Samstags in Hannover-Linden

Hannover-Linden, Lindener Markt, Fassaden, Egestorfer Straße

Wenn nächste Woche die weltgrößte Computermesse CeBit eröffnet, ist kommt Hannover wieder aus seinem Schattendasein heraus. Doch auch jenseits der Messe lohnt der Besuch, vor allem der Stadtteil Hannover-Linden. Hier ein paar Tipps für Hannover rund um den Lindener Markt.

Gestern war ich auf meinem Lieblingswochenmarkt in der Region, der Markt am Lindener Marktplatz ist einfach inspirierend. Hier schlägt das Herz des wohl buntesten Stadtteils. Und deswegen nehme ich Euch mal mit durch mein Hannover. Ich kann es übrigens nicht mehr hören und lesen, dass Hannover eine unterschätzte Stadt ist und mehr zu bieten hat, als man denkt. Wie jede andere Stadt hat sie ihre schönen und ihre häßlichen Seiten. Langeweile liegt für mich immer auch beim Betrachter, hier gibt es genug Spannendes zu entdecken. Kommt einfach mal virtuell mit, gestartet wird in Linden.

Blaues Wunder: Die Scillablüte am Lindener Berg

Hannover Linden, Lindener Berg, Scilla-Blüte, Bergfiedhof, Küchengartenpavillion

Der Küchengartenpavillion schwimmt im blauen Blütenmeer.

Jedes Jahr im März/April sind die Lindener stolz auf ihr Blaues Wunder: Dann öffnen sich tausende von Scillablüten auf dem Bergfriedhof in Linden und verwandeln den alten Garten in ein blaues Blütenmeer. Ich war gestern dort ganz verzaubert von der Pracht der blauen Blüten, obwohl der Himmel so bedeckt war. Wie mag es erst mit Sonne aussehen? Linden wäre nicht Linden, wenn es diesen Anlass nicht auch feiern würde: Am 2. April steigt die große Party zum Blauen Wunder. Dafür haben öffnen einige Geschäfte zum verkaufsoffenen Sonntag von 13 bis 18 Uhr zwischen der Elisenstraße und der Egestorffstraße, Galerien wie die Galerie Bohai  öffnen ihre „Wände“, es gibt Walk Acts, Musik und Kinderaktionen.

Hannover Linden, Lindener Berg, Scilla-Blüte, Bergfiedhof, Küchengartenpavillion

 

Lindener Wochenmarkt – immer wieder samstags

Das ist ein echtes Highlight in der Stadt – samstags zum Wochenmarkt nach Linden. Zum einen trifft mal hier wirklich Hinz und Kunz, denn dieser Einkaufsausflug gehört einfach dazu. Es ist aber auch sehr inspirierend, Obst und Gemüse jenseits der Supermarkstandards zu kaufen. Gestern gab es ersten Nienburger Spargel (ja, den mit Fußbodenheizung, ist ein anderes Thema), Mairübchen (findet mal die eigentlich in herkömmlichen Supermärkten?), zweifarbige Möhren und vor allem Äpfel und Kartoffeln, die auch noch Aroma haben und nicht nur nach Wasser schmecken. Hannover-Linden, Lindener Markt, ObststandObst und Gemüse sind das eine, aber der Lindener Wochenmarkt ist vor allem für seine Spezialitäten bekannt. An den Ständen mit Eselsalami und Co gehe ich schnell vorbei, hin zum Lüneburger Nudelkontor, die hier frische Pasta verkaufen. Fast nebenan am kleinen Kaffeewagen tummeln sich die Menschen an Stehtischen und halten Schwätzchen. Von hier aus fällt der Blick auf eine kleine Seitenstraße, in der eine ältere Dame an einem kleinen Stand selbstgebackenen Kuchen verkauft, welch eine wunderbare Idee.

Hannover-Linden, Lindener Markt, Oma verkauft selbstgebackenen Kuchen

Hier gibt es selbstgebackenen Kuchen am Lindener Markt.

Balsam aus Olivenöl, Biobrot, Frühlingskräuter in kleinen Töpfen und bunte Blumensträuße, der Lindener Markt ist wie ein lebendiges Wimmelbild und genau das mag ich so an ihm. Nur, dass es überall noch herrlich duftet, etwa nach türkischen Brotaufstrichen oder nach selbstgemachter Seife.

Hannover-Linden, Lindener Markt, Wochenmarkt

Buntes zu Füßen am Lindener Markt,

Lindener Markt, Hannover-Linden, Olivenölstand, Seife und Olivenbalm

Hier gibt es Olivenbalsam und Seife

Ideenreiche Geschäfte rund um den Lindener Markt

Rund um den Lindener Marktplatz, an Egestorffstraße und Stephanusstraße, finden sich ideenreiche Geschäfte, die mit Kleidung, Accessoires oder Haushaltswaren jenseits des Einerlei der großen Ketten punkten. Der eine verkauft Design, der andere Blumen (übrigens heißt der Blumenladen wie mein Blog – Indigo, das musste ich gleich verewigen).

