Weimar mit Kindern: 11 Sehenswürdigkeiten, die wirklich Spaß machen

Weimar mit Kindern entdecken: Von Goethehaus und Anna-Amalia-Bibliothek über Bauhaus-Museum bis zu Spielpausen am Wasser im Ilmpark. Konkrete Tipps für Sehenswürdigkeiten, die Familien wirklich Spaß machen.
Weimar Kinderführung, Weimar mit Kindern
Inhalt

Weimar mit Kindern ist überraschend entspannt. Viele Sehenswürdigkeiten liegen nah beieinander, der Ilmpark bietet viel Platz zum Toben und in den Museen gibt es spezielle Kinderangebote und Audioguides. Goethe, Schiller und sogar das Bauhaus werden für Kinder greifbar. Diese 11 Tipps zeigen, welche Sehenswürdigkeiten in Weimar sich besonders gut mit Kindern erkunden lassen.

Für mich gehört sie zu den schönsten Städten Deutschlands: Weimar. Klar, dass ich sie auch meinen Kindern zeige. Also los, auf in das Abenteuer Goethe, Schiller und Bauhaus. 

Sehenswürdigkeiten in Weimar für Kinder

In Weimar kann man vieles mit Kindern machen, ein kurzer Überblick: 

  1. Radfahren durch den Ilmpark, entlang der historischen Gebäude
  2. Geschichte interaktiv erleben im Weimarhaus
  3. Goethes Gartenhaus durchschreiten
  4. In der Anna-Amalia-Bibliothek über alte Bücher staunen
  5. Im Mineralienladen in Weimar alles aus der Dinozeit finden
  6. Im Bauhaus-Museum Über Form und Farbe staunen
  7. Goethes Wohnhaus mit dem Audioguide erkunden
  8. Das Wittumspalais anschauen und sich sogar stilecht verkleiden
  9. In der Fürstengruft ein wenig gruseln
  10. Kinderstücke im Deutschen Nationaltheater anschauen

1. Ilmpark mit Kindern – Radfahren zwischen Römischem Haus und Ilm

Das macht so richtig Spaß: BMX-Rad ausgeliehen und los geht es. Der Ilmpark ist für kleine Kinder viel zu weitläufig, um ihn zu Fuß zu erkunden. Doch mit den Fahrrad als Familie durch Weimar zu streifen ist herrlich. Wir kommen nicht nur am Tempelherrenhaus und Römischen Haus vorbei, sondern fahren direkt entlang der Ilm bis mitten in die Stadt. Einen Bewegungsstau gibt das bestimmt nicht. Mehr Infos über Leihfahrräder in Weimar (auch für Kinder) gibt es hier: www.weimar.de

Weimar, Goethespasziergang, Goethes Gartenhaus
Die Postkartenansicht des Gartenhauses

2. Weimarhaus – die perfekte Einstimmung für Kinder

Bevor es in die Originalschauplätze von Goethe und Schiller geht, ist das Weimarhaus ein erstaunlich guter Einstieg. In mehreren Räumen läuft man durch die Geschichte der Stadt – mit Geräuschen, Kulissen, Figuren und Lichteffekten. Meine Kinder hatten sofort ein Bild im Kopf, wer hier eigentlich alles gelebt hat, lange bevor sie die echten Häuser gesehen haben. Nach diesem Rundgang waren Goethe und Schiller keine „alten Dichter“ mehr, sondern Personen mit Geschichte. Für Kinder ist das Weimarhaus ideal, um Weimar überhaupt erst zu verstehen. Der Eintritt ist zwar verhältnismäßig teuer, lohnt sich aber.

3. Goethes Gartenhaus mit Kindern entdecken

Ein Stuhl wie ein Pferderücken, alte Schriften, die niemand entziffern kann und eine ärmliche Küche – so haben sich die Kinder in Weimar aber nicht das Leben des berühmtesten deutschen Dichters vorgestellt. Beeindruckend ist dennoch, dass der Dichter draußen unter freiem Himmel geschlafen hat – so sagt es der Kinderaudioguide. Doch das Schönste am Gartenhaus sind die Kletterbäume im hinteren Teil des Gartens.

