Südafrika: Safari mit Kindern am Pilanesberg

Safari mit KIndern im südafrikanischen Reservat Pilanesberg: Mit Kindern ideal und man sieht oft alle Big 5Elefanten gucken von der Lodge aus

Wilde Tiere sehen, auf Safari gehen – dafür bietet sich Südafrika an. Wir haben es ausprobiert – im Drei-Generationen-Urlaub.

#Drei Generationen im Urlaub – Südafrika für die Familie

Die Sonne senkt sich und färbt das Gras der Savanne so, wie sie es nur in Afrika kann. Goldgelb, strahlend und voller Wärme. Die Strahlen verfangen sich darin und bringen sie noch einmal kurz zum Glänzen. Und die Erde darunter erscheint als wäre sie weinrot. Hinter den goldenen Grasbüscheln heben sich Hügel als der Landschaft und der Blick reicht weit, bis die Hänge im Dunst verschwinden. Noch während der Blick schweift, knackt es entfernt im Gebüsch. Und dann steht er auf einmal da. Weit weg und doch nah genug, dass wir seine Bewegungen verfolgen können. Ein Elefant.

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Er pirscht sich ran

Er kommt ans Wasserloch. Senkt seinen Rüssel zum Trinken, ganz langsam und gemächlich. Er hat alle Zeit der Welt und muss sich vor niemandem fürchten. Und dann geschieht das Unglaubliche: Er kommt näher. In unsere Richtung. Das Wasserloch ist unserer Lodge vorgelagert. Wir sind am Pilanesberg in Südafrika. Gestern nachmittag waren wir noch zuhause. Heute sind wir in Südafrika, ein unfassbares Gefühl.

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Dieser weite Blick, direkt vom Gelände der Bakubung-Lodge.

Nicht nur ich komme mir vor wie in etwas Surrealem. Ich sehe es in den Augen der Kinder, dass sie immer noch nicht so ganz fassen können, wo sie nun eigentlich gelandet sind. Im entrückten Glanz ihrer Iris finde ich mein Staunen und mein Nicht-Begreifenkönnen wieder. Doch weder meine zehnjährige Tochter noch mein zwölfjähriger Sohn haben Blicke für mich, sondern nur für ihn. Der Elefant kommt näher. So nah, dass wir fast nur noch die Hand ausstrecken müssten, um ihn zu streicheln.

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Diese Weite.

Ein dicker Elektrozaun sorgt glücklicherweise dafür, dass wir diesen Gedanken nicht in die Tat umsetzen. Der Zaun ist um unsere Lodge gezogen. “Hier sind wir eingezäunt und die Tiere laufen frei herum”, bringt meine Tochter meine Gedanken auf den Punkt. Es würde mich nicht wundern, wenn der Elefant gleich seinen Rüssel heben und uns entgegenstrecken würde. Doch er findet einen Schlauch, spielt damit ausgiebig und zieht von dannen. Da also sind wir. Kaum sechs Stunden in Afrika und schon den Elefanten so nahe. Ein Traum ist wahr geworden.

#Pilanesberg: Lodge mit Elefantenblick und Affenkino

Ich hatte ihn offenbar nicht allein geträumt. Seit meiner Kenia- und Tansania-Reise vor vielen Jahren hatte ich mir vorgenommen, einmal mit meinen Kindern nach Afrika zu fahren, wenn sie alt genug sind. Das sollten sie einmal erleben, diese Natur, diese Weite, die wilden Tiere. Und vor allem diese Menschen in ihrer so ganz speziellen Art. Es war meine erste Reise, bei der mir damals klar wurde, wie verletztbar unsere Erde ist und wie groß die Wunder sind, die wir in ihr finden, nicht nur Landschaft und Tiere, auch die Warmherzigkeit der Menschen.

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Bienenfresser

Offenbar hatte mein Vater ähnliche Assoziationen mit Afrika, denn er war es, der diesen Traum möglich gemacht hat. Er war es, der unbedingt mit seinen Enkelkindern nach Südafrika fliegen wollte, um ihnen dieses Land und diesen Kontinent zu zeigen und sie auf die erste Fernreise ihres Lebens mitzunehmen. Und er war es letztendlich auch, der die Reise geplant und ausgearbeitet hatte, unseren Drei-Generationen-Urlaub. Und ja, das sind die Momente, in denen ich finde, dass sie es wert sind, zu fliegen, unseren ökologischen Fußabdruck zu versauen, denn es ist wohl überlegt und etwas sehr Besonderes. Luxus eben, der Fliegen in vielerlei Hinsicht ist.

