Deisterstraße – mittendrin in Hannovers Kiez

Deisterstraße, Hannover, DesignerlädenFähnchen statt Leuchtwerbung.

Die Deisterstraße in Hannover ist unscheinbar und gehört nicht zu den Top 10, die in jedem Reiseführer stehen. Genau das aber macht sie so interessant, denn sie wimmelt vor Geheimtipps in Hannover. Die vielen kleinen Läden entdeckt man erst, wenn man sich die Zeit für einen Bummel nimmt.

Pasteleria Luis

Deisterstraße, Hannover, Pasteleria Luis

Portugiesische Fliesen.

Deisterstraße, Hannover, Pasteleria Luis

Und hier gibt es die Törtchen.

Nachdem ich jetzt bei Waldemar und der Färberin war, wird es endlich mal Zeit, über die Deisterstraße zu schreiben. Für mich ist sie schon lange mehr als ein Geheimtipp. Beginnen wir mal mit der Pasteleria Luis. Sie ist, wie die meisten der Läden hier, winzig klein, aber hat es in sich. Portugiesische Törtchen und Kleingebäck duften mir schon auf der Straße entgegen. In dem kleinen Laden ist es wie eine Reise nach Portugal, die typischen weißblauen Kacheln an der Wand, der leckere Kaffee Bica oder Largo – immer, wenn ich eine Portion Süden brauche, ist das ein wunderbarer Platz zum Wegträumen.

Rias Baixas

Deisterstraße, Hannover, Rias Baixas

Bodenständig spanisch: Rias Baixas.

Wenn man später unterwegs ist, duftet es schon von schräg gegenüber nach Knoblauch und Scampis. Das Rias Baixas gehört zu ältesten spanischen Lokalen in Hannover. Auf den ersten Blick mag es altbacken wirken mit den Holzstühlen und der Inneneinrichtung. Ich mag es sehr, denn es ist kultig und hat eben noch genau den Charme vergangener Zeit. Hier kommt ehrliches, spanisches Essen auf den Tisch, ohne Schnörkel und Schnickschnack. Es hat schon mehrfach auch spanische Gäste von mir wirklich überzeugt.

Witziges aus den Nähstuben der Deisterstraße

Deisterstraße, Hannover, Bekleidungsgeschäft, Selbstgenähtes, Stulpen

Stulpen von Prepafarina.

Deisterstraße, Hannover, Bekleidungsgeschäft, Selbstgenähtes, MützenWer in Hannover Kinderköpfe sieht, findet auch immer wieder ein Label auf den Mützen: Frühling bitte. Hier näht Sabine Krammling seit zehn Jahren Mützen made in Hannover, die wegen ihrer lustigen Farb- und Musterkombinationen heiß begehrt sind. Zudem haben sie ausgefallene Schnitte und eine gute Paßform. Inzwischen gibt es nicht nur Mützen, sondern auch Wohlfühlhosen und Taschen in den bunten Mustern. Das Atelier von Sabine Krammling liegt in der Deisterstraße 38. Nur wenige Meter weiter gibt es ebenfalls Handgenähtes aus Hannover: Pepafarina heißt der Laden, der sich etwas gedeckter in den Farben gibt. Wunderschöne Kombinationen an Mützen oder Pulswärmern gibt es hier, aber auch hübsche Wenderöcke oder Ponchos.

Kunst von Waldemar

polnische Ostereiermuster, Sprache, Muster

Waldemar Mirek

Ich mag diesen Mix aus Kunsthandwerk und Künstlern, die sich in dieser Straße niedergelassen haben. Hier hat auch Waldemar sein Atelier, ein polnischer Kunsthistoriker und Künstler, der mit klaren Formen und gedeckten Farben arbeitet. Ihn habe ich besucht, als er gerade mit den polnischen Ostereiern beschäftigt war. Aber auch jenseits der Eiermalerei ist seine kleine Galerie Mirek sehenswert – und Waldemar mit seinem fröhlichen Gemüt sowieso.

