Gozo/Malta: Tipps für Maltas kleine Schwester

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Maltas kleine Schwester ist ganz anders als die große Ferieninsel: Gozo entführt in eine eigene Welt. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Insel.

     Sehenswürdigkeiten auf Gozo

Wenn das Land in Sicht kommt, die goldenen Äcker in der Sonne glänzen und kleine Häuser zwischen den Hügeln auszumachen sind, wird klar: Das hektische, volle Malta ist endgültig abgestreift. Willkommen auf Gozo. Es ist eine Insel der Ruhe, ein Platz zum Aufatmen und der Zeit, den leisen Tönen zu lauschen. Etwa dem Gesang des Meeres, dessen Wellen gegen die sandsteinfarbenen Felsen schwappen, sich mal in langgezogenen Buchten verirren und dort plötzlich zur Ruhe kommen. Während Malta eine Fusion von europäischen Einflüssen ist und viele englische Elemente aufweist, bleibt auf Gozo die Hochzeit des Arabischen mit dem Europäischen deutlicher zu spüren. Einerseits in den Bauwerken, die teils trutzig und mächtig im arabischen Stil gehalten sind, andererseits elegant wie Italiener und Franzosen gebaut haben: Kleine Häuser, hübsch verziert, nicht trutzig und mächtig, sondern leicht und bunt. Malta und Gozo sind Geschwister, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten.Gozo-Reiseführer, Tipps für Maltas kleine Schwester

#Victoria:

Die englische Königin war Namenspatin für diese Stadt, die vormals mit dem Namen Rabat an die arabische Herrschaft erinnerte. Eine mächtige Zitadelle bildet das Zentrum der Kapitale von Gozo, es ist eine Stadt in der Stadt mit Häusern, Läden, die alle weit über der Landschaft thronen. Wer genug hat von den mittelalterlichen Zügen der Zitadelle macht sich auf in die Unterstadt und genießt den Schatten der engen Bebauung, die verträumte Gassen und kreative Geschäfte zu bieten hat. Darüberhinaus lohnt die Basilika St. Georg den Besuch.Gozo-Reiseführer, Tipps für Maltas kleine Schwester Gozo-Reiseführer, Tipps für Maltas kleine Schwester Gozo-Reiseführer, Tipps für Maltas kleine Schwester

#Azure Window

Es ist eingestürzt. Eines Tages rumpelte es und weg war es. Die größte Sehenswürdigkeit der Insel befindet sich nun auf dem Meeresboden und lockt Taucher an, nostalgische Touren zu unternehmen: Einmal noch das Blaue Fenster sehen. Der Name, der zunächst an ein Haus denken lässt, beschreibt eine ungewöhnliche Felsformation, die Jahrzehntelang Touristen angelockt hat. Es war der Top-Fotopunkt der Insel. Doch Gozo hat weit mehr zu bieten als das blaue Fenster. Obwohl es Maltas Schwesterinsel ist, haben die beiden nicht viel gemein, außer ihrer geografischen Lage und ihrer Zugehörigkeit zum selben Archipel.

#Ġgantija

Zweimal im Jahr ist es soweit: Dann steht die Sonne in einem Winkel, dass ihre Strahlen durch einen Kreis fallen und den dahinterstehenden Altar beleuchten. Es ist die Tag-und-Nachtgleiche, an der der Altar besonders in Szene gesetzt wird. Details wie diese verraten Führungen durch die 5800 Jahre alte Anlage, die auf den ersten Blick wirkt wie ein normales Ruinenfeld. Dass es sich dabei aber um einen der ältesten Tempel der Welt handelt, erfahren Besucher erst, wenn sie tiefer in die Materie eintauchen. Ballgroße helle Steinbrocken, durchlöchert wie Lavastücke, halbrunde Räume: Wie zwei Arme umschließen die Mauern große Altäre aus Stein. Hier hat ein längst ausgestorbenes Volk 3000 v. Chr. kultische Rituale mit Opfergaben und Kräutern durchgeführt. Genaues weiß man nicht, man nimmt an, dass dort die große Erdenmutter verehrt wurde, weil hier, wie auch auf Malta, viele Figurinen der fülligen Frauen gefunden worden sind.

#Brochtorff-Circle

Was heute wie ein Steinbruch aussieht, war vor knapp 6000 Jahren eine Kultstätte. Dort wurden Bestattungen durchgeführt. Einige der Höhlen der Totenstadt sind inzwischen eingestürzt. Die Anlage ist nur von weitem zu besichtigen.