Weimar, Goethespasziergang, Goethes Gartenhaus
Skulptur im Park von Goethes Gartenhaus: der Stein des guten Glücks

4. Anna-Amalia-Bibliothek – perfekt mit Kinderaudioguide

Sie ist einfach Pflicht – die Herzogin Anna-Amalia-Bibliothek. Besonders witzig für Familien in Weimar sind die großen Schlosspuschen, in die alle schlüpfen müssen. Drinnen erzählt der Audioguide spannende Geschichten garniert mit launigen Liedern. Doch als wir herausgehen, ohne ein einziges Buch durchgeblättert zu haben, ist mein Sohn enttäuscht: „Ich wollte die Bücher doch lesen!“ Vielleicht erinnert er sich später dran. ich habe es genossen, wieder einmal da zu sein. Entschädigung für das entgangene Blättern in den Büchern bietet den Kindern die Ausstellung im Foyer des Museums: Dort ist der große Brand ausgiebig dokumentiert. Katastrophen sind immer beeindruckend für meine Kleinen. So bleibt Weimar mit Kindern spannend.

Weimar mit Kindern, Anna-Amalia-Bilbiothek
In großen Puschen: Anna-Amalia-Bibliothek

5. Mineralienladen in Weimar – Highlight für Kinder

Das absolute, wirklich nicht zu toppende Highlight für meine Kinder in Weimar ist Herrmann – die krabbelnde Kakerlake von Dagmar Gensel. Sie hat nicht nur eine Kakerlake, sondern auch noch ein ganz besonderes Geschäft: Den Mineralienladen in der Schillerstraße. Hier gibt es wirklich Erstaunliches aus aller Welt: Ausgestopfte Flughunde, floreszierende Steine, Riesenschneckengehäuse, getrocknete Früchte in witzigen Formen und aufgepikste Schmetterlinge. Doch das Beste am Laden ist die Besitzerin, die lustige Geschichten erzählt – unbedingt hingehen!

Tipp: Viele Kinder sind Dino-Fans. Vor allem für sie sind die ganzen Fossilien und Versteinerungen spannend. 

Weimar Kinderführung, Weimar mit Kindern
Herrmann im Mineralienladen in Weimar

6. Bauhaus-Museum – Formen, Farben und Dinge zum Staunen

Überraschend gut funktioniert mit Kindern auch das Bauhaus-Museum. Klare Formen, bunte Objekte, ungewöhnliche Möbel und Designstücke sprechen Kinder direkter an als viele klassische Museen. Besonders die Wiege von Peter Keler und die Wagenfeld-Leuchte bleiben im Kopf. Hier geht es nicht um lange Texte an Wänden, sondern um Dinge, die sofort ins Auge fallen. Nach all den Dichtern tut dieser Perspektivwechsel gut – und zeigt, dass Weimar mehr kann als Klassik.

7. Rucksack der Klassikstiftung für Kinder

Kinderstadtführungen finde ich überflüssig und langweilig – aber hier hat sich die Klassik-Stiftung in Weimar etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Es gibt Rucksäcke zum Ausleihen. Wir nehmen den „Unterwegs mit Freiherr von Stein“ und haben den Hauptgewinn gezogen: Eine Frisbeescheibe für den Ilmpark, Springseil und Murmeln sorgen für Spielideen, eine kleine Dose wird sofort als Schatztruhe umfunktioniert – klar dass da auch die wunderschönen Blätter des Goethe-Gingkobaums gegenüber der Anna-Amalia-Bibliothek hineingelegt werden müssen.

8. Fürstengruft auf dem Historischen Friedhof – plötzlich ganz still

Ein Ort, der Kinder unerwartet beeindruckt, ist die Fürstengruft auf dem Historischen Friedhof. Die schweren Sarkophage von Goethe und Schiller stehen dort in einem halbdunklen Raum, kühl und still. Es ist einer dieser Momente, in denen Kinder automatisch leiser werden. Draußen auf dem Friedhof kann man danach wieder frei herumlaufen. Ein kurzer Besuch, der lange nachwirkt.