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Meine Familie auf dem Bordwalk

Zweieinhalb Stunden habe ich die Familie durch den Norden von Johannesburg gefahren, um endlich hier zu sein. Vorbei an Sun-City, von dem ich hoffte, dass mein Vater nicht auf die Idee käme, in diese Vergnügungsstadt zu fahren (kam er auch nicht.) Hin zum Pilanesberg, zur Lodge mit dem schön afrikanischen Namen Bakubung. Es ist ein Tipp meines Vaters – und ein guter dazu, denn die Lodge ist schön und vor allem nicht so teuer wie andere ihrer Art. Das erste Tier, das wir erspähen, ist ein Kapuzineräffchen. Er begrüßt uns schon auf dem Parkplatz, wo es etwas nascht und schnell weghuscht. Die Kinder sind hingerissen von dieser flauschigen Gestalt mit den schlacksigen, langen Armen und Beinen. Für meine Tochter ist sofort klar: “Ich kaufe mir ein Kapuzineräffchen-Kuscheltier.”

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Blick aus dem Bus

Das hatte sie in der nächsten Minute schon wieder vergessen, als sie sieht, wie wir wohnen. Direkt hinter unserer Terrasse beginnt der Nationalpark. Die Warzenschweine kommen jeden Abend bis an den Zaun und hoppeln futtersuchend durch das Gras. Morgens leuchtet der rot angestrahlte Himmel in unser Zimmer. Afrika wie aus dem Bilderbuch und ein Platz, von dem man eigentlich nicht mehr weg möchte. Auch wenn der Swimmingpool zu kalt ist, denn es ist Winter in Südafrika. Aber so ist das eben in unseren Sommerferien.

#Game Drive in Pilanesberg

Die Kälte spüren wir vor allem morgens auf unserer ersten Safari. Game Drive, wie der Fachmann sagt. Zuvor rumpeln um halb sieben schon die Türen der benachbarten Zimmer und die Menschen sitzen später mit dicken Pullis beim Frühstück, denn zum Sonnenaufgang startet die erste Tour ins Reservat. Mein Sohn hatte gemeint, so ein Game Drive sei wie im Safari-Park Hodenhagen: Man fährt rein, sieht Löwen rumliegen, Elefanten und Giraffen dekorativ im Gelände stehen und fährt wieder raus. Dass es gar nicht so einfach ist, die Tiere zu finden, hatte er nicht erwartet. Vor allem nicht, dass es im schlimmsten Falle auch sein kann, dass wir erst gar kein Tier sehen. Da wird sein Gesicht plötzlich lang, als Walter, unser Guide, uns das erzählt. Natur eben. Unberechenbar. Unplanbar.

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So muss Afrika sein

Wir steigen in den offenen Safari-Bus, nur zwei Norweger sind noch mit uns auf Tour. Immer wieder erinnert mich so eine Safari an Großwildjagd, nur dass die Jäger heute mit Kameras bewaffnet sind anstatt mit Gewehren. Los gehts. Im Park ist das Gras an vielen Stellen verkohlt. “Das machen wir zum einen, weil das frische Grün dann besser wächst. Zum anderen aber auch, damit Touristen wie wir die Tiere besser sehen.” Safaris sind in Afrika eben auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Man mag es mögen oder ablehnen, Fakt ist aber, dass dadurch nicht nur die Tiere wieder besser geschützt sind, sondern sich auch langsam ein Bewusstsein in der Bevölkerung etabliert, dass die Tiere lebend im Park vielleicht doch wertvoller sein könnten als wenn man Stücke wie Elfenbein oder Nashornhorn verkauft, um kurzfristigen Reichtum zu erlangen.

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Diese Farben kann nur Afrika.

Wir erfahren, dass der Park einst in der Hand der Bantu Stämme war, 1979 aber zum Naturschutzgebiet umgewandelt wurde. In der wohl größtem Umsiedelungsaktion der Welt wurden mehr als 7000 Elefanten, Löwen, Geparden und andere Tiere wie Vögel, aber auch Reptilien, aus anderen Parks zum Pilanesberg gebracht, um dort eine neue Heimat zu finden. Eine, in der es einst selbstverständlich war, dass sie dort lebten. Bis sie eben vertrieben und ausgerottet wurden. Nun sind sie wieder dort. Zum Glück.

