Kraftort Milos: Regenbogeninsel in der Ägäis

Milos, Kraftplatz, Kykladen, Griechenland

Delphi kennt man, die Meteori-Klöster als griechische Kraftorte und die Akropolis sowieso. Aber Milos? Die Kykladen-Insel ist eher als Rohstoffwunder bekannt. Dabei ist sie ein erstaunlicher Kraftort.

Milos, Kraftplatz, Kykladen, Griechenland

In den Bergen von Nychia auf Milos

Eigentlich wollte ich nur Urlaub machen, ausschlafen, schwimmen und ein Sonne genießen. Doch das klappt nicht. Irgendetwas ist anders auf Milos. Liegt es an diesem Berg neben unserem Haus, der geformt ist wie ein Zuckerhut, gekrönt mit einer weißen Kirche? Dieser Zuckerhut überragt die gesamte Ostseite der Insel und sieht irgendwie unwirklich aus. Ich schlafe ihm direkt im zu Füßen. Aber von Schlafen kann eigentlich nicht die Rede sein, ich bin wach wie nie im Urlaub, morgens pünktlich zum Sonnenaufgang und das völlig erfrischt und energiegeladen.

Milos, Kraftplatz, Kykladen, Griechenland

Der Berg von Plaka im Morgenlicht

Das ist speziell und so forsche ich nach Milos als Kraftort. Im Internet lässt sich wenig finden. Aber dafür häufen sich die Hinweise auf der Insel. Da ist zum Beispiel dieses große Obsidian-Vorkommen, auf dem wir quasi schlafen. Obsidian ist ein glasähnliches Gestein, das bei Vulkanausbrüchen entsteht, es ist schwarz und glänzt. Erstman nichts Unspektakuläres. Wenn er nicht als Heilstein so besonders wäre. Nach der alten Heilkunde soll er dort Blockaden lösen und die Lebensenergie anheben und in den Fluss bringen, Verborgenes meldet sich. Zudem soll er als Schutzstein gute Dienste leisten.

Milos, Kraftplatz, Kykladen, Griechenland

Obsidian glänz schwarz wie Glas

Wenn ein Stein schon solche Wirkung hat, wie wirkt denn erst eine ganze Insel voll mit diesen Seelenspiegeln, wie Obsidiane auch manchmal genannt werden? Die Menschen auf Milos haben sie schon in der Bronzezeit zu schätzen gewusst. Nicht wegen der Heilkräfte, sondern weil der Stein sich zu besonders scharfkantigen Messern verarbeiten ließ. Und heute liegt er unbeachtet fast überall herum, vor allem am Berg Nychia, an dem sich auch die alten Minen befanden, kann man gut Obsidian auf Milos finden.

Milos, Kraftplatz, Kykladen, Griechenland

Die wunderbare Höhle und ein Stück der Aussicht.

Die Landschaft dort ist sehr bizarr. Einerseits wächst das Gras orange-gelb in Herbstfarben, unterbrochen von duftendem Salbei, Anis und Thymian. Andererseits sind dort diese Felsen. Diese runden Gesteinsbrocken, die innen einfach hohl sind wie eine Kugel. faszinierend. Man könnte sich hier auch wie im Norden etwa in Irland oder in Schottland fühlen, wenn es nicht so warm wäre und die griechischen, weißen Häuser nicht an den Bergen in der Sonne leuchten würden. Ein unglaublich schöner Ort, an dem ich stundenlang sitzen könnte und an dem es eben diesen schwarzen Obsidian zuhauf gibt.

Milos, Kraftplatz, Kykladen, Griechenland

Die Mondlandschaft von Sarakiniko.

Nicht nur schwarz kann die Insel, sondern auch weiß. Darüber habe ich ja schon hier geschrieben. Sarakiniko ist aber nicht nur Mondlandschaft, sondern auch ein sehr spezieller Kraftort, weil hier alles so rein und klar und hell ist, die Badewanne fürs rituelle Bad gibt es gleich gratis dazu.

