September-Sommer in Sankt Peter-Ording

Sankt Peter Ording, Strandleben, Sonnenuntergang, endlose WeiteDieses Licht!

Der Sommer ist fast vorrüber – aber nicht in Sankt Peter-Ording. Da kann man noch in der Nordsee schwimmen. Mit eindrucksvollen Begegnungen.„Was guckt der mich denn so an?“ Denke ich, als ich den anderen Schwimmer etwas entfernt von mir im Wasser sehe. Die ganze Zeit schaut der zu mir rüber, fixiert mich mit seinen großen Augen. Und eine merkwürdige Frisur hat er auch, oder ist es eine Frau? Während ich darüber nachdenke und in der Nordsee herumplansche, fällt es mir dann doch irgendwann nach vielen Momenten auf: Vor mir schwimmt eine Robbe und hat mich die ganze Zeit fest im Blick. Man sieht ja oft nur, womit man auch rechnet.

Und eine Robbe hätte ich so dicht nicht erwartet. Sie kommt nicht auf mich zu, ich auch nicht auf sie. Wir sind im Wasser und schauen uns an. Manchmal taucht sie unter, um dann ganz schnell wieder hochzukommen und mich im Visier zu haben. Ignorieren ist oftmals das Beste weiß ich schon von anderen Tierbegegnungen und so schwimme ich einfach meine Strecke weiter. Die Robbe wohl auch. Irgendwann taucht sie noch einmal auf, schaut mich länger an und verschwindet im Meer. Wenn ich nicht schon vorher verzaubert gewesen wäre von diesem Ort, nun bin ich auf alle Fälle Sankt-Peter-Ording-verliebt.

Robbe

Beim Schwimmen hatte ich natürlich keine Kamera dabei, deswegen kommt hier ein Robbenbild als Symbolbild. Meine Schwimmbegleitung hatte keine Flecken…

Sankt Peter Ording, Strandleben, Sonnenuntergang, endlose Weite

Strand in Sankt Peter-Ording

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Dünen gibt es dort auch

Die riesige Sandbank vor der Nordseeküste – wohl die größte Europas, ist ein besonderes Stück Erde. Überall Meerwasserpfützen, in denen sich das Wasser spiegelt und den Eindruck der Weite noch mehr verstärkt. „Ich habe hier meinen Seelenort gefunden“, hat mir ein Surflehrerer vorgeschwärmt, der aus dem Rheinland in den Norden gezogen ist. Und irgendwie verstehe ich ihn, wenn ich hier so auf der Sandbank sitze und in die Ferne schaue. Und eben sogar mit Robben schwimme.

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Pfahlbauten

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Pfahlbauten in Sankt Peter-Ording

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Kitschig, oder?

Allein schon die Pfahlbauten sorgen für ein außergewöhnliches Flair. In ihnen sind nicht nur Szenerestaurants untergebracht, sondern auch Toiletten und Badeaufsicht. Während wenige Meter weiter die Kitesurfer sich mit dem Wind gleiten lassen, genieße ich diese quirlige Stimmung der Menschen, die den Ort zu seinem Kultstatus verhelfen. Ja, Sankt Peter galt lange als angestaubt und Kurort der Generation 60 plus, das ist aber längst nicht mehr so, denn das legendäre Strandparken lockt Menschen mit Campern von nahezu überall her. Sie stellen sich an den Strand, Heckluke in Meeresrichtung geöffnet – es gibt kaum einen schöneren Platz zum Eindösen. Schlafen ist beim Strandparken offiziell nicht erlaubt, doch es tun einige dennoch und nehmen die Strafevon 30 €, die zumeist morgens eingesammelt wird,  als eine Art Campingplatzgebühr.

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Strandparken in SPO

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Und immer wieder diese Wolken – wunderschön

Dicht am Strandparkplatz hat das Beachmotel vor vier Jahren eröffnet und eine Trendwende an der Nordsee eingeleitet. „Wir brauchten etwas für den modernen Städter hier in Sankt Peter“, erklärt mir Beach-Motel-Gründer Jens Sroka später. Das hat er erschaffen mit seiner Trendlocation, in der die Besucher in der Hängematte direkt hinterm Deich sitzen und wer aufs Camping nicht verzichten will, darf dieses für 25 Euro auf dem Hotelparkplatz tun, Duschnutzung inklusive.