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Abends laufem die Tiere über die Straße.

#Auf Pirsch zu Giraffen und Nashörnern

Ein Gnu steht fressend am Wegesrand. Wenige Minuten später sind wir am Kubu-Damm, einem kleinen See, dessen Bäume am Ufer surreal aussehen. In den Ästen hocken Ibisse, teilweise brüten sie auch. Und auf der anderen Seite des Ufers sonnen sich Nilpferde. Rhinos, wie meine Tochter lernt. Und sie lernt gleich dazu, dass sie die gefährlichsten Tiere Afrikas sind, weil sie, wenn sie etwa ihre Kleinen beschützen, gnadenlos ihr Körpergewicht und ihre Kraft einsetzen, um sie zu verteidigen.

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Ruhende Hippos

Walter ist per Funk mit seinen anderen Guide-Kollegen verbunden und fragt entgegenkommende Autos immer mal, was sie gesehen haben. Wir hüllen uns in Decken, es ist kalt, und genießen den Blick in die weite Landschaft, das sonnengebleichte Gras und die terrakottarote Erde. Allein das könnte ich mir stundenlang ansehen. Da bewegt sich plötzlich etwas im Busch. Warzenschweine (Warthog). Einige Meter weiter im Gras kaum sichtbar liegen Große Kudus, eine afrikanische Antilopenart. Sie bleiben alle schön dicht beieinander, grasen und bewegen die Ohren, weil sie horchen, ob Feinde kommen.

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Kudus

Wir fahren einen Hügel hoch mit verbrannter Erde, auf einmal sehen wir es: Ein Nashorn mit seinem Baby. Das sind Begegnungen, an denen ich Stunden schauen könnte, einfach nur den Tieren zuschauen und genießen. Das tun wir für einen langen Moment, doch dann will Walter weiter. Die Kinder sind beeindruckt. Nicht nur vom Sehen, auch von den Geräuschen, das Knirschen unter den Füßen der Tiere. Meine Tochter erzählt fleißig mit ihrem Großvater, während mein Sohn und ich schweigend die Landschaft genießen. Doch beide Kinder sind sich in einem einig: “Wir wollen unbedingt Giraffen sehen!” Nicht Elefant, nicht Nashorn oder Löwe, nein Giraffen sind die Tiere, die die Kinder am meisten interessieren. Doch nicht lange.

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Zebras zeigen sich gern von hinten.

Zebras sind die nächsten, die unseren Weg kreuzen. Pralle Zebrahintern, eine kleine Herde, die gemütlich grast. Wir fahren einen Hügel hinab und plötzlich steht sie da. Rechts von uns. Eine kleine Herde Giraffen, so nah, dass ich fast das Fotografieren vergesse. Sowieso weiß ich nicht, was besser ist: Sie mir als Bilder für mein Gedächtnis einprägen, ganz im Jetzt sein oder Klick, Klick mit dem Fotoapparat machen. Bei den Kindern sehe ich, dass sie teilweise vor Staunen vergessen, Bilder zu machen. Ich kann natürlich doch nicht anders und drücke auf den Auslöser. Und freu mich jetzt, dass ich diese schönen Momente festgehalten habe.

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Die ersten Giraffen in freier Wildbahn.

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Diese Giraffe streckt sich, um das Futter besser durch die Speiseröhre rutschen zu lassen.

#Die Big Five und die Leoparden

Elefanten sehen wir leider keine. Aber mein Sohn lernt von Walter, dass es die Big Five gibt. Und schon ist sein Sammeltrieb erwacht: “Die möchte ich alle sehen, welche haben wir denn schon?” Das Nashorn haben wir schon. Der Elefant zählt nicht. Während wir reden, fährt Walter schon wieder gen Ausgang zu. Da sehe ich im Gebüsch eine große Katze. “Stopp”, rufe ich, “a big cat.”