Auf der gegenüberliegenden Seite der Insel ist zudem ein weiterer Bodenschatz, der hier verbleiben anstatt zu Ringen und Ketten verarbeitet werden soll: Große Goldvorkommen befinden sich dort. Als Erkundungen zum Abbau stattfanden, haben sich die Einheimischen erfolgreich gewehrt und so sitzt die Insel bis heute auf einem großen Goldschatz. Da Gold in der spirituellen Welt auch für Bewusstsein steht, ist es also ein ganz besonderer Wert, den sich die Insualer erhalten haben. Bergbau wird auf Milos dennoch betrieben. Hier wird vor allem Betonit und Perlit abgebaut. Das sorgt für geringe Arbeitslosigkeit und vor allem Unabhängigkeit vom Tourismus, der auf Milos eher sanft ausgebaut wurde.

Milos, Kraftplatz, Kykladen, Griechenland

Felsbogen – typisch für Milos.

Milos, Kraftplatz, Kykladen, Griechenland

Strand von Tsigrado.

Übrigens liegt Milos wie ein Hufeisen in der Ägäis. Die Insel breitet schützend ihre beiden gebirgigen Arme um die riesige Bucht in ihrer Mitte aus. Eine Bucht, die aus einem oder mehreren eingestürzten Vulkankratern besteht und für eine einzigartige Form sorgt. Ein perfekter natürlicher Hafen, der das Gefühl von Geborgenheit, Schutz und letztendlich auch Umarmt-Sein gibt. Das alles macht Milos zu einem Kraftort, für mich jedenfalls.

Die bunten Häuser von Klima.

Die bunten Häuser von Klima sind typisch für Milos

Milos, Kraftplatz, Kykladen, Griechenland

Kirche nahe des antiken Theaters, dort wurde auch die Venus von Milo gefunden.

Am schönsten sind die Farben der Insel. Die Erde bietet auf Milos fast ihren gesamten Farbschatz auf: Von Schwarz über Braun und Rot bis hin zu Weiß. Das allein ist schon etwas Besonderes. Hinzu kommen die friedlichen Dörfer an der Küste, wie etwa Klima mit seinen bunten Häusern. Schon beim Betreten des Ortes fällt die Anspannung von mir ab. Ob es die Vulkane sind, auf denen die Insel steht, das türkisblaue Meer, der Obsidian, die liebevoll geführten kleinen Kirchen oder der weiße Mondlandschaftsstrand – Milos ist auf jeden Fall ein Platz, um sich mit Kraft aufzuladen.

Milos, Sarakiniko, Strand, Kykladen, Mondlandschaft

Es gibt auch gelbe Felsen

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Unglaublich, diese Formationen

11 Kommentare

  1. Pingback: Edelsteinsuche im Urlaub: Bernstein. Smaragd und Granat

    • Lieber Manni, ja, das stimmt, das sind die Milos-typischen Häuser, einstige Bootshäuser, man kann sie sogar als Appartement mieten. Das war mir aber zu einsam, denn sie liegen in ganz kleinen Fischerdörfern, außerdem sind es echt schmale, kleine Hüttchen. Liebe Grüße aus der Ägäis

  2. Liebe Andrea,

    ich danke Dir für diesen wunderschönen Beitrag.
    Deine Begeisterung mit dem “Kraftort Milos” teile ich sehr gerne mit Dir.
    Die kleinen, bunten Häuschen von Klima, sind einfach wunderschön,
    aber ungewöhnlich nahe am Wasser gebaut?

    Hab noch viele schöne Urlaubstage….

    LG Lilo

  3. Andrea Wagner

    Ein wunderbarer Ort und du beschreibst ihn super, am liebsten würde ich gleich ein paar Tage Urlaub nehmen und dort verbringen
    LG Andrea

  4. Eine wunderschöne Insel ist das, ein wahrlich zauberhafter Ort. Ich war noch nie in Griechenland, aber Deine Berichte und Fotos faszinieren mich immer mehr…
    LG
    Kassoq

  5. Pingback: Kap Sounion: Zu Gast im Poseidontempel vor Athen

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