#Kalypso-Höhle

Sie muss wunderschön gewesen sein, die Nymphe, die im Altertum hier gelebt hat. Wie sonst hätte sie einen kräftigen Riesen wie den Gott Odysseus bändigen und sieben Jahre in Gefangenschaft halten können? Die Kalypso-Höhle ist heute wichtige Attraktion für Besucher.

#Salzpfannen

Wie prähistorische Ritzzeichnungen sind Abbilder von Schneckenhäusern in den weichen Sandstein gearbeitet: Schon der Weg zu den Salzpfannen bietet Außergewöhnliches. Abgelegen finden sie sich die Salzpfannen im Nordosten der Insel. Wohl schon die Römer haben dieses Beckensystem installiert. Bis heute schwappt die Gischt in die großen Steinpools und trocknet zu Salzblumen aus. Geerntet werden diese nur noch selten, um so besser, denn so können sich Besucher das eigene Salz für zu Hause mitnehmen.Ġgantija, Gozo, Kraftort, Mystik, Gozo, Malta

     Strände auf Gozo

#Marsalforn

Es ist der beliebteste Badeort auf der Insel: Eine lange Promenade führt zu den vielen Buchten, die sich entlang der Stadt auftun und zum Baden einladen, viele mit weichen, schönen Sand, andere eher felsig und gut zum Schnorcheln geeignet. Es ist die Vielfalt, die es hier ausmacht – und die dahinterliegende Infrastruktur an Restaurants, Cafés und Einkaufsläden. Wer Trubel sucht, ist hier richtig.

#Ramla

Rot ist der Sand nicht, eher orange. Es sei denn, die Sonne versinkt im Meer, dann scheint der Strand zu glühen. Pudrig fein küsst an dieser Stelle das Land das Meer, der Boden fällt flach ab und so nimmt es kein Wunder, dass Ramla zu den beliebtesten Badestränden auf Gozo gehört.

#San Blas

Türkisblaues Meer, frischgrüne Sträucher, Fenchel, der seinen Duft verströmt und ein Strand, der eine Farbe hat wie die Schale von Orangen: Der feine Sand von San Blas gehört zu den schönsten Stränden der Insel.Gpzp-Reiseführer, Tipps für Maltas kleine Schwester

     Hotels auf Gozo

#Kempinski San Lawrenz

Ganz nahe des ehemaligen Blauen Fensters liegt das Kempinski-Hotel San Lawrenz. Die weitläufige Anlage bietet stilvolle Übernachtung mit der Möglichkeit, in dem sattgrünen Garten aufzutanken, bevor es wieder an den Strand geht. Das Haus verfügt über ein eigenes Spa im arabischen Stile eingerichtet und wer möchte, kann Yogastunden buchen. www.kempinski.com/en/gozo

#Ta’Kalamija

Im Stile eines Bed and Breakfast ist dieses kleine Hotel gehalten. Die Zimmer sind ländlich eingerichtet. Die Zimmer sind geräumig, es gibt sogar einen kleinen Pool, Strand und Dorf sind nicht weit entfernt, doch warum sollte man rausgehen, wenn es drinnen so gemütlich ist? Wer Ruhe sucht, wird sie hier finden. www.kalamija.com

Gpzp-Reiseführer, Tipps für Maltas kleine Schwester     Restaurants auf Gozo

#Ta‘Philip

Was auf der Insel wächst, kommt in den Topf: Fenchel, Kapern oder Fleisch: Der Chef bereitet mit Freuden eine schöne Mahlzeit zu und das merkt man dem Essen auch an. Alles andere als das typische Touristen-Einerlei, das oftmals angeboten wird. Der Besitzer stammt von einem Bauernhof und sucht seine Zutaten mit Sorgfalt aus. Das schmeckt man. Hübsch eingerichtet ist es obendrein mit den klaren, weißen Holzmöbeln und den warmen Wänden hat es den Stil eines maurischen Hofes. www.taphilip.com

#Patrick‘s

Auf sehr hohem Niveau kocht Patrick für seine Gäste. Er ist für seine Kompositionen schon mehrfach ausgezeichnet worden, Feinschmecker fühlen sich einfach wohl in seinem Haus. Die Portionen sind genau richtig, Textur und Würze fein aufeinander abgestimmt und wer dazu den passenden Wein sucht, wird sicher nicht enttäuscht sein von der Beratung. www.patrickstmun.com

