Es muss nicht immer der Harz sein, Niedersachsen hat auch noch andere schöne Berge. Etwa den Solling, dort gibt es nicht nur die Ölmühle, sondern auch noch viele andere Sehenswürdigkeiten.
Wo liegt der Solling?
Der Soling liegt zwischen Göttingen und Holzminden und ist Teil des Weserberglandes. Das hochgelegene Zentrum des Sollings ist der Ort Neuhaus mit seinem vielfältigen, touristischen Angebot. Insgesamt ist der Solling ein Gebiet der Gipfel, sie gehören nach den Bergen im Harz zu den höchsten Bergen in Niedersachsen. Der höchste Gipfel im Solling ist die Große Blöße mit 527 Metern. Der Solling wird auch gern als Spessart des Nordens bezeichnet, weil er ein wenig an das Mittelgebirge erinnert mit seinen kleinen Gipfeln, den Laubwäldern und den dazwischen liegenden weiten Wiesen.
Was gibt es im Solling zu sehen?
Gründe für den Solling gibt es viele. Ausgedehnte Wandertouren zum Beispiel. Oder mit Bestimungsbuch mal echte Moorabenteuer erleben. Die Ölmühle im Solling ist weit über die Region hinaus bekannt für die außergewöhnlichen Pflanzenöle und dann gibt es da natürlich noch das Baumhaushotel im Solling. Doch vielleicht mal der Reihe nach.
Baumhäuser im Solling
Sie sind spektakulär und weithin bekannt: Die Baumhäuser im Solling regen immer wieder zum Träumen an und laden dazu ein, Kindheitsträume wahr werden zu lassen. Neun Baumhäuser in ganz unterschiedlicher Architektur laden dazu ein, in den Wipfeln zu schlafen und Eichhörnchen und Amseln auf Augenhöhe zu betrachten anstatt auf dem Handy herumzuwischen.
Gut 200 € sollte man für diese außergewöhnliche Übernachtung einplanen. Doch es lohnt sich, bei jedem Wetter und zu jeder Jahreszeit, denn eine Nacht zwischen den Ästen und Blättern ist einfach großartig. Wer sich das Baumhaus nicht leisten kann, der könnte über eine oder zwei Nächte im schaukelnden Baumzelt nachdenken.
Erlebniswald Solling
Diese Wanderung geht auch prima mit kleinen Kindern: Zwei Kilometer schlängeln sich durch den Solling mit vielen interessanten Stationen zum Staunen und begreifen. Der Erlebniswald hat 17 Stationen, die nicht nur für Kinder spannend sind, sondern auch für Erwachsene. Es beginnt mit einer Erdhöhle, die auf Anfrage begangen werden kann, führt weiter an einem künstlichen hohlen Baum entlang zu einem gläsernen Iglu. Dort werden die Auswirkungen der Klimaerwärmung dargestellt. In Sichtweite liegt der Klimaturm, ein Holzturm, dessen Treppen zehn Stockwerke erklimmen lassen. Oben lockt der weite Blick ins Ahletal.
Wandern im Solling
Der Solling eignet sich wunderbar zum Wandern. Es gibt viele Wanderwege, unter anderem durch das Hochmoor (siehe unten). Ein weiterer, schöner Weg führt zum Kloster Amelungsborn, es ist der Pilgerweg Loccum-Volkenroda, eigentlich aber startet man so, dass man von Amelungsborn zum Solling wandert.
Eine andere Variante ist der Hochsolling-Rundwanderweg, der über 20 Kilometer durch den Solling führt, unter anderem durch Neuhaus und Fohlenplaken. Wunderbar ist auch der Archotrail, der nicht nur an Hügelgräbern entlang führt, sondern auch an Weiden mit Exmoor-Ponys und Hutewäldern mit Heckenrindern.
Wildpark im Solling
Der Wildpark gehört zu den Hauptattraktionen des Solling. Dort wird das gezeigt, was sich beim Wandern meistens in Büschen und Baumkronen verstreckt: Einheimisches Wild, ob Rotwild oder Wildschweine, Wölfe oder Waschbären – sie können dort ganz in Ruhe bestaunt werden. Sogar eine Falknerei gibt es mit eigenen Greifvogelvorführungen.
