Ein Wochenende in Athen mit Kindern

Athen mit Kindern, Akropolismuseum, Zeustempel, Nationalgarten, LykabettusPanorama vom Lykabettus aus

Die griechische Hauptstadt strotzt gerade so vor Sehenswürdigkeiten. Ganz schön schwer, sich das Richtige rauszusuche, vor allem, wenn man in Athen mit Kindern unterwegs ist.

1. Auf dem Lykabettus

Der höchste Hügel der Stadt Athen (277 m) trennt nicht nur die Innenstadt von den quirligen angrenzenden Bezirken, sondern ist beliebtes Touristenziel, denn vom Lycabettus aus bietet sich ein wunderbarer Panoramablick über die Stadt. Er lässt sich von mehreren Seiten besteigen und wer es lieber bequemer mag, der steigt in die Standseilbahn am Süden des Hanges. Wir sind mit den Kindern zu Fuß gegangen und haben es nicht bereut, denn oben war es zwar voll, es war eine Stunde vor Sonnenuntergang, aber der Ausblick ist es wert. Die Akropolis sahen wir nur im Dunst der Stadt, aber dafür könnten für bis Pyräus blicken. Und im Schatten des kleinen Olivenbäumchens auf dem Lykabettus den Blick genießen. Das Schöne daran: Es gehört zu den Dingen, die man in Athen gratis erleben kann. Den Funicular haben wir uns geschenkt, da er nicht in einer Tour fährt, sondern wir eine halbe Stunde hätten warten müssen. Das ist mit Kinder blöd und wir sind lieber gegangen, weil wir unten in die Metro einsteigen wollten. Nur leider haben wir uns verlaufen und einen ganz großen Stadtbummel gemacht und sind rund 6 Kilometer zu Fuß in Athen mit den Kindern gegangen.

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Felsen am Lykabettus

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Lykabettus

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Akropolis vom Lykabettus aus

2. Benaki-Museum

Am Rande des Botschaftsviertels befindet sich das größte, private Museum Griechenlands. Das Benaki-Museum hatte leider geschlossen, als wir unterwegs waren. Schade, ich hätte gerne einen Blick hineingeworfen und mir Kunst und Alltagsgegenstände aus der Antike und der byzantischen Zeit angesehen.

3. Nationalgarten in Athen

Der Nationalgarten ist ein wunderschöner Park zwischen dem Botschaftsviertel und dem Hadrianstor. Er war einst der Park der könglichen Familie, was man heute noch an den schönen Palmen und den alten Bäumen erahnen kann. Büsten alter, griechischer Dichter säumen die Wege, kleine Teiche sorgen für Entspannung. Gleich in der Nähe liegt das griechische Parlamentsgebäude und der Präsidentenpalast. Ein König flaniert hier längst nicht mehr, seit 1923 ist der Park offen für alle. So drehen heute die Polizisten ihre Abendrunden zum fit bleiben und Rentner treffen sich zum Boule spielen. Jüngere joggen oder schieben Kinderwagen durch das duftende Grün und am Rande des Parks gibt es Sportplätze zum Handball- oder Basketballspielen. Perfekt für eine kleine Spielpause in Athen mit Kindern.

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Am Nationalgarten

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Am Nationalgarten

4. Präsidentenpalast

Die Straße Irodou Attikou voller Polizisten, als wir in Athen waren. Sie bildeten fast ein Spalier. Vor allem vor zwei Gebäuden wurde ihre Dichte immer höher. Ich sprach einen der Herren an, was das für Gebäude seien. Er war ausgesprochen freundlich und sagte: „Das ist der Palast des Premierministers und das der des Präsidenten.“ Und als hätte es nur einer Bestätigung bedurft, wurde eine Minute später die Straße von seinen Kollegen gesperrt und das Tor des Präsidentenpalastes öffnete sich. Eine große, schwarze Limousine fuhr, begleitet von Fahrzeugen mit Blaulicht, auf die Straße. Der griechische Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos höchstpersönlich kreuzte sozusagen unseren Weg. Für meinen Sohn war es das beeindruckenste Erlebnis in Athen.

