16 Tipps für Hannover

Hannover, Tipps, NiedersachsenUngewöhnliche Blicke von oben

In Hannover läuft gerade nicht nur das weltgrößte Schützenfest, sondern nächste Woche gibt es auch gleich eine Promi-Hochzeit, wenn Erbprinz Ernst August hier seine Braut Ekaterina Malysheva heiratet. Ein Grund, mal mit ein paar Tipps für Hannover rauszurücken.

1. Kleines Fest im Großen Garten

Das war eine wirklich zauberhafte Idee: Den schönsten Barockgarten Europas zur Bühne werden  und Kleinkünstler aus aller Welt zwischen Blumen und Hecken wuseln zu lassen. Seit 31 Jahren ist das „Das Kleine Fest im großen Garten“ einer der kulturellen Höhepunkte in der Stadt. Es hat viele Nachahmer in anderen Schlossparks gefunden, aber das Original kommt aus Hannover. In diesem Jahr treten an den Abenden 100 Künstler aus 20 Ländern auf – wenn das nicht bunt und international ist, dann weiß ich es auch nicht. Das einzige Problem ist, an die Karten zu kommen. Der Vorverkauf ist offiziell beendet, aber an der Abendkasse gibt es fast immer eine kleine Reserve. Ist sowieso schlauer, denn dann weiß man ja auch, ob das Wetter mitspielt. Die Vorführungen laufen vom 12. bis 30. Juli. www.kleinesfest-hannover.de

2. Herrenhäuser Gärten

Hannover Tipp, Herrenhäuser Gärten, SchlossJa, er war da und alle Nachrichten haben den Ex-US-Präsidenten Barack Obama in den Herrenhäuser Gärten gezeigt.  Wir wussten schon immer, was für ein Schmuckstück wir da mitten in der Stadt haben, immerhin den schönsten Barockgarten weit und breit und zudem gekürt als Europas Garten 2015. Jetzt ist es dort am schönsten, weil alles duftet und blüht. Ich allerdings mag es dort noch lieber im Herbst, wenn die Blätter sich färben und alles im Rückzug ist. Und mein Lieblingsplatz ist die Grotte, gestaltet von Niki de Saint Phalle, der unsere Stadt schon die prall-bunten Nanas zu verdanken hat.

3. Schauspielhaus und Cumberlandsche Galerie

Mit seinen weißen Aluminumplatten als Verkleidung wirkt das Schauspielhaus sehr futuristisch – ich mag den Bau. Er stammt aus dem Jahre 1992 und wurde vom Schweizer Architekten Claude Paillard realisiert. Aber nicht nur die Architektur ist sehenswert, auch die Produktionen, sie wurden in den letzten Jahren mit einigen Preisen ausgezeichnet. Zum Haus gehört übrigens auch die Cumberlandsche Galerie, ein unter Denkmalschutz stehendes Treppenhaus. Hier sitzt man auf den Stufen und sieht sich Aufführungen an – ein Ort voller Theaterzauber. Einer meiner liebsten Hannover-Orte. Wenn nicht gespielt wird, ist die Galerie als Bar geöffnet.

4. Limmerstraße

Linden heißt unser bunter, quirliger Stadtteil, in der sich die Kulturen mischen und eine besondere Kreativität hervorbringen. Auf den ersten Blick sichtbar ist dies in der Limmerstraße mit ihren kleinen Cafés, vegangen Geschäften, witzigen Kleiderboutiquen oder Bioläden. Wenn ich eine Portion Über-den-Tellerrand-Schauen brauche, gehe ich dort schlendern. Besonders lecker ist Linden bei Lindenblatt, in dem Café gibt es leckere Tartes und Macarons im französischen Stil – mhhhhhhh.

5. Irgendwie spanisch – Deisterstraße

Deisterstraße, Hannover, Bulgarischer Kioskk

Bulgarischer Kiosk

Deisterstraße, Hannover, Pasteleria Luis

Portugiesische Fliesen.