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Unser Leopard

Nur mein Sohn hatte sie noch im Blick, wusste aber nicht, dass er rufen durfte. Walter wird unruhig, setzt zurück und wir sehen einen Leoparden. Perfekt getarnt zwischen den Büschen.  Er ist ziemlich nah, trabt aber schnell davon, als er bemerkt, dass wir ihn beobachten. Wir sind die einzigen, die ihn sehen und schauen ihm zu, wie er den Berg hochzieht und sich später in Bilderbuchpose auf einen Felsen setzt. Der junge Norweger, der mit uns im Bus sitzt, schaut mich an und ruft mir im Überschwang zu: “I love you.” Kaum hält unser Bus an, bleiben mehr und mehr Autos stehen und versuchen, einen Blick zu erhaschen. Doch so nah wie eben kommt er nicht mehr. Nach einer ganzen Zeit fährt Walter weiter, endlich zum Ausgang.

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Der Wüstenluchs

Doch da passiert es wieder. Ich sehe eine große Katze, dieses Mal auf der linken Seite im Gebüsch und rufe erneut: “Stop, a cat.” Die Norweger raunen. Walter stoppt dieses Mal gleich, die Norweger halten die Kameras parat und auch meine Familie macht lange Hälse. Walter zischt erstaunt: “Das ist ein Wüstenluchs, den sieht man extrem selten hier im Park. Ich habe ihn noch nie gesehen.” Wir sind wieder ganz allein, der Luchs schreitet stolz auf unser Auto zu, überquert vor uns die Straße und geht noch ein gutes Stück auf dem Asphalt, bevor er im Gebüsch verschwindet. Was für ein Morgen!

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zeigt sich noch mal, bevor er verschwindet.

Wir machen noch zwei weitere Game Drives, sehen eine Löwin und Geparden. Und nocheinmal rufe ich “a cat”, weil ich einen Geparden im Gras gesehen habe. Mein Vater schüttelt den Kopf: “Wie hast du den denn gesehen?” weil man den fast gar nicht sehen kann. An umzäunten Aussichtsstationen sehen wir von unserem Schutzhäuschen aus Nilpferde in der Sonne dösen und beobachten Krokodile beim Sonnenbad, Löffler und Reiher. Unmengen an Antilopen und Kudus, ebenso wie wir eine ganze Nashornherde sehen. So viele Tiere. Momente, die wir nie vergessen.

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Ein Krokodil

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Weiblicher Löwe: Sie sieht aus, als würde sie von innen leuchten.

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Trappe läuft über den Weg

Dann versuchen wir es selbst und fahren mit unserem Leihwagen durch den Park. Ich fahre. Und merke sofort den Unterschied, als wir den ersten Bus treffen, der parkt und in dem die Insassen kräftig Fotos schießen: Wir sitzen einfach zu tief und können die Tiere gar nicht richtig sehen. Im Bus hat man einen viel besseren Überblick über das Geschehen. Macht nichts, wir genießen Zebras und Kudus und fahren zum Aussichtspunkt auf dem Berg. Da sehe ich ein Huschen im Gebüsch. Ein Leopard. Ganz nah im Gras, er quert die Straße und verschwindet irgendwo auf der Fläche. Ein Anblick, der mir immer im Gedächtnis bleiben wird. “Und Mama hat ihn wieder mal gesehen”, sagt meine Familie. Meine Kindern nennen mich von nun an Catwoman.

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Yeah, was für ein Blick.

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Blick in die Landschaft des Pilanesbergparks

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Na, wo ist der Leopard? Unser Blick aus dem Auto.

Mein Sohn glaubt inzwischen, Leoparden sehen sei ganz einfach zu finden, so häufig wie Giraffen. Als wir später anderen Safarigästen erzählen, dass wir zwei Leoparden gesehen haben, brechen die in Entzückenslaute aus. Ihm allerdings ist das egal, mein Sohn möchte jetzt männliche Löwen und vor allem den Büffel sehen – wegen der Big Five eben. Doch dazu fahren wir in einen anderen Nationalpark. Später. Bis dahin genießen wir erst einmal diesen schönen Platz, an dem wir morgens beim Frühstück den Kapuzineräffchen zusehen können, wie sie den Zucker aus den Tütchen stiebitzen, ihn öffnen und genussvoll lutschen. Es müssen ja nicht immer die Big 5 sein.

