Tipps für Büsum zwischen Retro und Trend

Tipps für Büsum, Nordseestadt zwischen Krabbenkuttern, Hafen, Familienbucht und Leuchtturm

Büsum? Das sind Krabben, Kurgäste und Deich, oder? Dachte ich immer – bis ich im Sommer dort war und lernte, dass die kleine Nordseestadt viele Geheimnisse hat.

#Essen gehen? Ja, in Kolles Muschelsaal

Man muss ihn nicht mögen, aber er ist Kult. So ist es mit vielen Kultplätzen, da fragt man sich (oder besser ich mich) oftmals, was genau nun hieran so besonders sein soll. Als mir mein Gastgeber von “Kolles Altem Muschelsaaal” vorschwärmte, “Da musst du unbedingt hin, da gibt es super Essen und das Ambiente ist eine echte Zeitreise.” Klang schon so nach 1960er Jahre: Kolles Muschelsaal. Na dann.

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Stilecht – die Dekoration

Marcus Jessen sollte Recht behalten, es war eine Zeitrreise, denn das Restaurant entstand vor 100 Jahren – und das Interieur ist bis heute so geblieben. Die Räume sind über und über mit Muscheln verziert, weil der erste Besitzer dieses Hauses, ein Malermeister, 1914 auf die Idee kam, das Haus mit Muscheln zu verzieren, die die Schiffe am Hamburger Hafen als Zuladung mitgebracht hatten, wenn die Fracht den Laderaum nicht ganz füllte. Und an dieser Einrichtung hat sich bis heute nichts geändert, samt der Gallionsfigur, die hier an den Wänden hängt. Obwohl das Restaurant später in die Hände der Familie Kolle gelangte, hat man eines nicht verändert: Die feine Fischküche, auf die Kolle spezialisiert ist. Ich aber bestelle vegetarische Kohlroulade (ich bin schließlich in Dithmarschen und es ist Kohlzeit) und Süßkartoffelpommes, beides auch sehr gut. Doch ich glaube, wer zu Kolles geht, sollte Fisch essen. Während ich dort so meine Pommes nasche, muss ich an das Hansatheater in Hamburg denken, das mit Schwarzbrot und Filterkaffee auf der Karte einen ganz ähnlichen Charme versprüht. Irgendwie muss man sie auch lassen, diese Orte der Vergangenheit und kann nicht alle immer neu machen. Auch das ist ein Stück Nachhaltigkeit.

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Ein Blick in den Saal

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Die Galionsfigur im Muschelsaal.

 

#Romantik an Büsums Hafen

Genug philospophiert, auf geht es, nach Büsum City. Vorbei am wunderschönen Fischerhafen mit den Krabbenkuttern und den Schiffen, die nach Helgoland auslaufen. Direkt am Hafen steht ein großer Häuserklotz in bester Lage, gegenüber ist schließlich das Hallenbad. Was heute nach verlassener, liebloser Bauruine aussieht, wird in den nächsten Monaten Großbaustelle, denn hier verändert Büsum sein Gesicht. Dort baut Jens Sroka, Inhaber der Beach-Motels ein neues Hotel, das Lighthouse, das sicherlich, wie alles was der quirlige Hotelier anfasst, ein neuer Treffpunkt der Szene wird. Doch vorher schläft Büsum noch eine Art Dornröschenschlaf.

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Bald Baustelle: Hier entsteht das Lighthouse.

Etwa auf der Bummelmeile Alleestraße zeigt sich eine wunderbare Mischung als Einzelhandel, wie er in den 1970er und 1980er Jahren geherrscht hat und witzigen, neuen Ideen. Dort verkaufen kleine Läden Damenblusen, Lederwesten und Handtaschen und daneben aber so Lichtblicke wie dänische Eisläden oder das Fruchtgrummi-Geschäft Nordseebär, das Zucker satt liefert in Form von Gummibärchen. Einige mit ungewöhnlichen Fruchtsäften wie etwa Gurke oder Melone, andere in typischer Büsum-Form etwa als Krabben, Fischbrötchen oder Wattwürmer. Eine schöne Geschenkidee, auch wenn die Bärchen nur im Norden verkauft werden, denn die Produktion sitzt nahe des Schwarzwaldes in Herbolzheim.