Hannover-Linden, Lindener Markt, Indigo Blumenladen von außen

Der musste sein – ein weiterer Indigo.

An manchen Ecken in Linden scheint die Zeit stehen geblieben zu sein, hier wirkt es fast dörflich, gemütlich und ruhig. Und doch irgendwie bleibt der urbane Charme mit fremden Sprachen an jeder Ecke, vielen Kindern und einer interessanten Mischung von jungen und alten Menschen.

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Ausgefallene Mode gibt es bei Wiso Sowi.

Ob Wiso Sowi mit den ausgefallenen Kleidungsstücken oder der Laden Qwertz, der alles rund um das Thema Buchstaben verkauft – hier sind die Geschäfte noch klein, übersichtlich und man findet tatsächlich etwas Besonderes.

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Bunt, bunter, Goldfisch.

Das quietschig Bunte passt hervorragend zum Frühjahr und hat mir sofort gute Laune gemacht. Und nicht immer gut für den Geldbeutel, für meinen gestern jedenfalls nicht. Den hat es gestern ganz schön gebeutelt. Hannover-Linden, Lindener Markt, Geschäfte, Shopping, Riva, Maison, Shabby, landhaus

Lecker schlemmen in Linden

Linden ist Multikulti pur, wo zeigt sich das besser als beim Essen? Hier gibt es das afrikanische Restaurant Kilimanjaro gleich neben dem türkischen Döner und der italienischen Taverne und gegenüber das traditionelle Café Mönikes, mit den zu den besten Torten der Stadt zählenden Leckereien.

Café Mönikes, Hannover Linden, Lindener Markt

Café Mönikes.

Da Hannover wohl Deutschlands größe spanische Gemeinschaft hat, schlägt sich das hier auch in den Restaurants nieder. Der Klassiker ist das Rias Baixas in der Deisterstraße, es ist zugleich auch mein Favorit – und nur etwa 10 Minuten zu Fuß vom Lindener Markt entfernt.

Kioskkultur – typisch hannöversch

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Total schön: Hannovers Kioskkultur.

Wenn etwas typisch für unsere Stadt ist, dann die Kioskkultur. Hier konnte man schon vor 15 Jahren bis Mitternacht einkaufen, wenn die großen Läden schon alle geschlossen hatten. Heute ist das leider nicht mehr so relevant, aber dennoch haben sich die liebenswerten Kioske, die irgendwo zwischen Tante-Emma-Laden und Eisbude rangieren, in vielen Fällen gehalten. Das ist einfach schön und sehr unterstützenswert, wie ich finde.

In lockerer Folge werde ich Euch immer wieder Hannover-Tipps aufschreiben. Hier findet Ihr schon meinen Spaziergang durch die winterlichen Herrenhäuser Gärten und hier meine Lieblingsboulderhalle. Und wer sich einmal die Werkstatt einer Geigenbauerin ansehen will, surft hierher. Und hier bin ich bei einer Indigo-Färberin zu Gast.

Wer sich immer fragt, wie die Hannoveraner eigentlich sprechen, hier findet Ihr mein hannöversches Wörterbuch.

Dass man vor der Haustür auch spannende Themen finden kann, meinen auch Mark und John von 1thingtodo in ihrer Blogparade, an der ich gerne teilnehme.

 

 

 

12 Kommentare

  1. ich finde auch, dass hannover oft unterschätzt wird. immerhin gibts den titel „unesco city of music“. und linden hat echt atmosphäre, ist auch jedesmal mein standort, wenn ich in hannover bin…

  2. Lieber Peter, ja, genau, der UNESCO-Titel, hab ich in meinem Beitrag über die Geigenbauerin auch erwähnt. Schön, dass noch jemand unsere Stadt schätzt. Und danke fürs Vorbeischauen und Kommentieren, ich freu mich immer über Feedback. Liebe Grüße Andrea

  3. Vielen Dank für die interessanten Tipps. Hoffentlich bleibt neben der CeBIT erwas Zeit, ein paar Dinge davon zu entdecken. Schöne spanische Restaurants besuchen wir schon seit Jahren. Deine Empfehlung werden wir mal aufsuchen.
    Danke, Peter

  4. Der Lindener Wochenmarkt ist wirklich einen Besuch wert. Zumal das Einkaufen gleich mit dem zweiten Frühstück verbunden werden kann.

  5. Lieber Peter, wie schön, dich hier zu lesen, freut mich sehr. Ich hoffe, dass Ihr auch einen Platz in Rias bekommt. Und dann drücke ich die Daumen für das Hannover Sightseeing, es wird ja hier mehr und mehr mit den Tipps für meien Stadt. Liebe Grüße
    Andrea

  6. Linden wird bald meine neue Heimat sein und deshalb freue ich mich heute schon auf den Lindener Markt und das quirlig-kreative Drumherum.

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