9. Spielpausen am Wasser einplanen

Nach so viel Museum und Geschichte brauchen Kinder vor allem eines: Wasser. Zum Glück liegt im Ilmpark mit dem Ochsenauge eine der beiden Quellen, an denen man herrlich die Füße ins eiskalte Wasser halten kann. Während ich noch vorsichtig teste, stehen die Kinder längst knöcheltief drin, balancieren am Rand entlang und entdecken sogar den steinernen Sphinxkopf daneben. Später in der Stadt wiederholt sich das Spiel am Brunnen vor dem Goethehaus: Hier wird geplanscht, die kleine Hundetränke am Fuß des Brunnens untersucht und einfach mal nichts „besichtigt“. Genau diese Stopps machen Weimar mit Kindern entspannt.

10. Goethes Wohnhaus mit Kinderaudioguide

Das finden die Kinder unglaublich – dass ein Mitte 20-Jähriger ein derart großes Haus geschenkt bekommen hat. So erzählt es der Kinderaudioguide der Klassikstiftung. Die Kinder flitzen über die knarrenden Dielen durch die Räume und staunen über die vielen Dinge, die Goethe gesammelt hat. Fast ehrfurchtsvoll werden sie, als sie seinen Sterbesessel sehen. Schnell in den Garten, bevor hier womöglich noch ein Geist auftaucht.

Weimar, Goethespasziergang, Goethehaus

11. Einfach treiben lassen

Überall gibt es geheimnisvolle Gassen zu entdecken in der Stadt. Mit wunderbaren Läden oder kleinen Cafés. Und dann auf jeden Fall nicht verpassen mit den Kindern: Den Spielplatz am Poseckschen Haus (Museum für Ur- und Frühgeschichte). Direkt vor dem Museum liegt ein schöner Parkspielplatz. Das ist Gold wert für Familien und wird fast nirgends erwähnt.

Wer mehr wissen will über Weimar, der kann weitere Tipps von mir im Merian Momente-Band Weimar-Erfurt finden. Oder surft hierher, da beschreibe ich ein Winterwochenende in Weimar mit der Familiedort findet ihr vor allem Tipps für Restaurants und zum Übernachten mit der Familie.

Mein Fazit:

Weimar ist ideal für Familien. Die Stadt kann man gut zu Fuß erkunden, am besten noch per Rad. Es gibt große Grünflächen zum Toben und für den Bewegungsdrang und ganz viele Museen für den Wissensdrang.

Besonderer Tipp: Die meisten Museen in Weimar werden von der Klassik Stiftung betrieben – und sind für Kinder unter 16 Jahren kostenlos!

Du möchtest mehr lesen? Hier findest du meine aktuellen Beiträge.

11 Antworten

  1. Hallo, wir wollen ab 20.8. 2017 mit unseren 3 Enkeln 10.12 und 14 Jahre für 4 Tage nach Weimar fahren. Wir haben eine Wohnung in der Fuldaerstr. 85. Ist in der Nähe ein Schwimmbad. Gibt es in Weimar eine Gaststätte mit glutenfreiem Angebot (Pommes. Pizza) ? Die Tipps hören sich gut an. Besteht die Möglichkeit mit einem Einheimischen Weimar zu erkunden? Für Anregungen bin ich dankbar, Ulrike

  2. Liebe Ulrike,
    schön, dich hier zu lesen. Für das Alter der Kinder ist Weimar fantastisch. Ich würde empfehlen, ein Fahrräder auszuleihen, dann kann man dem Bewegungsdrang immer im Ilmpark nachgehen. Das fanden wir ganz toll. Das Schwimmbad Schwanseebad ist direkt an der Fuldaer Str – passt also richtig gut. Glutenfrei essen? Weimar ist eine sehr moderne Stadt, vor allem das Gastroangebot, da müssten Sie einfach mal schauen, eventuell in der Suppenbar Estragon, aber wie gesagt, es gibt da ganz viele tolle Angebote, da bin ich sehr optimistisch. Ich wünsche eine wunderbare Zeit in dieser schönen Stadt. Viele Grüße

Wer schreibt hier?

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