Hannover hat die größte spanische Kolonie Deutschlands. In den 1970er Jahren kamen vor allem spanische Gastarbeiter in die niedersächsische Stadt und heuerten bei Volkswagen oder der Conti an. Die meisten blieben und haben uns etwas Wunderbares hinterlassen – spanische Supermärkte, Restaurants, Bars und Flamencoschulen. Und wenn es um den Lieblingsspanier geht, ja, da bin ich altmodisch, ist es noch immer Rias Baixas I, ein Restaurant, in dem sich seit den 1980er Jahren nicht viel verändert hat, so scheint es. Zum Glück. Rund um die Deisterstraße finden sich aber auch viele andere spanische Leckereien. Und in der Deisterstraße sitzen echte weitere Food-Klassiker, etwa das Italienische Restaurant Napoli. Und in der Pastelaria Luis gibt es portugiesische Törtchen zum Dahinschmelzen. Yummie… Über die Deisterstraße habe ich übrigens hier etwas geschrieben.

6. Rathaus und schräger Fahrstuhl

Bei uns ist wenigstens der Fahrstuhl in Rathaus schräg, wenn die Stadt schon als langweilig und normal verschrien ist. Einsteigen und die Einzigartigkeit genießen. Durch ein Fenster im Fußboden des Aufzugs kann man sogar zuschauen, wie man schräg nach oben in die Kuppel des Neuen Rathauses (das im Gegensatz zum Alten Rathaus neben der Marktkirche „erst“ hundert Jahre alt ist und innen wie außen aussieht wie ein Schloss) fährt. Die Blicke von oben sind wirklich einzigartig, an manchen Tagen kann man sogar bis zum Brocken schauen. Das muss ich gar nicht, den schaue ich mir lieber aus der Nähe an, aber ich finde es beeindruckend, wieviel Grün man von dort oben sieht. Und dann diese Ausblicke auf das Rathaus – wunderbar.

7. Biergärten

Nicht nur München kanns – auch wir im Norden haben Biergärten. Und gleich so schöne mit Kastanien und sogar auf einem Berg – Hannover in lauen Sommernächten ist toll, ein bisschen auch wegen seiner Biergärten. Ob Lindener Berg oder Loretta´s, Waterloo oder Lister Turm – irgendwo liegt immer ein schöner Biergarten in erreichbarer Nähe. Wunderbar entspannend.

8.Markthalle – von Südafrikanisch bis Bayerisch

Der Bauch von Hannover heißt Markthalle. Hier trifft man sich zum Klönen und Schlemmen und irgendwie ist für jeden etwas dabei. Ob Matjes, Algensalat, spanische Tapas, Gemüsedrink oder Pasta – alle Geschmäcker werden versorgt. Besonders beliebt ist der südafrikanische Stand, dort gibt es nicht nur Wein aus dem afrikanischen Land, sondern auch Köstlichkeiten von dort, Strauß und Springbock etwa.

9. Coffee & Choc

Eigentlich wollte ich an dieser Stelle ja etwas über mein Lieblingscafé in Hannover posten, das Café Glücksmomente. Aber dort hat es gebrannt und es wird derzeit sarniert, schade, schade. Also weitergehen – es gibt ja noch andere schöne Plätze in der (Alt-)stadt. Etwa in der Kreuzstraße, Ecke Ballhofplatz: Das Coffee & Choc. Schon der Anblick ist anheimelnd, vor allem die schöne bunte Holzbank im Entrée. Während auf der einen Seite der kleine Laden köstliche Pralinen verkauft, sitzt man auf der anderen Seite herrlich in dem kleinen, hellen Café bei köstlich gerösteten Kaffeespezialitäten und schaut auf die Menschen, die draußen vorbei geben. Ein wunderbarer Platz, finde ich. Ich gehe selten vorbei, ohne wenigstens ein paar Pralinen zu kaufen. Und nebenan ist auch ein wunderbares Café, das Teestübchen. Hier finde ich den russischen Rauchtee ganz besonders, wenn es auch nicht jedermanns Sache ist.

10. Eilenriede

Mittlerweile hat es sich rumgesprochen, oder? Hannover ist eine grüne Stadt und unser Stadtwald, die Eilenriede, ist sogar größer als der Bois de Bologne in Paris oder der Londoner Hydepark. Nur wir sind vielleicht etwas wilder, denn unser Wald ist nicht ganz so überbevölkert, so dass sich Fuchs, Marder, Rehe und Eulen hier immer noch wohl fühlen. Ein besonderer Tipp für Familie ist die Waldstation, in der man nicht nur den Turm hinaufklettern, sondern auch einige Tiere beobachten kann. Ich bin übrigens auch gern am Milchhäuschen am Wilhelm-Busch-Weg. Das kleine Café mitten im Wald hat irgendwie etwas von Laubenpieperromantik.

