Lieblich, hügelig und fast voralpin: Das Weserbergland hat superschöne Seiten. Eine liegt ganz klar bei Rinteln. Dort lässt sich ein perfekter Landurlaub verbringen: Eine Nacht im Bauwagen, Ausritte und ein wundervoller Blick.


Das Auenland liegt in Niedersachsen
Es ist ein ganz besonderer Flecken Erde- und ein Geheimtipp noch dazu. Wer hat schon etwas von Hohenrode gehört? Genaugenommen heißt es sogar: Auenlandschaft Hohenrode. Klingt wie eine Geschichte mit Hobbits und fantastischen Gestalten? Nicht ganz.

Wer es noch nicht wusste: Das Auenland liegt in Niedersachsen, genauer gesagt: Südlich von Rinteln beginnt es. Zwischen Rinteln und Hessisch Oldendorf hat Menschenhand eine einzigartige Landschaft geformt. Im Jahr 1995 wurde dort mit dem Kiesabbau begonnen – unter einer Auflage: Dass die Fläche später renaturiert wird. So ist dort 2014 ein Naturschutzgebiet entstanden, in dem sich viele Vögel wohl fühlen, auch Fisch- und Steinadler wurden dort schon gesichtet, perfekt also für Birdwatcher.



Auenlandschaft Hohenrode
Dort unten, direkt am Lauf der Weser, lässt es sich herrlich wandern, rund um die Teiche gibt es nicht nur Wanderwege, Vogelbeobachtungshütten und sogar ein Aussichtsturm locken. Wer dort spaziert, muss mit tierischen Begegnungen rechnen, denn in den Wiesen grasen Esel und halten so den Bewuchs ein wenig in Schach. Bänke laden zur Rast ein, während es auf dem Wasser schnattert und zwitschert.

Von der Auenlandschaft fällt der Blick auf die angrenzenden Hänge, die das Tal begrenzen. Gen Norden liegt der Kamm des Wesergebirges, südlich der Weser erstreckt sich das Extertal. 250 Meter über der Weser befindet sich der Rintelner Ortsteil Strücken. Ein bäuerlich geprägtes Dorf direkt an einem Hang. Dort hat sich auch Uwe Hausmann niedergelassen – und ein kleines Paradies erschaffen. Auf einer Obstwiese steht ein zum Ferienhaus umgebauter Bauwagen: Der Blick ist fantastisch, wirkt wie in Bayern, denn man schwebt über der Landschaft, blickt auf die Weser, die sich unten in Schlaufen durch das Tal windet.

Übernachten im Zirkuswagen im Weserbergland
Der grüne Bauwagen im Obstgarten ist nicht alles, davor gibt es eine Feuerstelle und weit hinter dem Bauwagen ein Gehege für Ziegen, die irgendwie auch zur kleinen Farm von Hausmann gehören. Dazu noch Pferde, denn Hausmann ist Reiter. Daher stammt auch die Idee mit dem Bauwagen, der eigentlich nur als Unterkuft für Wanderreiter gedacht war.

Heute möchten mehr und mehr Menschen die Idee vom Tiny House und Leben im Bauwagen für ein paar Tage testen und buchen sich für ein, zwei Nächte bei Hausmann ein.. Ein Wochenende in der Natur, nicht nur wegen der Ziegen in direkter Nachbarschaft, sondern dort oben lässt sich auch herrlich wandern, etwa zur Ruine von Burg Hohenrode. Wanderreiter kommen auch noch ins Bauwagenhotel, für ihre Pferde gibt es nicht nur ein Stück Wiese, sondern auch einen Paddock mitsamt Unterstand.

Eigentlich möchte man aber gar nicht weg von diesem Flecken Erde: Die große Holzschaukel zwischen den Bäumen lädt zum Seele- und Füßebaumeln ein, abends am Feuerplatz noch in die knisternde Glut schauen? Alles ist vorhanden im kleinen Zirkuswagen-Ferienhaus in Rinteln/ Weserbergland.

Kaffeepause an der Weser
Von dort ist es nicht nur ein Katzensprung zum Café Sorgenfrei – einem wundervollen Ort direkt an der Weser. Der kleine Biergarten ist mittwochs bis sonntags geöffnet (11-17.00 Uhr). Dort gibt es nicht nur selbstgebackenen Kuchen, sondern man kann sich auch einen Picknickkorb packen lassen und dann auf den Weserwiesen seine Snacks genießen.

Ausritte im Weserbergland
Mit dem Pferd durch das Weserbergland zu ziehen, ist gar nicht so einfach, denn es gibt zwar viele Pferde und noch mehr Pferdehöfe, doch die Reitmöglichkeiten sind sehr beschränkt. Umso schöner ist es, wenn man dann einen richtig schönen Ponyhof findet, bei dem man auch ins Gelände reiten kann: Dajana Wittrock bietet auf ihrem Pferdehof „Islandpferde vom Blutbachtal“ Ausritte ins Gelände an und wer länger ZeIt hat, kann sich sogar einem Wanderritt anschließen.

Pferde sind genügend vorhanden, immerhin hat sie 35 Islandpferde auf ihrem Hof und den umliegenden Weiden stehen. Ich bin mit ihr zur Schaumburg geritten – und es war ein wundervolles Erlebnis.
Wunderbare Schaumburg
Ein wundervoller Ort im Rintelner Land ist die Schaumburg. Sie wurde im Jahr 1119 erstmals urkundlich erwähnt. Sie wurde zum Stammsitz der Grafen zu Schaumburg, bis sie im 17. Jahrhundert in die öffentliche Hand kam, weil die Haupterblinie ausgestorben war.

Erst 1907 kam Burg Schaumburg wieder in Privatbesitz – und das mit einer außergewöhnlichen Geschichte: Damals suchte Kaiser Wilhelm II. noch ein Silberhochzeitsgeschenk für Fürst Georg und seine Frau Maria Anna zu Schaumburg-Lippe. Der Kaiser kam auf den Gedanken, dass er dem paar die baufällige Burg schenken könne und das Geschenk wurde gern angenommen. Das Silberhochzeitspaar sanierte das alte Gemäuer aufwändig und ließ unter anderem den Burgfried aufmauern. Bis zum Jahr 2022 waren die Fürsten zu Schaumburg-Lippe Besitzer der Burg. Heute ist sie in Händen derer zu Sayn-Wittgenstein.

Sehenswürdigkeiten in Rinteln

Rinteln hat eine superschöne Altstadt. Vor allem am Marktplatz finden sich hübsche Fachwerkhäuser, aber auch in den Schulstraße. Was mir gefallen hat, waren die kleinen Läden, die eine wohltuende Abwechslung zu den Filialen der großen Ketten bringen, die es sonst in jeder Stadt zu finden gibt. Sehenswert in Rinteln ist aber unter anderem die Stadtmauer und der alte Hafen mit seinem Sandstrand.


Dich interessiert das Weserbergland? Ich habe dazu einiges geschrieben, denn es ist meine Heimatregion, zum Beispiel die besten Sehenswürdigkeiten im Weserbergland. Oder über den magischen Ith. Auch in Hameln war ich unterwegs.