Essen, wohnen, schlemmen: Tipps für Erfurt

In dieser Stadt bin ich immer wieder gerne: Erfurt mag ich einfach, diese quirlige Mischung aus kreativen Köpfen, mittelalterlicher Stadt und modernen Ideen für Geschäfte und Bistros. Hier kommen noch mehr Tipps für die Schöne an der Krämerbrücke.

Bistro Abendbrot

Schon mal Schornsteinbrot gegessen? Das ist einfach köstlich. Im Prinzip ist es Stockbrot für Erwachsene und etwas automatisiert. Aber die Wurzeln sind gleich: Die Teigrolle wird um einen flaschendicken Holzstock gewickelt und im Ofen beständig gedreht. Und während das Brot dreht, kann ich so ganz nebenbei noch eine der schwierigsten Sprachen unseres Kulturraumes lernen. Das ungarische Bistro Abendbrot in der Augustinerstraße ist unbedingt einen Ausflug wert. Das Brot wird aufgeschnitten und sieht aus wie ein mit Salat gefülltes Boot – nicht nur ein Augenschmaus. Und kulinarisch? Einfach köstlich. Da kann ich nur sagen: Viszontlátásra. Übrigens gibt es eine zweite Filiale der Ungarn, sie heißt Weltbrot und befindet sich in der Marktstraße.

Mittagspause im Angermuseum

Kunstpause am Mittag! Mit freiem Eintritt kann man jeden Mittwoch im Angermuseum einem 10 minütigen Vortrag zu einem einzelnen Kunstwerk lauschen und dann wieder in den Alltag treten. Liegt nicht schwer im Magen :-). Im Museum bleibt immer die Zeit stehen und man ist kurzzeitig aus dem Strom, der nun auch den winterlichen Anger erfasst, herausgenommen. Anger 18

Kleinkunst im Franz Mehlhose

Wenn ich Lust auf Kultur habe, gehe ich gerne ins Franz Mehlhose. Ob Musik, Film, Theater, Lesungen – dort steht immer etwas interressantes auf dem Programm. Schöne Kleinkunstbühne, auch ohne Programm lohnt das Café mit den vier Meter hohen Decken und dem kleinen Biergarten einen Besuch. Löberstraße 12

Paulinchen

Flädlesuppe klingt nicht Thüringisch? Ist es auch nicht – der Besitzer vom Paulinchen kommt aus dem Schwäbischen. Die Speisekarte ist klein – aber was auf den Tisch kommt ist frisch und köstlich. An der Paulstraße gelegen und unbedingt einen Stopp wert. Die großen Sofas laden zum Hineinkuscheln ein.

Wohnen am Bauernhof: Pension Lungmuß

Etwas außerhalb von Erfurt liegt die Pension Lungmuß, ein unscheinbares Häuschen mit dem Hinweis: Wir vermieten aus Ferienwohnungen. Nie wäre ich darauf gekommen, dort anzufragen, doch was macht man, wenn Elton John in der Stadt ist und andere Festivals und Veranstaltungen jedes Zimmer belegt haben? Im Nachhinein aber freue ich mich sehr über den überraschenden Fund, denn wir sind auf einem kleinen Pferdehof gelandet. Die Wohnung ist groß mit zwei hübschen Schlafzimmern und dazwischen einem Wohnzimmer mit Küche, so dass wir Eltern uns auch abends unterhalten können, ohne die Kinder zu stören. Die wollen übrigens gar nicht mehr weg und lieber noch den Hühnen und Pferden zusehen oder die Hasen streicheln.

Zimt und Zucker

Das Original stammt aus Eisenach – eine gediegene alte Konditorei, die die Zeichen der Zeit erkannt hat und inzwischen auch in Erfurt am Start ist. Es duftet herrlich nach Zimt, denn die Waffeln für das Eis werden vor Ort selbst gemacht. Bei großer Hitze allerdings tun mir die Damen mit den hochroten Köpfen am Waffeleisen immer etwas leid. Nicht nur die klassischen Sorten sind köstlich – verblüffend schmackhaft und cremig ist das vegane Schoko-Eis. Aber auch Kirsch vegan lässt die Milch nicht vermissen. www.zucker-zimt-erfurt.de

Bäckerei an der Krämerbrücke

Keine Leuchtwerbung, kein bunt dekoriertes Schaufenster, keinen Coffee to go – einfach nur eine Fahne mit einem schwarzen Bären, der ein Baguettebrot in den Armen hält zeigt an, dass sich hier eine der besten Bäckereien der Stadt befindet. Und natürlich der Duft nach frischem Brot. Hängt die Fahne draußen, gibt es Brot, ist sie nicht gehisst, ist das Brot alle. Ganz einfach, wie früher – passend zum mittelalterlichen Ensemble der Krämerbrücke. Auch innen wirkt die Bäckerei wie aus dem Museum mit ihrem Mehlsäcken zwischen dem Fachwerk – das hat schon Kultstatus. Übrigens wurde die Bäckerei vom Feinschmecker zu einer der besten Bäckereien Deutschlands geadelt.

Baumstriezel

Es ist das süße Gegenstück zum ungarischen Abendbrot – die böhmischen Baumstriezel an den Domtreppen. Genau richtig gelegen, um ein kleines Naschpäuschen zu machen, bevor man die letzten Meter weiter hoch klettert.

9 Kommentare

  1. Das ist auch eine meiner Lieblingsstädte, Andrea. Du sprichst mir aus dem Herzen. Gerade erst um den Jahreswechsel war ich mal wieder da und habe natürlich die Baumstriezel am Dom gegessen. Bei mir übrigens ein weiteres Muß: die Schokoladenmanufaktur Goldhelm auf der Krämerbrücke.
    Danke für Deinen wieder schönen Bericht. Liebe Grüße, Birgit

    • Liebe Birgit, ja Goldhelm lieb ich auch heiß und innig. Welchen magst du lieber, den auf der Brücke oder den hinter der Brücke? Danke für das Feedback, ich mag Erfurt wirklich sehr und es wird sicher noch das eine oder andere hier kommen, aber erstmal Weimar 🙂 Liebe Grüße

  2. Andrea Wagner

    Eine schöne Stadt ist Erfurt. Dein Bericht ist so toll, dass ich mir einen Besuch überlege. Mal sehen, ob es dieses Jahr klappt
    LG Andrea

  3. Liebe Andrea,

    Erfurt steht auch noch auf meiner Wunschliste. Dein Bericht hat meinen Wunsch verstärkt.
    Vor einiger Zeit war ich immerhin schon bis Bad Frankenhausen. 😉

    Ich wünsche dir einen schönen Wochenbeginn.

    Lieben Gruß
    Lilo 🙋

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