#Bummeln in Büsum – Bärchen und Teller

Richtig echt aber ist das Porzellan, was Besucher in Büsum bemalen können. Pinselwerk heißt das kleine Café nahe des Kaiser-Wilhelm-Platzes. Hier können kleine wie große Büsum-Besucher sich ihre eigenen Tassen oder Teller bemalen, alles, was eben Porzellan ist. Formen und Schablonen gibt es ebenso vor Ort wie die Hilfestellung und wer mutig ist, probiert es eben ganz allein aus. Eine schöne Idee auch bei schlechtem Wetter. Aber ich schweife eigentlich vom Thema ab. An die Alleestraße schließt sich die Friedrichstraße an, Büsums Nachtmeile, eine Straße, wie sich in einer typischen deutschen Kleinstadt im Sommer eben ist: Menschen sitzen draußen beim Bier unter unterhalten sich über Fußball.

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Grünstrand im Abendlicht.

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Die Bausünde Hochhaus

Weder das eine noch das andere ist mein Fall und hier gibt es auch nirgendwo Meerblick, also gehe ich ein Stück den Deich entlang und schaue der Nordsee zu, wie das Wasser langsam wieder das Watt flutet. Faszinierend jeden Tag aufs Neue. Doch leider hat Büsum keinen richtigen Sandstrand – denke ich, als ich die vielen Strandkörbe auf dem Rasen des Deichs sehe. Hat es eben doch – die Perlebucht, eine künstlich erschaffene Lagune mit Buddelsand, in dem die Kinder spielen und die Größeren sich im Windsurfen üben können.

#Auf zur Familienbucht

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Die Perlebucht

Dahinter haben sich ganz moderne Hotels angesiedelt. “Ja, unser Zentrum hat sich ganz schön verlagert in den letzten Jahren”, sagt auch Jess-amMeer-Hotelier Marcus Jessen. Er ist ja eher ein Szenemensch, der es gerne hip, licht und modern hat. Doch er ist sicher, dass er in Büsum an der richtigen Stelle ist: “Die Stadt verändert gerade ihr Gesicht und macht eine Verjüngungskur. Das kann nur gut werden.”

Es ist jetzt schon zu erahnen, dass die Stadt mehr kann als nur Krabben, Deich und Kurgäste. Aber ein wenig mehr Ideen könnten ihr auch nicht schaden.

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Möwe im Abendlicht

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Die alten Kutter im Hafen

#Tipps für Büsum:

Porzellan bemalen: Bei Schietwetter kann man selbst Tassen und Teller bemalen im Pinselwerk in Büsum: chmiedestraße 5, 25761 Büsum, www.pinselwerk.com/büsum

Wattwandern mit Musik: Es ist kult: Mit Rumstata-Kapelle durch das Watt zu wandern und über die einheimische Tier- und Pflanzenwelt viel zu erfahren. Das Wattwandern mit Musik findet seit  1900 statt und ist schon Kult.  Für rund eineinhalb Stunden geben die Musiker dabei den Takt an. Mehr Infos dazu und Termine unter www.buesum.de

Entdeckerwelt Phänomania: Phänomene und Sinne – das ist ein Museum, das einfach nur Spaß macht, ideal bei Schlechtwetter. Auf einer Fläche von 6000 Quadratmetern warten mehr als 200 verschiedene Experimentierstationen für Jung und Alt. Dr.-Martin-Bahr-Str. 7, Tel. 04834/965517, www.phaenomania-buesum.de

10 Kommentare

  1. Wir lieben Büsum. Dort passt einfach alles und man fühlt sich sofort wohl. Egal zu welcher Jahreszeit und welches Wetter gerade ist, in Büsum wird einem nicht so schnell langweilig. Wir war schon öfter dort und haben bisher nie schlechte Erfahrungen gemacht. Selbst im Winter und bei Sturmflut ist es ein Erlebnis. Auch wenn man bei sehr stürmischem Wetter am Deich entlangspaziert und die Naturgewalten direkt miterlebt und danach gemütlich bei einer Tasse heißer Schokolade, Kaffee oder Tee im Café aufwärmen =^_^=

    • Oh, da freu ich mich, ein Büsum-Fan! Bei Sturmflut ist es sicher noch mal besonders toll, oder? Da allerdings lockt mich auch die Hallig, muss ich ja gestehen. Danke dir fürs ausführliche Feedback, freu mich immer drüber! Und ja, Tee ist immer gut an der Nordsee

  2. wir waren früher mit unseren Kindern auf Reha in Büsum, wunderschöne Zeit, dann hat es lange Zeit gedauert das wir es wieder geschafft hatten. dort nach dem Rechten sehn und es war immer noch so schön dort…das letze Mal waren wir, mein Mann und ich vor 13 Jahren dort…wir waren damals auf dem Camping- Platz “Zur Perle”, vielleicht kennt es noch jemand…
    mfg maira

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