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Präsidentenpalast in Athen

5. Wachwechsel

Am Syntagma-Platz in Athen gibt es Schauspiel, das vor allem meinem Sohn gefallen hat: Der Wachwechsel der ehemaligen königlichen Leibgarde. Wir allerdings haben den Wachwechsel nicht am Syntagma-Platz gesehen, sondern konnten viel besser in der Straße Irodou Attikou zuschauen, dort gibt es nämlich auch einen Wachposten. Nicht nur die mit Nägeln beschlagenen Schuhe waren beeindruckend, auch die Pompoms auf den Spitzen der Schuhe. Und natürlich das ganze Soldatenzeugs samt der Gewehre, zu dem ich ja nicht so die Affinität habe wie Jungs offenbar.

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Wachwechsel in Athen

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6. Hadrianstor und Olypieion

Gleich hinter dem Nationalgarten schließt sich eine weitere Sehenswürdigkeit an: das Hadrianstor sowie das Olympieion. Letzteres muss wohl eines der beeindruckendsten Bauwerke in Griechenland gewesen sein, denn es war dem Gott Zeus gewidmet. Dass er in Ruinen liegt und nur noch einige Säulen übrig geblieben sind, liegt an einem Erdbeben im Mittelalter, so vermuten Forscher heute. Es soll das Gebäude zerstört haben. Es ist übrigens der einzige korinthische Tempel des Landes und wurde im 6. Jahrhundert v. Chr. begonnen. Vollendet wurde der Tempel aber erst im 2. Jahrhundert unter Kaiser Hadrian. Es ist täglich ab 8 Uhr geöffnet und schließt gegen Sonnenuntergang. Am schönsten ist aber die Zeit zwischen Tag und Nacht, wenn die Fledermäuse dort Beute jagen. Die tief fliegenden Fledermäuse fanden die Kinder viel beeindruckender als den Tempel.

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Leider ließen sich die Fledermäuse nicht aufs Bild bannen.

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Zeustempel in Athen

7. Panathinaiko-Stadion

Es ist das Olympiastadion der ersten Olympischen Spiele der Neuzeit. Sie wurden im Jahre 1896 dort abgehalten. An dieser Stelle befand sich schon vor 2000 Jahren ein Stadion, um die wichtigste Feier der Stadt abhalten zu können, die Huldigung der Göttin Athene, das Panathenäen. Auf Grundlage der alten Gemäuer wurde die neue Sportstätte wieder errichtet, in einer engen Hufeisenform, mitten im heutigen Stadtzentrum.

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Olympiastadion in Athen

8. Akropolis-Hügel

Das Wahrzeichen der Stadt ist wohl auch die beliebteste Attraktion – und vielleicht auch die teuerste. Dafür gibt es eine Menge zu sehen, alte Tempel, Ausblicke auf die Stadt und ein riesige Puzzle von antiken Steinen. Über die Akropolis habe ich hier schon ausführlicher geschrieben. Wer hoch geht, sollte aufpassen, denn die Stufen auf dem Gelände sind sehr glatt und ich habe viele Menschen dort ausrutschen sehen.

Akopolis, Athen

Auf dem Akropolis-Hügel in Athen

Akopolis, Athen

Blick auf das Pantheon

Akopolis, Athen

Zwischen den alten Säulen

9. Tempel des Hephaistos

Rund 500 Meter Luftlinie von der Akropolis entfernt befindet sich der Tempel des Hephaistos. Er ist besser erhalten als die Akropolis, er verfügt noch über alle Säulen und auch sein Dach ist noch erhalten. Aber der Tempel des Hephaistos wird wesentlich seltener besucht. Der Tempel aus dem Jahr 449 v. Chr. ist dem Gott der Schmiede geweiht, da das angrenzende Viertel damals viele Handwerker beherbergt hat. Später wurde er, wie die Akropolis übrigens auch, in eine christliche Kirche umfunktioniert und ein Großteil des Skulpturenschmucks fiel dem Umbau zum Opfer.