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Beach Motel

Das Hotel in dem amerikanischen Stil versprüht seinen eigenen Charme, von dem die Einkaufsmeile in Sankt-Peter-Bad gerne noch etwas lernen dürfte. Doch der Wandel hat auch hier begonnen und wer es trendiger möchte, der bummelt durch die Straßen des Stadtteils Dorf, hier finden sich ausgefallene Läden in kuscheligen Reethäusern.

Doch das war alles nicht meines. Ich mochte einfach nur den Strand und hätte hier noch tagelang bleiben können. Diese Weite hier oben, diese Spiegelungen in den kleinen Wasserpfützen…

Sankt Peter Ording, Strandleben, Sonnenuntergang, endlose Weite

Der Leuchtturm Westerhever, von Sankt Peter aus gesehen

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Sonnenuntergang wie ein Aquarell

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Pfahlbauten in Sankt Peter-Ording

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Juhuuuu – in den Sonnenuntergang schaukeln…

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Schaukeln mochte ich schon immer

Der Aufenthalt wurde unterstützt vom Beach Motel und Nordseetourismus – danke dafür.

10 Kommentare

  1. Das Bild 1 mein Favorit !!! Ganz tolle Bilder Andrea und das Erlebnis mit der Robbe hast du auch nicht alle Tage !!! Wunderschöner Beitrag mit gigantischem Strand !!! LG Manni

    • Danke lieber Manni, das freut mich besonders von dir zu lesen! Bei dem Ort allerdings auch keine besondere Kunst, Sankt Peter ist einfach sooooooo schön. Und unser nordisches Licht auch. Nee, das mit der Robbe war echt etwas Besonderes! Danke fürs Vorbeischauen bei mir! Hab ne schöne Zeit im Urlaub

  2. Da sind ganz tolle Bilder dabei und dein Erlebnis mit der Robbe ist ganz besonders. In Sankt Peter Ording war ich noch nicht, aber dein Bericht hat bei mir eine Sehnsucht nach diesem schönen Ort geweckt
    LG Andrea

    • Liebe Andrea, dann musst du da unbedingt einmal hin, der Ort ist besonders und wahrscheinlich jetzt noch schöner als im Sommer. Ich mag es sowieso, wenn der Nordseewind um die Ohren weht. Und von Berlin (war doch Berlin, oder?) aus, muss es ja nicht immer nur Ostsee sein, oder?
      Liebe Grüße
      Andrea

  3. Hallo Andrea,

    mit Stankt Peter-Ording verbinde ich 8 wundervolle Wochen. Allerdings war ich damals noch ein Kind von 12 Jahren. Ich wurde dorthin Verschickung, heute sagt man ja Kur dazu. Das war meine 1. Reise. und ich war auch das 1. Mal von meiner Familie getrennt,

    Aber ich habe so gar nichts vermisst. Der Sandstrand, die endlosen Weiten und die frische, salzige Luft waren so ganz anders als die verqualmten Häuserschluchten Berlins.
    Das Wattenmeer, die Seehundbänke und und und… all das ist mir bis heute in guter Erinnerung. Allerdings hat sich in den Jahren sehr viel verändert, aber das Haus Quissisana steht wohl immer noch.
    Ich sollte mal wieder hinfahren und das wundervolle Gefühl von warmen Sand und Schlick an den Füßen erneuern.
    Deine herrlichen Bilder zeigen mir, dass ich nichts mehr von meinen Erinnerungen vorfinden werde. Es ist eben schon sooo lange her.
    Das gemeinsame schwimmen mit der Robbe wirst Du auch bestimmt nicht vergessen.

    Hab vielen lieben Dank für diesen schönen Blog.

    LG Lilo

    • Liebe Lilo, hab du schönen Dank für den Kommentar und die Mühen, die damit verbunden waren! Ich freue mich sehr über Rückmeldungen wie deine. Der Sandstrand von Sankt Peter ist noch immer unglaublich schön und es müssen sich eben auch Sachen verändern, damit der Ort weiterleben kann und auch wieder junge Menschen kommen. Liebe Grüße nach Berlin

      • Das ganze Leben besteht aus Veränderungen und das ist gut so!
        Ich bin auch nicht mehr in Berlin, also auch eine Veränderung.
        Bin auf dem Land gelandet und habe aber meinen Drang zum Meer nie verloren.
        Also deshalb auch meine große Freude über den Ort, wo ich das freie Leben spüren konnte.

        Nun bin ich gespannt wo Du mich mit Deinen Reiseberichten und Bildern als Nächstes hinführen wirst.

        Es war keine Mühe, ich helfe gerne wenn ich kann!

        Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende,

        LG Lilo

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