen und der Teufel wurde nie wieder gesehen. Geblieben aber ist sein Fußabdruck auf dem Wealdensandstein: Ein Huf und ein etwas merkwürdig groß anmutender Fuß.

Teufelssprung Deister wandern Wennigser Mark.

Eine schöne Geschichte und ich finde den Stein auch sehr beeindruckend, obwohl ich glaube, dass er einfach von einem Bildhauer errichtet wurde als dass der Teufel persönlich dort seine Spuren hinterlassen hat. Aber wie dem auch sei, solche Geschichten sind immer spannend und davon gibt es einige im Deister. So gibt es dort auch die Teufelsbrücke oder die Teufelskammer mit der Alten Taufe. Und wer mehr nachlesen möchte: Die Gemeinde Wennigsen, zu der diese Ecke des Deisters gehört, schreibt zum Teufelssprung Folgendes.

Teufelssprung Deister wandern Wennigser Mark.

Nach so viel Erlebnis sind wir zurück gewandert, haben sogar einen kleinen Weg direkt am Bach durch das Schleifbachtal gefunden und waren schneller zurück am Auto als gedacht. Die Wanderung war etwa 4 km lang und eignet sich gut als Gassirunde mit Hund.

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2 Kommentare

  1. Der Pfad der Weisen ist ganz neu angelegt, darum findet man ihn bei Google wohl noch nicht. Ich habe auch schon versucht herauszufinden, wer ihn angelegt hat, leider vergeblich…

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