11. Mittwochtheater

Da muss ich hin: Im Herbst spielt das Mittwochtheater das Stück „Frida Kahlo“. Das Mittwochtheater ist eines der ältesten Privattheater der Stadt und steht an einem wunderschönen Platz, nämlich am Lindener Berg. In direkter Nähe zum Biergarten Lindener Turm, eine superschöne Location, um den Abend ausklingen zu lassen. Doch zurück zum Theater. Das Mittwochtheater überzeugt mit Klassikern ebenso wie mit experimentellen Stücken und ist aus der Kulturlandschaft einfach nicht wegzudenken. Also hingehen – es lohnt sich.

12. Pier 51

Ich habe ein gespaltenes Verhältnis zu diesem Ort: Der Platz ist einer der schönsten in der Stadt. Wo sonst kann man über dem Wasser sitzen, einen leckeren Latte vor der Nase, und den Segelschiffen zuschauen? Doch immer wieder gab es auch unfreundliche Ansagen von den Bedienungen, nordisch by nature eben. Wenn man vorgewarnt ist, nimmt man es vielleicht eher mal in Kauf. Denn das moderne Gebäude des Cafés und Restaurants Pier 51, das in den Maschsee hinein gebaut ist, ist schon genial, und Kuchen und Essen schmecken auch. Dafür zahlt man auch gerne etwas mehr für den Kaffee – bei diesem Ausblick.

13. Wochenmarkt in Linden

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Buntes zu Füßen am Lindener Markt,

Möhren müssen nicht orange sein, es gibt sie auch in dunkellila oder gelb: Der Wochenmarkt in Linden ist wohl Hannovers schönster Markt und überrascht mich jedes Mal mit seiner Vielfalt. Für den schnellen Einkauf ist er viel zu schade, man kann dort einige Stunden verbringen, leckeren Cappucchino trinken und einfach nur das bunte Leben ein wenig ansehen und genießen. Einen ausführlichen Artikel darüber findest du hier.

14. Perlenrausch bei Herrlichperlich

Perlen haben doch irgendwie etwas Faszinierendes – seine Ketten selbst aufzufädeln ist bestimmt auch eine Art der Meditation. In der Altstadt gibt es jetzt einen schönen Laden dafür, hier kann man sich seine Perlen zusammensammeln und dann loslegen. Es gibt nur ein Problem: Für welche entscheide ich mich bloß?

15. Altstadt mit Holzmarktbrunnen

Er soll Wünsche in Erfüllung gehen lassen – das ist doch immer etwas Gutes, oder? Der goldene Ring am Holzmarktbrunnen in Hannovers Altstadt ist nur eine von vielen Sehenswürdigkeiten dort. Der Holzmarkt ist auch ein hübscher Platz in der Stadt, von dem aus man viele schöne Fachwerkhäuser sieht. Leider momentan nicht, weil so viel gebaut wird. Dennoch ist er einen Besuch wert.

16. Holländische Kakaostube

Der Klassiker, wenn man in Hannover ins Café geht, ist wohl die Holländische Kakaostube. Hier schmeckt natürlich der Kakao mit Sahne am allerbesten, aber auch die Torten sind nicht zu verachten. Ich mag ja die Athmosphäre mit den Kellnerinnen in ihren Spitzenschürzen und den weiß-blau-gekachelten Fußböden sehr. Hier ist die Zeit stehen geblieben und das ist auch gut so, ein Platz zum Ausruhen von dieser schnellen Smartphone-Zeit. Am besten übrigens auf der Empore.

Und noch ein kleiner Scherz – vielleicht erinnert sich der eine oder die andere noch an die alte Al-Bundy-Serie. Wir haben den Al-Bundy-Schuhladen in Hannover.

Und ja, wir haben einen tollen Zoo in Hannover, der wirklich sehenswert ist. Aber ich mag das Konzept von Zoos überhaupt nicht und finde, Tiere gehören nicht eingesperrt, deswegen fehlt er in meiner Liste.

Wer mehr über Hannover wissen will und vor allem unser so reines Hochdeutsch bewundert, sollte mal hier reinlesen.

 

 

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