Huskyfarm und Klein-Lappland
Das ist doch Skandinavien, oder? Rentiere, Schnee und Huskys, dazu typische Zelte… nein, es sieht nur so aus. Tatsächlich findet sich am äußeren Ende von Silberborn, gleich neben der Jugendherberge ein außergewöhnlicher Platz: Eine kleine, skandinavische Farm mit Schlittenhunden und Rentieren.
Mit dem Huskies kann man spazieren gehen oder wahlweise Schlittenfahren, die Rentiere lassen sich gerne füttern oder kuscheln (natürlich nur unter Aufsicht, allein aufs Gelände gehen ist nicht angesagt.) Wer will, kann auch bei den Rentieren übernachten oder einen Wildniskurs belegen, denn Axel Winter betreibt dort eine Wildnisschule.
Torfhaus
Ich dachte bislang immer, Torfhaus gibt es nur im Harz. Doch weit gefehlt, Torfhaus ist auch ein Ort im Solling. Und was für ein schöner. Und wie im Harz bezeichnet er auch einen hochgelegenen Gebirgsteil, genauer gesagt: Es ist sogar der am höchsten gelegene Teil des Solling. Torfhaus heißt nicht umsonst so, denn dort gibt es viele Moore – und herrliche Wanderwege, die da durch führen.
Hochmoor Mecklenbruch
Es gibt Orte, die sind einfach anders: Wenn man am Hochmoor Mecklenbruch ankommt, scheint es, als sei man ganz weit gereist. Weit weg vom gewohnten Weserbergland, das aus Wiesen, Wäldern und Hügeln zu bestehen scheint. Das Hochmoor Mecklenbruch ist das größte seiner Art im Solling und gehört zu den größten Hochmooren Niedersachsens.
Ein Holzbohlenweg führt durch die Landschaft, um den empfindlichen Boden nicht zu stören. Besonders schön ist es im Frühjahr, wenn die männlichen Moorfrösche zur Paarungszeit ihr blaues Kleid anlegen. Aber auch sonst lohnt es sich, ein Bestimmungsbuch im Gepäck zu haben und die außergewöhnliche Flora und Fauna näher zu betrachten.
Solling im Schnee
Dem Solling wird eine ganz besondere Schneequalität nachgesagt: Er fällt schon früh, bleibt liegen und hält sich lange pudrig. Kein Wunder also, dass sich der Solling bestens für Wintersport eignet. Also auf, mit Schlitten oder Ski zum Hochsollingturm. Gut eignet sich als Startpunkt der Parkplatz am Hochsollingturm bei Silberborn und dann ab in die Loipenlandschaft, denn dort gibt es sogar gespurte Loipen für Ski-Langläufer.
Städte im Solling
Bevern, Boffzen, Bodenfelde – im Solling beginnen alle Städte mit B? Nein, ganz so ist es nicht. Bad Karlshafen liegt am Solling, ebenso wie das schöne Einbeck. Holzminden und Höxter sind nicht weit. Uslar, Dassel und Holzminden aber sind die Orte, die geographisch am nähsten liegen.
Übernachten im Solling
Wer im Solling übernachten möchte, kann natürlich ins Baumhaus-Hotel gehen. Aber es gibt darüber hinaus auch die Möglichkeit, sich im Zirkuswagenhotel einzumieten und in einem umgestalteten Bauwagen zu nächtigen.
3 Antworten
Hallo Andrea, lange war ich nicht mehr bei dir. Bin auch nicht mehr so viel in den Blogs. Doch heute habe ich deinen wunderbaren Bericht wirklich genossen. An einigen Orten war ich schon, doch es hat sich in der Zwischenzeit so einges verändert. Ich hoffe es geht dir gut. Viele liebe Grüße zu dir, Lilo
Liebe Andrea,
was für ein schöner Bericht, da bekomme ich direkt Heimweh! Das Hochmoor liebe ich besonders, kein Familienbesuch, ohne dort eine kleine Wanderung zu unternehmen.
Ich komme aus dem Solling und beobachte ganz glücklich aus der Ferne, dass man dort endlich auch mal etwas tut, um die Gegend touristisch bekannt zu machen.
Ganz herzliche Grüße
Natalie
Das sind aber ein paar schöne Geheimtipps;)
LG
Luana