Diese Süßigkeit ist älter als Gummibärchen, scheckt fruchtiger und ist viel gesünder: Quittenbrot ist eine herrliche Herbst-Leckerei.
1. Was ist Quittenbrot?
Quittenbrot trägt viele Namen, in manchen Regionen heißt es Quittenleder, Quittenkonfekt, Es ist ein uraltes Rezept von unseren Großmüttern. Damit haben sie nicht nur Vitamine für den Winter haltbar gemacht, sondern auch vermeintliche Abfälle wieder verwertet. Denn die Grundlage für Quittenbrot ist das Mus, das übrigbleibt, wenn man die Quitten entsaftet. Der Saft, der entweder so getrunken wurde oder später zu Gelee verarbeitet, wurde eingekellert, das Mus zu Konfekt weiterverarbeitet.
Quittenbrot gibt es nicht nur in Deutschland, es ist international und heißt in Spanien „Dulce de membrillo“ oder in Frankreich „Cotignac„, wo es mit Ingwer und Rotwein verfeinert wird. Ich mag die klassische, deutsche Variante. Quittenbrot ist eine wunderbare Alternative zu Gummibärchen und Ähnlichem. Quitten stecken voller Vitamine und Mineralstoffe: Vitamin A und C, sogar B-Vitamine sind in ihnen enthalten ebenso wie Folsäue, Kalium, Eisen, Kupfer und Zink. Der einzige Nachteil an Quitten und der Herstellung von Quittenbrot ist: Es macht viel Arbeit und dauert etwas, da Quittenleder im Backofen über Stunden trocknet. Doch die Hitze ist gering, der Stromverbrauch hält sich in Grenzen.

2. Quittenbrot: Das Rezept
- 2 kg Quittenmus (ausgekocht)
- 0,5 kg Apfelmus (mag ich, wegen der Säure, kann man aber auch weglassen und entsprechend mit Quittenmus auffüllen)
- 1-1,5 kg Zucker
- einige Bögen Backpapier
- eventuell Kokosraspeln, Mandeln oder Schokolade zum Verzieren

Vorbereitung des Quittenmuses:
Ich habe viele Jahre einen Fehler gemacht und war zu faul, das Kerngehäuse der Quitten zu entfernen. Ich dachte, wenn ich es durchs Sieb rühre, gehen die groben Stücke sowieso weg. Das war auch so, aber eine Mordsarbeit. Passieren, selbst mit einer Flotten Lotte, also einem Passiergerät, finde ich megaanstrengend. Deswegen habe ich mir dieses Mal im Vorfeld mehr Arbeit gemacht – und es hat sich gelohnt! Ich die Quitten in Viertel geteilt und sorgfältig das Kerngehäuse mit möglichst allen Kernen der Quitten herausgeschnitten. Die Schale bleibt selbstverständlich dran, darin stecken ja viele Vitamine. Anschließend habe ich die Masse im Entsafter eingekocht, den Saft aufgefangen für Quittengelee und mich dann an die Zubereitung des Quittenbrotes gewagt.

3. Quittenbrot zubereiten Schritt für Schritt
Schritt 1: Das Quittenmus in einen großen Topf geben und mit dem Pürierstab durchrühren, bis sich die Schale schön aufgelöst hat. Dann den Zucker hinzugeben und nochmals durchpürieren. Anschließend unter ständigem Rühren sanft erhitzen, so dass Mus und Zucker sich schön verbinden.
Schritt 2: Backblech mit Backpapier auslegen. Quittenmus fingerdick oder dicker draufstreichen und zu einer Platte verstreichen.
Schritt 3: Backofen auf 80-100 Grad, gerne Umluft, heizen und das Backblech hineinstellen. Ganz wichtig: Die Backofentür nicht ganz schließen, sondern mit einem hineingesteckten Holzlöffel offen halten, damit die Feuchtigkeit entweichen kann.
Schritt 4: 3 Stunden im Backofen bei Umluft trocknen lassen, dann die Quittenplatte umdrehen. Dazu ein Backpapier auf den Tisch legen und die Quittenplatte darauf stürzen, falls sie noch klebt, vorsichtig mit dem Messer von dem Papier lösen. Die Quittenplatte nochmals mindestens eine Stunde trocknen lassen, bei 80-100 Grad und mit leicht geöffneter Backofentür. Dann Backofen ausstellen und einfach weitertrocknen lassen. Die Platte sollte nicht nur oben trocken sein, sondern auch von unten und in der Mitte fest. Ist sie noch nicht fest genug in der Mitte, einfach weiter trocknen lassen im Ofen, jetzt könnt Ihr Umluft auch ausschalten, der Löffel aber muss im zwischen Backofentür und Backofen bleiben.
Schritt 5: Wenn die Quittenplatte fest genug ist und eine Kosistenz wie frische Gummibärchen hat, könnt Ihr die Platte in Srücke schneiden und die frischen Quittenbrote in Kokosraspeln wenden, Mandelbrösel gehen auch. In einer Keksdose lagern, damit das Quittenbrot noch nachtrocknen kann, ganz luftig. Zwischen den Konfektstücken am besten Backpapier aufschichten.