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Nashornvogel

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Gepard mit Kind

#Fakten und Information Pilanesberg:

Der Pilanesberg-Nationalpark ist 550 km2 groß, also größer als ein Land wie Andorra und der viertgrößte Nationalpark in Südafrika. Er liegt 220 Kilometer nördlich von Johannesburg und ist aufgrund seiner Höhenlage malariafrei. Der Pilanesberg-Nationalpark befindet sich in einem alten Vulkankrater. Die beste Beobachtungszeit für Tiere sind die Wintermonate (April bis September), weil das Gras dann niedrig ist. Die Sommermonate (Oktober bis März) gelten als Regenzeit. In dem Park kann man selbst mit dem Auto fahren, die meisten Straßen sind so gut ausgebaut, dass man keinen Geländewagen braucht. Im Jahre 1979 wurden mit der Operation Genesis viele Großsäuger in dem Gelände wieder angesiedelt, so dass heute die Big 5 im Park zu finden sind. Vor allem gibt es viele Nashörner. Pilanesberg liegt ganz unmittelbar an der Vergnügungs- und Casinostadt Sun City. Nahe des Parks gibt es sehr gute Einkaufsmöglichkeiten, Apotheke, Krankenhaus owie Tankstellen und etwas weiter entfernt auch einen Technikmarkt. In unmittelbarer Nachbarschaft zum Park liegt ein großes Bergbaugebiet, denn die Region gehört zu den platinreichsten Ländereien der Erde. Besonders nachts sieht man in der Ferne die Fördertürme leuchten.

Tierwelt Pilanesberg: Die Big 5 kommen am Pilanesberg vor, also Löwe, Büffel, Nashorn, Elefant und Leopard. Giraffen und Flusspferde lassen sich ebenfalls gern blicken wie auch der seltene Afrikanische Wüstenluchs (Karakal) oder der Afrikanisce Wildhund oder die Wildkatze, die ebenfalls sehr scheu ist, ebenso wie die Wildkatze Serval. Häufiger findet sich der Schakal, der Löffelhund oder der nachtaktive Aardwolf. Krokodile lassen sich ebenso finden wie 15 Antilopenarten. Wer aus den Autos austritt, sollte nicht nur auf Löwen und Leoparden achten, sondern auch auf Puffottern und die Schwarze Mamba. Am Wanderbereich im Manyane Komplex gibt es gute Möglichkeiten, Vögel zu beobachten. Mehr als 300 Vogelarten kommen in dem Park vor, dazu zählen Hornbill, Trappe, Großer Honiganzeiger, Bienenfresser, Strichelracke, Afrikanische Binsenralle oder Kampfadler. Löffler und Reiher zeigen sich ebenso wie Ibis und der buntschillerde schwarze Vogel Rotschulter Glanzstar.

Flora Pilanesberg: Zu den auffälligsten Pfanzen des Parks zählen die Akazien sowie die Kiwano-Frucht. Typisch sind aber auch die Aloe marlothii, eine Aloe-Art oder der Rotdorn (Red Ivory) sowie der Kampferbaum.

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Entspannend, die Safari im Bus

#Anfahrt Pilanesberg:

Der Park lässt sich gut von Johannesburg aus erreichen, die Autofahrt (große Teile Autobahn) dauert etwa 3 Stunden, einige Strecken sind mautpflichtig, hier sollte man Bargeld in kleineren Scheinen mitführen. Die Straßen dorthin sind gut ausgebaut, bei der Reise sollte man nur auf Bumper, die hohen Betonschwellen in den Städten und Dörfern achten.

#Übernachten, Preise und Kinderfreundlichkeit:

Die Bakubung-Lodge kostet in der Nebensaison etwa 150 € pro Person im Doppelzimmer, Kinder bis 17 Jahren wohnen und essen gratis. Im Preis inbegriffen ist ein Game Drive pro Tag (dauert 3 Stunden), sowie Frühstück und Abendessen, Getränke kosten extra.

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Bakubung-Lodge: Was für ein Blick!

Mehr von unserer Südafrikareise findest du hier:

  • Autofahren in Südafrika ist nicht immer einfach. Hier findest du meine Tipps, wie du die Zeit im Linksverkehr gut überstehst.
  • Besonders gut hat uns der Addo-Elefantenpark gefallen. Er war mein persönliches Highlight, nirgendwo bin ich jemals den Elefanten so nahe gekommen.
  • Und hier gibt es Tipps von anderen Bloggern und mir zu Kapstadt.
  • Eine Townshiptour, also ein Gang durch die Armenviertel des Landes, war bedrückend und eindrucksvoll zugleich. Mit den Kindern fand ich es besonders wichtig. Warum? Das liest du hier.