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#Hermine Sammut

Was macht man, wenn man sich in einen Tauchlehrer verliebt? Man zieht zu ihm nach Gozo. Die Österreicherin unterhält dort ein eigenes Atelier mit ihren Töpferarbeiten, die sie als Schüsseln und Skulpturen herstellt. Viel wichtiger aber ist ihr, dass die Menschen selbst ihre Schaffensfreude entdecken und in Kursen eigene Mitbringsel töpfern. Im Hinterhof es schönen Hauses, in dem die Künstlerin viele Geschichten über die Insel erzählt, während der Ton brennt. www.sammuts.com

#It-Tokk

Der Marktplatz von Victoria ist gesäumt von Platanen, unter denen die Senioren der Insel zu einem Plausch zusammenkommen. Sie beobachten das Treiben zwischen den Ständen, an denen Strohhüte, weite Kleider, Sandalen und natürlich viel Obst und Gemüse verkauft wird. Wer es liebt, unter freiem Himmel zu stöbern, kann dort manches schöne Teil finden.

Gpzp-Reiseführer, Tipps für Maltas kleine Schwester Gpzp-Reiseführer, Tipps für Maltas kleine Schwester     Unbedingt machen auf Gozo:

Getrocknete Tomaten und Kochkurs

Gozo ist die Gemüsekammer der Nachbarinsel Malta und liefert mehr als die Hälfte des Bedarfs an Obst und Gemüse für die große Schwester. Erdbeeren oder Tomaten, alles schmeckt sonnenverwöhnt süß. Besonders lecker sind die Tomaten, die hier noch auf althergebrachte Weise sonnengetrocknet werden. Der Unterschied ist einfach schmeckbar. Im Landgut Ta Mena gibt es nicht nur einen Bauernladen und ein angeschlossenes Restaurant, dort können Besucher auch Kurse buchen und lernen gozitanisch zu kochen. www.tamena-gozo.com

Gpzp-Reiseführer, Tipps für Maltas kleine SchwesterTauchen auf Gozo

Das Wasser ist klar und die Sicht gut: Gozo ist umgeben von traumhaften Unterwassergründen. Während es an manchen Stellen des Meeres schon fast traurig-grau ist, offenbart es sich rund im Gozo in seiner ganzen Farbenpracht: gelb-getigerte Nacktschnecken, schillernd blaue Fische und sogar rote Korallen lassen sich dort finden. Wer tauchen kann, sollte sich einen Unterwasserausflug auf Gozo nicht entgehen lassen. Dwejra Bay zählt zu den schönsten Tauchgründen der Insel, dort befindet sich auch die Unterwasserhöhle Blue Hole.

Kanutour

Es scheint, als würde das Kanu schweben. So klar ist das Wasser, dass man die Fische in Schwärmen unter sich tauchen sieht. Eine Kanutour entlang Gozos Küste gehört zu den Dingen, die man unbedingt auf der Insel unternommen haben sollte. Anbieter finden sich etwa in Qala direkt am Hafen. Die Touren sind unterschiedlich lang und können auch von Anfängern bewältigt werden.Gpzp-Reiseführer, Tipps für Maltas kleine Schwester

Anreise nach Gozo:

Von Malta aus fährt eine Fähre auf die Insel. Sie legt im Norden Maltas, in Cirkewwa ab und braucht etwa eine halbe Stunde. Die Kosten für die Fähre, einfache Überfahrt: 4,65 €, ohne Auto. www.gozochannel.com

3 Kommentare

  1. toll und informativ wie immer Andrea !!! Wusste gar nicht das es diese Insel überhaupt gibt. Denke hier hält sich der Tourismus noch in Grenzen. Die Überfahrt ist ja wirklich problemlos. Irgendwie denke ich bei Reiseplanungen nie an Malta aber das ist ja auch kein Wunder bei meinem Griechenland Faible !!!! LG Manni

    • Lieber Manni, das verstehe ich. Danke dir fürs Vorbeischauen und den Kommentar, den Artikel hab ich vorgeschrieben, weil ich ja grade in Südafrika bin 🙂 mit den Kids. Darauf kannst du dich schon freuen… und ich werde dann ganz viel Griechenland bei dir nachholen. Liebe Grüße

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