Wartburg mit Kindern – Glitzerpracht in Gold

Wartburg, Tipps, Besichtigung, Thüringen

In diesem Jahr wird sie 950 Jahre alt – die Wartburg. Sie ist auch vor dem Jubiläum auf jeden Fall einen Besuch wert. Vor allem mit Kindern, die hier herrlich herumtoben können und ganz nebenbei Geschichte erleben.

Wartburg, Tipps, Besichtigung, ThüringenUnsere Vermieterin in  Erfurt hatte uns gewarnt: Wollt Ihr wirklich zur Wartburg? Beim Aufstieg sind schon zwei Menschen gestorben. Das klang hart! Es schreckte uns nicht wirklich, motivierte mich aber, mit den Kindern in den Shuttlebus einzusteigen – sicher ist sicher. Also bequem wie die Großmütter den 411 Meter hohen Berg mit dem Kleinbus erklimmen. Oben erwartete uns tatsächlich eine andere Welt, die vor allem die Kinder begeisterte: Eine richtige Spornburg mit Kanonen, Wehrtürmen und einer Zugbrücke. Der Anblick war auch für uns Große beeindruckend. Hier ein paar Eindrücke.

Wartburg, Tipps, Besichtigung, Thüringen Wartburg, Tipps, Besichtigung, ThüringenDas Schönste war, dass man überall herumlaufen konnte, ohne Eintritt zu bezahlen. Die Kinder tobten und erkundeten, sogar das Ritterbadezimmer war geöffnet und zu sehen. Doch ohne Führung geht es nicht auf dieser Burg, also haben wir uns angehört, was sie in ihrer 950-jährigen Geschichte erlebt hat. Und dabei stellten wir fest, dass Martin Luther nur einen ganz kleinen Anteil an der großen Geschichte hatte. Wartburg, Tipps, Besichtigung, Thüringen Besonders einprägsam ist der Mythos über den Erbauer der Wartburg, Ludwig, der Springer war ein einfallsreicher Mann aus dem Geschlecht der Ludowinger. Er hatte sich den Burgberg als Platz für seine Burg ausgewält. Die Sache hatte nur einen Haken: Der Berg gehörte ihm nicht. Da man damals nur auf seiner Erde bauen durfte, ließ Ludwig des nachts mit mit seinen zwölf Rittern unterstützt, Erde von seinem Land ankarren und errichtete darauf die Burg – so sagt es die Überlieferung. Der Trick hat funktioniert und er war stolzer Burgherr.

Wartburg, Tipps, Besichtigung, Thüringen Wartburg, Tipps, Besichtigung, Thüringen Im 13. Jahrhundert schrieb eine ungarische Königstochter auf der Wartburg Kirchengeschichte: Elisabeth von Thüringen gab ihr feudales Leben auf und widmete sich den Hilfsbedürftigen und Kranken. Darüber hat auch Iris schon in ihrem Beitrag über die Wartburg geschrieben. Besonders beeindruckend ist der Elisabeth-Saal, der im byzantinischen Stil über und über mit goldenen und bunten Mosaiken ausgestattet ist und die Geschichte der Heiligen erzählt, die mit 13 Jahren schon vermählt wurde.

Wartburg, Tipps, Besichtigung, ThüringenDer berühmteste Wartburg-Bewohner aber war Martin Luther, der hier die Bibel übersetzt hat. Der Raum, in dem er das Tintenfass an die Wand geworfen haben soll, als ihm der Teufel erschienen sein soll, ist der berühmteste, aber nicht der schönste der Burg.

Wartburg, Tipps, Besichtigung, Thüringen Wartburg, Tipps, Besichtigung, ThüringenLustig sind auch die vielen Luther-Souvenirs. Hier bereitet man sich offensichtlich schon auf das Lutherjahr 2017 vor – schaut selbst. Am meisten musste ich über das Keksausstechförmchen schmunzeln – wer will denn Luther-Kekse backen? Aber das Schneekugelglas mit Luther ist auch schön kitschig – für echte Hardcore-Fans.

Wartburg, Tipps, Besichtigung, Thüringen Wartburg, Tipps, Besichtigung, ThüringenDoch auch andere geschichtsträchtige Ereignisse haben hier stattgefunden, wie etwa der Sängerkrieg, der der Wartburg zugesprochen wurde und später Grundlage zu Richard Wagners Oper „Tannhäuser“ wurde. Im Festsaal der Wartburg wird dieses musikalische Werk heute noch oft aufgeführt.

Ganz schön viel Geschichte und Geschichten auf der Wartburg. Den Kindern brummte jedenfalls der Schädel. Gut, dass es das hübsche Burgcafé gab, in dem es sich lecker Flammkuchen, Pfannkuchen und Kuchen essen lässt.

Wartburg, Tipps, Besichtigung, Thüringen Wartburg, Tipps, Besichtigung, ThüringenUnd dann gaben noch die Erfurter Sängerfreunde ein kleines Gratiskonzert, als wir nach Hause wollten – ein rundum gelungener Tag.

Mehr zur Wartburg findet Ihr hier.

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4 Kommentare

  1. sehr schöne Fotos und ein toller Beitrag ! Leider ist die Burg zu weit weg für einen Tagesausflug !
    Das ganze dann noch ohne Eintritt finde ich bemerkenswert. Erwähnenswert sind die Innenaufnahmen vor allem der Leuchter !!! Findest du heute immer weniger denn in Burgen ect. wird immer häufiger das fotografieren verboten. Die möchten alle ihre Bildbände verkaufen !!!! LG Manni

    • Lieber Manni,
      naja, ich habe, glaub ich, einen Euro investiert, um die Fotogenehmigung zu bekommen. Das fand ich sehr fair. danke dir. Ich hätte noch viel mehr fotografieren können und wollen, aber mit Kindern rauscht man in anderem Tempo durchs Leben. Liebe Grüße in den Süden

  2. 1,- Euro ist wirklich sehr human ! Da kann man nicht jammern ! Und ja mit Kindern das kenne ich auch denn ich habe selber zwei die allerdings schon lange aus der Alter raus sind um mit Vati und Mutti auf Tour zu gehen. Da bist du halt immer im Stress !!! Schönen Tag wünsche ich dir !!! LG Manni

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