Akopolis, Athen

Tempel des Hephaistos

10. Dionysostheater

Ganz in der Nähe der Akropolis befindet sich das Dionysos-Theater. Es war wichtigste Spielstätte im antiken Griechenland und gilt auch als Geburtsstätte des Theaters und des Dramas. Das Theater liegt südlicher der Akropolis und ist von dort aus auch zu sehen. Stücke von Sophokles und Co. hatten hier ihre Uraufführung. Es war eigentlich einst als Tempel errichtet, wurde aber bald der weltlichen Nutzung zugeführt. Besonders schön sind die steinernen Ehrensitze des Theaters.

Akopolis, Athen11. Filopappou Hügel

Ein weiterer Hügel lohnt in Athen das Erklimmen: Der Filopappou. Er ist der Hügel, der ganz nah an der Akropolis liegt und ich finde es dort am schönsten. Am Lykabettus war es mir zu voll. Das Panorama war zwar schön, aber die Akropolis konnte man nicht so gut sehen, wie ich mir vorgestellt hatte. Ich fand den Blick vom Filopappou auf die Akropolis schöner. Außerdem ist es ein kleiner Park, in dem es sich gut ein kleines Päuschen machen lässt, bevor es weiter ins große Getümmel der griechischen Hauptstadt geht. Und mit etwas Glück sieht man dort sogar Schildkröten.

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Die Kinder strolchen durch den Park

Akopolis, Athen

Blick auf die Akropolis vom Hügel aus

12. Akropolismuseum

Wenn es ein Museum gibt, das man in Griechenland unbedingt gesehen haben sollte, dann ist es wohl dieses: Das Akropolismuseum stammt aus dem Jahr 2009 und ist ein beeindruckender Wurf der Architekten, denn es beherbergt die Akropolis – jedenfalls das, was zu schade wäre, um es Wind und Wetter auszusetzen. Und es ist auch so ausgerichtet wie der einstige Tempel. Als wir das Museum betraten und ich am Eingang nach dem großen Lego-Modell fragte, konnten sich die Kinder nicht mehr halten. Sie stürmten fast in die zweite Etage zum Akropolis-Modell aus Legosteinen. Soweit zum Gucken alter Steine… Aber ich muss zugeben, das Modell ist super aufgebaut und erklärt viel, die Kinder jedenfalls konnten sich nicht nur die frühere Akropolis viel besser vorstellen, sie bauen jetzt auch fleißig mit den Plastikklötzchen und vielleicht haben wir bald eine eigene Akropolis daheim. Interessant fand ich auch, neben den wunderbaren Statuen im Erdgeschoss, den gezeigten Film, der die Geschichte und den Niedergang des Tempels verdeutlichte. Ich wusste gar nicht, dass er einst auch eine Moschee war. Die Nasen aber an den antiken Figuren haben wohl die Christen abgeschlagen, als die die Akropolis in eine Kirche umwandelten. Dabei ist viel zerstört worden – religiöser Fanatismus, wie ich ihn überhaupt nicht leiden kann.

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Neues Akropolismuseum

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Die Welt der Steine: Akropolis aus Lego

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Blick aus dem Akropolismuseum

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Wunschbrunnen – na wer trifft ihn mit dem Geld?

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Metrostation Akropolis in Athen

Info: Metro fahren in Athen

Mit dem Auto durch Athen fahren, ist zwar möglich, aber nicht ratsam. Die Griechen fahren sehr temperamentvoll und oftmals führen sie auch eine imaginäre neue Spur ein, wo sich gar keine befindet. Dann kann es ganz schön eng werden. Besser ist es, mit der Metro durch Athen zu fahren, sie passiert die wichtigsten Plätze, ist sauber und unschlagbar im Preis. Wir sind zu viert für 4 Euro gefahren. Die Metro verbindet auch den Flughafen mit Pyriäus regelmäßig und gut. www.athenstransport.com

 

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