Pizzeria Napoli – bei Paolo

Klein und immer voll eigentlich – das ist das italienische Restaurant Napoli auf der Deisterstraße. Auch dieses Restaurant hat längst Kultstatus und ist eigentlich immer voll besetzt. Glück hat, wer einen Platz bekommt.

Findus Kinderkostüme

Deisterstraße, Hannover, Findus Kinderkostüme

Findus Kinderkostüme

Ich muss ja sagen, dass ich bei Läden wie diesen nicht verstehe, wie die sich halten können. Kinderkostüme ist schon sehr speziell. Und wir leben noch nichteinmal in einer Karnevalshochburg sondern in Hannover. Dennoch empfinde ich diesen Findus Kinderkostüme als Bereicherung.

Atelier Orike Muth

Deisterstraße, Hannover, Atelier Orike Muth, Textildruck, hier Hand

Textildruck von Orike Muth.

Deisterstraße, Hannover, Atelier Orike Muth, Textildruck,

im Atleier

Bunte Muster in frischen Farben – das ist das Markenzeichen von Textiledesignerin Orike Muth. Ob Blumen, Fische oder Hühner – die Motive sind mal abstrakt und mal ganz bildlich. Trotz der Figürlichkeit schafft sie es, nie kitschig zu werden und die Gradwanderung zwischen frisch und farbenfroh und überladen zu schaffen und es trotz der Fülle fest dezent wirken zu lassen. Ihre Produkte sind aber echte Hingucker. Orike Muth behält ihre Kunst nicht für sich sondern gibt sie in Workshops weiter, dann kann jeder das, was er möchte auf den Stoff bringen. Und Indigofärbekunst kann man ebenfalls lernen – bei Petra Hassan.

Kaffeebar mit schwedischen Zimtschnecken – V 17

Es riecht nicht nur herrlich nach Kaffee, sondern der Kaffee schmeckt auch noch außergewöhnlich hier: Das V 17 ist für Kaffeeliebhaber ein echtes Highlight. Die Zimtschnecken sind eine Wucht, ebenso wie die Croissants. Und wer es lieber herzhaft mag, greift zum Sauerteigbrot mit geschmolzenem Schafskäse und Honig.

Und wer abends auf der Deisterstraße unterwegs ist, sollte unbedingt noch in den Kulturpalast hineinschauen. Ein wohnzimmerkleiner Laden mit Lesungen und Konzerten.

Mehr Hannover Tipps?

In lockerer Folge schreibe ich Euch meine Hannover-Tipps auf. Hier findet Ihr schon meinen Spaziergang durch die winterlichen Herrenhäuser Gärten und hier meine Lieblingsboulderhalle. Und wer sich einmal die Werkstatt einer Geigenbauerin ansehen will, surft hierher. Hier findet Ihr meinen Lieblingswochenmarkt in Linden.

 

 

4 Kommentare

  1. ach die gute alte deisterstraße. ich kenn sie noch aus zeiten, wo sie weniger attrreaktiv war.als ich 2008 nach vielen jahren mal wieder in hannover landete, war ich ohnehin erstaunt, wie linden sich gewandelt hatte. allerdings scheint der prozess inzwischen auch richtung gentrifizierung zu gehen.
    ach ja, könntest du vielleicht ein parr gute hotels empfehlen? mir fällt spontan das leonardo in kirchrode ein. was gäbe es sonst noch?

  2. HannoverblickOst

    Man merkt es Linden noch heute an, dass es einst eine eigenständige Stadt war, die erst später eingemeindet wurde. Diese lebendige Multi-Kulti-Mischung ist einzigartig. Ich habe während meines Studiums dort gelebt. Es war eine tolle Zeit!

    • Liebe Simone, genau, das merkt man. Und da Linden schon immer eine Arbeiterstadt war, in der das Leben brodelte, hat sich bis heute auch nicht viel verändert und andererseits wieder eine ganze Menge. Aber ich mag diesen Stadtteil sehr. Liebe Grüße

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