Diese Reise nach Südafrika wurde unterstützt von meinem Papa. Ohne den wir nie so viel gesehen hätten. Danke dir von Herzen für diese schöne Zeit im Drei-Generationen-Urlaub! Und sowieso alles!

14 Kommentare

  1. Eine unglaubliche Geschichte und ein einmaliger Beitrag über einen 3 Generationenurlaub. Da hat mal wieder alles gepasst und dein Vater wird sich sehr freuen wenn er diesen Beitrag zu sehen bekommt. Die Fotos sind natürlich auch sehr gelungen und die Kinder hatten ihre Freude bei zusehen der Tiere ohne Gitter oder Verschläge wie im Zoo. Ein Erlebnis was sie sicherlich nie vergessen werden. Sie sind sicherlich stolz auf den Opa !!!

    • Oh, dankeschön, lieber Manni für diese lieben Worte. Ja, es ist etwas wirklich ganz Einmaliges gewesen und ich brauchte auch erstmal eine Zeit, um darüber bloggen zu können. Aber es wird noch mehr Tiere und Afrika hier geben, kannst dich also schon freuen. Und danke für das Lob, tut gut. Schönes Wochenende dir!

  2. Ich bin einfach ein Fan von deinen Geschichten ! Die lesen sich so lebendig und man kann sich alles bildlich vorstellen und deshalb verteile ich gerne so ein Lob !!!!

  3. Hallo Andrea, mir geht es wie Manni, deine Geschichten lese ich total gerne und besonders dieser mit Südafrika und der drei Generationenreise finde ich sehr schön und eine intensive Erinnerung für deine Kinder. Deine Fotos dazu sind dir sehr gut gelungen und den Tip mit der Lodge habe ich mir gleich gespeichert. Gespannt bin ich auf die Fortsetzung deiner Beiträge
    liebe grüße Andrea

    • Liebe Andrea, danke, das freut mich aber sehr! Wie schöne Worte. Dann bin ich ja für meine nächsten Südafrika-Geschichten neu motiviert. Ganz viele Grüße und lieben Dank

  4. Super schöner Bericht, liebe Andrea. Das sind wundervolle Momente, die man niemals vergisst. Es ist sicher ein Unterschied die Tiere live zu sehen und nicht “nur” im Zoo. Dreigenerationenurlaub hört sich toll an. Da gibt es ja einen wirklich tollen Papa auf dieser Welt… LG Simone

    • Liebe Simone, das freut mich, was du schreibst. Ja, es war toll, aber auch anstrengend, dennoch würde ich es immer wieder machen. Es ist eine schöne Idee, dass alle etwas haben, woran sie sich ihr Leben lang erinnern. Und ja, es ist ein Unterschied, die Tiere live zu sehen, denn die Tiere sind ganz andere. Ich konnte (und kann eigentlich noch immer nicht) seitdem Tiere in Zoos ertragen, weil es eben so ein großer Unterschied ist. Danke fürs Vorbeischauen. Ja, es gibt einen tollen Papa <3
      Ganz liebe Grüße

  5. Liebe Andrea,
    habe auch diesen spannenden Bericht mit Freude gelesen.
    So konnten wir diese einmalige Reise mit Deinem Vater und seinen
    Enkeln nachvollziehen
    Grossartigen Schilderungen!

  6. Liebe Andrea, in Pilanesberg war ich auch schon. Ist lange her und ich kann mich auch nicht mehr an den Namen der Lodge erinnern. Aber mir ging es genau wie Deinem Sohn: Ich hatte etwas Safari-Park-mäßiges erwartet – und war dann so etwas von ergriffen – von den Tieren genau wie von der Landschaft. Dein Beitrag war jetzt wie eine schöne Erinnerung – vielen Dank. Und liebe Grüße, Stefanie

    • Liebe Stefanie, oh, das freut mich aber sehr, wenn ich schöne Erinnerungen wecken konnte. Es ist ein wirklich wunderbarer Platz dort. Danke fürs Vorbeischauen und dir einen ganz schönen Abend noch
      Liebe Grüße

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